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Serie der ESV-Handballerinnen hält auch im neuen Jahr

Bunkerladies gewinnen am Samstag Abend mit 28:30 (14:15) in Mainz

Die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg bleiben auswärts eine Macht: Der 30:28-(15:14)-Sieg am Samstagabend bei Bundesliga-Absteiger 1. FSV Mainz 05 war bereits der sechste Erfolg in der Fremde in Serie. Durch den Zweier bauten die Bunkerladies ihr Punktekonto auf 19:9 aus und verteidigten den für einen Aufsteiger sensationellen vierten Tabellenplatz im 16er-Feld.

Nach der dreiwöchigen Pause war der einzige bayerische Bundesligist vor dem Anpfiff gespannt, ob sich die gute Form konservieren hatte lassen. Das Team hatte mit Ausnahme einiger weniger freier Tage über Weihnachten fleißig trainiert und viel dafür getan. Trainer Csaba Szücs stand für das Geisterspiel bis auf die Langzeitverletzten Sophia Peter und Anika Bissel der komplette Kader zur Verfügung. Mit den Meenzer Dynamites wartete eine hohe Hürde: FSV-Trainer Florian Bauer bot acht Spielerinnen mit Erstligaerfahrung auf. Das Team hatte sich vor dem Jahreswechsel mit einer bärenstarken Leistung beim 40:27-Auswärtserfolg beim MTV Heide viel Selbstvertrauen geholt und wollte den kecken Aufsteiger in die Schranken weisen.

Die Regensburger starteten ebenfalls mit viel Elan in die erste Partie des neuen Handballjahrs: Dass Johanna Brennauer den ersten Siebenmeter gleich verwandeln konnte, verlieh Sicherheit. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem der ESV leichte Feldvorteile hatte. Das Konterspiel funktionierte besser als zuletzt, Hauptabnehmer der Pässe von Natalia Krupa waren Brennauer und Rechtsaußen Nicole Schiegerl. Mainz ließ sich jedoch nicht abschütteln und war über Rückraumwürfe, Durchbrüche und gute Kreisaktionen immer gefährlich. Regensburg konnte mit einer 15:14-Führung und einem guten Gefühl in die Halbzeitpause gehen.

Nach dem Seitenwechsel verloren die Gäste kurz den Fokus. Zwei nicht geahndete Trikotvergehen führten zum Unverständnis Regensburgs nicht zu Überzahlsituationen, sondern zu unpräzisen Abschlüssen. Mainz nutzte die Gunst der Stunde zu einer 19:17-Führung in der 38. Minute. ESV-Coach Szücs griff zur Time-out-Karte und stellte sein Team neu ein. Tenor: Runterkommen und ruhig bleiben, es ist noch genügend Zeit. Die kompakte Mainzer Deckung muss aber wieder mehr in Bewegung gebracht werden. Dies alles setzten die Spielerinnen auch gut um. Der hervorragende konditionelle Zustand in Kombination mit Wechselmöglichkeiten verlieh den Gästen die Möglichkeit, das Tempo über 60 Minuten hochzuhalten und Mainz fortwährend unter Druck zu setzen. Ein von Norá Mestyán parierter Strafwurf versetzte den ESV durch einen Doppelschlag von Nicole Schiegerl und Julia Drachsler in die Lage, beim 22:21 wieder selbst in Front zu liegen. 

Den knappen Vorsprung konnte Regensburg bis zur 55. Minuten verteidigen. In seiner dritten und letzten Auszeit sagte Szücs eine Kombination an, die Carina Vetter spektakulär von Rechtsaußen zur ersten Zwei-Tore-Führung (24:26) nach langer Zeit veredeln konnte. In der Schlussphase wandelten die Bunkerladies die kalte Hallenluft in eiskalte Abschlüsse um. Das letzte FSV-Mittel, offene Manndeckung, brachte Mainz keine Ballgewinne, sondern das vorentscheidende 30:27 durch die überragende zehnfache Torschützin Nicole Schiegerl ein. Das 28:30 war dann nur noch Ergebniskosmetik: Das Duell Rheinland-Pfalz gegen Oberpfalz ging an die bajuwarische Abordnung, die den sechsten Auswärtssieg in Folge bejubeln konnte. 

FSV-Trainer Florian Bauer gratulierte fair zum Sieg. “Das Spiel war auf Messers Schneide. Letztlich hat die Mannschaft gewonnen, die weniger technische Fehler gemacht und den kühleren Kopf in der heißen Phase bewahrt hat.” Sein Kollege Csaba Szücs hatte das “erwartet schwere Spiel” erlebt und war erleichtert, dass seine junge Mannschaft dem routinierteren Gegner erfolgreich die Stirn geboten hatte. “Das erste Spiel nach einer Pause ist immer nicht einfach, da man nicht weiß, wo man steht. Ein Sieg ist daher doppelt wertvoll. Die Mädels haben das heute wieder super gemacht”, freute sich Szücs über die Zähler 18 und 19 von 28 möglichen. Ein Sonderlob erhielt die Flügelzange Nicole Schiegerl/Johanna Brennauer, die zusammen 18 Tore beigesteuert und viel Verantwortung übernommen hatte. Mit dem Erfolg verteidigten die Bunkerladies den vierten Tabellenplatz in der zweithöchsten Spielklasse und empfangen zum Hinrundenabschluss mit Bundesligaabsteiger Ketsch am kommenden Samstag im heimischen Bunker einen weiteren namhaften Gegner.  

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Natalia Krupa, Norá Mestyán

Feld: Nicole Schiegerl 10/3, Johanna Brennauer 8/3, Franziska Peter 7, Julia Drachsler 2, Amelie Bayerl, Nicole Lederer und Carina Vetter je 1 sowie Anna Fuhrmann, Sara Mustafic, Franziska Höppe, Diana Stefan, Melanie Kapser und Lea Röhrl.