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Spielfreude pur: ESV schlägt Mitaufsteiger Aldekerk mit 39:21

Die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg haben im vorletzten Heimspiel der schwierigen personellen Lage getrotzt und sich gegen den TV Aldekerk 07 in einen regelrechten Torrausch gespielt: Die Bunkerladies besiegten den Mitaufsteiger klar mit 39:21(18:9) und festigten Rang fünf. Zwei Spieltage vor Ultimo haben die Oberpfälzerinnen damit einen einstelligen Tabellenplatz im 16er-Feld bereits sicher.

Etwas mulmig war den ESV-Verantwortlichen vor dem Anpfiff schon, denn neben den Langzeitverletzten Anika Bissel und Lea Röhrl fehlten auch Goalgetterin Amelie Bayerl, Spielmacherin Anna Fuhrmann, Rechtsaußen Diana Stefan sowie die in der zweiten Mannschaft eingesetzten Melanie Kapser und Julia Smidéliusz. Zudem hatte das bereits seit längerer Zeit als Absteiger feststehende Aldekerk zuletzt sehr achtbare Ergebnisse wie eine hauchdünne Niederlage in Leipzig (29:31) oder das 29:34 gegen die Mannschaft der Stunde aus Ketsch verbucht. Mit nur noch vier Rückraumspielerinnen im Aufgebot schlug die Stunde von Sophia Peter: Die 18-jährige war nach ihrer schweren Knieverletzung in der Vorbereitung in Rekordzeit auf Spielfeld zurückgekehrt und hatte sich zuletzt über erste Kurzeinsätze freuen dürfen.

Nun stand das ESV-Toptalent in der Startformation und sprühte vor Spielfreude. Bester Beleg dafür war ein No-Look-Anspiel an Kreisläufer Julia Drachsler, die alle ihre sechs Wurfversuche im Aldekerker Gehäuse unterbrachte. Die Partie sollte ohnehin die der starken Quoten werden: Franzi Peter gelang bei ihren neun Wurfversuchen ebenfalls die perfekte Ausbeute, die bärenstarken Nicole Lederer, Sara Mustafic und Sophia Peter leisteten sich bei 18 Toren nur drei Fahrkarten. Letztere hatte bei ihrem ersten Treffer in der 20. Minute das Glück, dass der Block den Wurf unhaltbar abfälschte: Spätestens dann platzte der Youngster vor Selbstvertrauen. Mit vielen wunderschönen Kombinationen bauten die Gastgeberinnen den Vorsprung bis zur Pause auf 18:9 aus. 

Auch nach dem Seitenwechsel wollten die Bunkerladies das Tempo hochalten und nicht nachlassen. War das 19:31 vor Wochenfrist bei Spitzenreiter Waiblingen noch eine Tordiät, so glich die Partie gegen Aldekerk diesmal einem All-You-Can-Eat-Büffet: Der Torhunger wurde einfach nicht gestillt und die Angriffe regelrecht zelebriert. Besonders die Pässe an den Kreis waren eine echte Schau und dort standen mit Julia Drachsler und Sara Mustafic auch sehr treffsichere Abnehmerinnen. Die Krönung war allerdings ein spektakulär verwandelter Kempa-Trick von Nicole Lederer, dem die guten Schiedsrichter aber die Anerkennung verweigerten. Die Stimmung im „Bunker“ war dennoch kaum zu toppen: Die Fans feierten das dezimierte Team für seinen schönen Handball.

Eine Klasse-Leistung lieferte auch Nachwuchskeeperin Norá Mestyán ab, die fast 43 Prozent der Würfe der Gäste nach Wiederanpfiff entschärfte. Die Aldekerkerinnen, eine der Talentschmieden im Frauenhandball, setzten nun viele Nachwuchskräfte ein: Die sollten die letzten Gelegenheiten, im TV-Trikot Zweitligaluft zu schnuppern, nutzen und mühten sich redlich. Gegen die sechsköpfige „schwarze Walze“, die immer wieder aufs Aldekerker Tor zurollte, war an diesem Abend aber kein Kraut gewachsen. Am Ende siegten die Bunkerladies mit 39:21 und bekamen von den Zuschauern zurecht Standing Ovations als Belohnung. „Die Mannschaft hat heute über 60 Minuten konzentriert gespielt und eine super Leistung abgeliefert. Alle Spielerinnen haben das richtig gut gemacht, aber Sophia muss man für ihre Spielsteuerung schon herausheben.“ Durch den Zweier haben die Bunkerladies einen einstelligen Tabellenplatz schon sicher, beim Heimfinale gegen Mainz am kommenden Samstag geht es darum, die traumhaft verlaufene Premierensaison in der eingleisigen 2. Handball-Bundesliga mit der bestmöglichen Platzierung abzuschließen. 

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Natalia Krupa, Norá Mestyán

Feld: Franziska Peter 9, Nicole Lederer 7, Julia Drachsler, Sophia Peter je 6, Sara Mustafic 5, Johanna Brennauer 3, Nicole Schiegerl 2, Carina Vetter 1 sowie Franziska Höppe.