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Nächster Halt: Bezirksoberliga

Bester Angriff? Ja, 336 Tore. Beste Abwehr? Jep, 250 Gegentore. Die meisten Siege (11) und wenigsten Niederlagen (3)? Erraten. Verdienter Meister? Absolut. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Die 14 Saisonspiele – zum Vergleich: die Damen 1 haben allein in der Hinrunde eine Partie mehr absolviert – zogen sich von Anfang Oktober bis Mitte Mai. Die große Konstante war dabei die Nichtkonstanz – nicht nur hinsichtlich des Spielplans. Die Pandemie sorgte immer wieder für Zwangspausen, dazu kamen neben – zum Glück – nur kleineren Verletzungen ständig auch andere Dinge: Arbeit und Studium gehen bekanntlicherweise vor, Mutterglück ebenso, aber selbstauferlegte Pausen zur Unzeit, eine verbesserungswürdige Urlaubs- und Freizeitgestaltung oder plötzliches (zeitweises und dauerhaftes) Untertauchen machten den Spiel- und Trainingsbetrieb alles andere als einfach. Erfreulicherweise war die Aushilfe-Bereitschaft aus den anderen Damenteams und der A-Jugend insgesamt sehr hoch. Dazu kamen während der Saison mit Konstanze Hierl und Nadia Tröger zwei wertvolle Neuzugänge, die mit Feuereifer bei Training und Spiel dabei waren. Insgesamt wurden rekordverdächtige 38 (!) Spielerinnen eingesetzt, mit Paulina Wochinger bestritt nur eine Akteurin alle 14 Begegnungen.  

Teil 1

Los ging es am 9. Oktober in Neunburg vorm Wald.  49 Minuten lief alles sehr ordentlich (16:11-Führung), doch elf Torlose Minuten zum Schluss waren keine gute Idee. Zum Glück reichte es dank einer kompakten Abwehr zu einem 16:15-Auswärtserfolg. Im ersten Heimspiel gegen den Sportclub II sollte die schlechte Chancenverwertung in der Schlussphase dann nicht kompensiert werden können: Feldvorteile nützen nix, wenn man nicht genügend Tore wirft. Ergebnis: 23:25 und ein feiernder Stadtrivale in eigener Halle. Bei Schlusslicht Schierling/Langquaid ging dann die Torflaute in der ersten Hälfte (6:9) erstmal weiter, doch nach Wiederanpfiff schwammen sich die Bunkerladies 3.0 frei und zeigten den im Training geübten Tempohandball. Der 24:11-Erfolg mündete in einer ordentlichen Kabinenparty. Von der konnte sich das Team erstmal vier Wochen erholen, dann erst stand das Auswärtsspiel bei der SG Mintraching/Neutraubling III auf dem Spiel. Dass man für ein Spiel Trikots braucht, sei nur am Rande erwähnt. Das zerfahrene Landkreis-Derby konnte mit 21:20 gewonnen werden. Quasi nach Abpfiff sorgte die Pandemie für eine fast dreimonatige Unterbrechung der Saison.

Teil 2

Zum Re-Start rief am 12. Februar 2022 das Derby bei der TS Regensburg. Hier zeigte der ESV eine starke Leistung und gewann mit 25:17. Das nächste Spiel war dann nach über vier Monaten Bunker-Abstinenz das Kräftemessen mit Tabellenführer Cham. Mit etwas Unterstützung aus der D2 wurde das Duell mit 37:23 gewonnen. Nun musste man sich langsam mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass der Aufstieg machbar sein würde. Aber es war noch ein weiter Weg und zahlreiche knifflige Aufgaben zu meistern. So wie die nächste: Nur acht Feldspielerinnen traten in Sulzbach an. Aber die spielten bärenstark und gewannen mit letzter Kraft 22:16.

Teil 3

Zahlreiche Spielabsagen betrafen vor allem die Heimspiele. Also stand erstmal das Auswärtsspiel in Cham auf dem Programm. Hier lieferte der ESV kämpferisch alles ab, allerdings auch extrem viele Bälle. Über ein Dutzend vergebene Hundertprozentige sowie weitere zwei Dutzend Fehlwürfe sorgten dafür, dass trotz großartiger Defensivleistung die Punkte beim 14:11 in Cham blieben. Ein Ergebnis wie aus den 80ern. Hier machte sich das Fehlen einer erfahrenen Spielerin bemerkbar, die das junge Team auf dem Feld führen könnte. Immerhin wurde der direkte Vergleich gewonnen und die Aufstiegschancen blieben intakt. Umso mehr als am Folgetag unter Leitung von Tom Kollmer das Auswärtsspiel beim Sportclub II souverän mit 25:21 gewonnen werden konnte.

Teil 4

Gut drei Wochen später stand an einem Montagabend endlich wieder ein Heimspiel, das Rückspiel gegen Mintraching/Neutraubling III, an. Ein Spiel zwischen Himmel (toller Tempohandball) und Hölle (katastrophale Ballverluste und Aussetzer in der Abwehr) endete mit einem verdienten 26:23-Sieg. Am 24. und 25. April wurden innerhalb von 28 Stunden die Heimspiele gegen Schierling/Langquaid (33:19) und TS Regensburg (22:14) nachgeholt. Beide Siege waren souverän und bedeuteten die vorzeitige Meisterschaft, da Konkurrent Cham zweimal überraschend verloren hatte. Der Titelgewinn hatte einige Spielerinnen dann das Entscheidende im Mannschaftssport vergessen lassen – Trainingsteilnahme! Das und die wiederentdeckte Abschlussschwäche in der Schlussphase sollten das Team am 7. Mai gegen Neunburg vorm Wald dann tatsächlich noch einen 18:14-Vorsprung in der 49. Minute aus der Hand geben lassen: Je zwei verworfene Strafwürfe und Gegenstöße sowie andere Aussetzer sorgten für das Vermeidbare. Neunburg gewann verdient mit 20:18. Ein Denkzettel, der hoffentlich auch für die Zukunft nachwirkt. Einen Tag später legte das Team mit mächtig Wut im Bauch dann eine Gala hin und besiegte vor einer stattlichen Kulisse den HC Sulzbach II mit 33:12. Eine denkwürdige Saison ging mit einem tollen Spiel zu Ende.

Der ESV 1927 Regensburg nahm das Aufstiegsrecht wahr und tritt in der Saison erstmalig in der Bezirksoberliga Ostbayern an. Herzlichen Glückwunsch an alle Spielerinnen! Die BOL ist nicht nur gut für die vielen Talente, sondern auch für den Kern der Mannschaft. Die Spielerinnen haben sich im Laufe der Saison toll entwickelt und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Die höchste Spielklasse des Bezirks Ostbayern bedeutet nicht nur viele neue Gegner, mehr Spiele und ein paar weitere Fahrten, sondern erfordert auch eine größere Fokussierung. Aber genau dafür betreibt man ja Mannschaftssport. Nächstes Ziel: Klassenerhalt. Wir freuen uns auch über motivierte Neuzugänge.

Die Bunkerladies 3.0 bedanken sich bei allen Unterstützern auf und neben dem Feld. Ein besonderer Dank geht an Lena Wagner sowie den Förderverein der ESV-Handballer für die Unterstützung bei den schönen Meistershirts.

Robert Torunsky

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