ESV 1927 Regensburg

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Bericht zur Derbyniederlage

Zu wenig Zielwasser: Heimniederlage gegen Haunstetten

Dass Derbys ihre eigenen Gesetze haben, bewahrheitete sich am Samstagabend mal wieder: Der TSV Haunstetten stürmte die bis dahin uneinnehmbare Festung Sporthalle Königswiesen und sicherte sich – ein wenig glücklich, aber auf keinen Fall unverdient – die beiden Punkte. Schon in der Anfangsphase wurde deutlich, dass dieses Spiel umkämpft werden würde: Die offensive Gästedeckung war megaaggressiv und auch die ESV-Hintermannschaft stand gut. Dementsprechend torarm verlief die Anfangsphase: In der 10. Minute gelang Haunstetten per Strafwurf der Ausgleichstreffer zum 2:2.

Nach dem Führungstreffer durch Franziska Peter leistete sich der ESV eine katastrophale Chancenverwertung und vergab beste Möglichkeiten: Die Schwäbinnen nutzten dies, um auf 6:3 davonzuziehen. Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs spielte sich der ESV mehr Hochkaräter heraus als Haunstetten, scheiterte jedoch immer wieder an der starken Gästekeeperin Magdalena Frey, dem Gehäuse und vor allem auch an sich selbst. So konnte der TSV einen 12:9-Vorsprung in die Kabine nehmen.

Auch nach dem Seitenwechsel fehlte es den Gastgeberinnen an Zielwasser und das 17:11 für Haunstetten in der 39. Minute sah schon wie die Vorentscheidung aus. Mit dem Mute der Verzweiflung stemmte sich Regensburg nun gegen die erste Saisonniederlage: Angetrieben von der nervenstarken Anna Fuhrmann verkürzten die Oberpfälzerinnen Tor um Tor den Rückstand, verpassten aber zweimal freistehend den Ausgleichstreffer. Der fiel dann in der 57. Minute nach einem Doppelschlag der unermüdlich rackernden und ebenfalls sehr guten Amelie Bayerl.

In der dramatischen Schlussphase hatte dann Haunstetten – etwa bei einem abgefälschten Kullertor – aber das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite und mit Linkshänderin Hänsel, die alle ihre vier Feldtore zwischen der 54. Minute und der 59. Minute erzielte, einen echten Joker in der Hinterhand. Gegen sie und auch gegen die überragende Spielmacherin Patricia Horner, die den 26:24-Endstand markierte, agierte die sonst solide ESV-Deckung zu passiv und zu ausrechenbar. Die Niederlage war hausgemacht, denn der ESV hatte über 60 Minuten eindeutig das Chancenplus, konnte neben gefühlt zehn „Toten“ vom Kreis aber nur einen von vier Strafwürfen verwandeln.

Dennoch muss man den Gästen, die bei ihren ständigen Trikotvergehen allerdings wieder einmal von einer zu großzügigen Regelauslegung der Schiedsrichter profitierten, Respekt für ihre Leistung zollen. ESV-Trainer Stefan von Frankenberg gratulierte dementsprechend zum Sieg und bemängelte die Angriffsleistung seines Teams in den ersten 40 Minuten. „Die letzten 20 Minuten hat meine Mannschaft alles investiert und einen riesigen Fight abgeliefert. Leider hat es knapp nicht mehr gereicht.“ Trotz der Niederlage bleibt der ESV weiter Tabellenführer der 3. Liga Süd, die erste Saisonniederlage sollte aber Warnung genug sein, denn noch sind sehr viele schwierige Partien gegen hochmotivierte Gegner zu absolvieren.

Tor: Kristyna Hurtova, Chiara Zellner

Feld: Anna Fuhrmann 7, Amelie Bayerl 6, Nicole Schiegerl 4, Sara Mustafic 3, Julia Drachsler, Franziska Peter je 2 sowie Natascha Weber, Dorothee Mooser, Nicole Lederer, Andrea Vlachova, Isabel Toth und Carina Vetter.