XL Bericht D1 vs. Pforzheim [MZ]

Trainer-Handschrift zeigt Wirkung

Bunkerladies machen Appetit auf mehr

Von Gerd Winkler

REGENSBURG Die große Stimmung im Bunker wollte erneut nicht aufkommen, dafür machte das Gebotene der Handballfrauen des ESV 1927 Regensburg umso mehr Appetit auf mehr: In der dritten Drittligapartie unter Bernie Goldbach und Jan Kauer war beim 34:25 (19:12)-Heimsieg über die TG Pforzheim eine Handschrift der Interimstrainer nach zehn Trainingseinheiten zu erkennen. Während Hallen-DJ Holger Feistl („es haben sich einige Leute beschwert, dass es beim letzten Mal in der obersten Reihe viel zu laut war“) mangels abgestimmter Musikboxen nicht so durfte, wie er wollte, sprühten die Bunkerladies vor Tatendrang. „Die Mädels haben versucht, vieles umzusetzen. Darauf können wir aufbauen”, bilanzierte Goldbach unaufgeregt.

Nicht geklappt hat es indes mit der ersten Tabellenführung im nicht mehr ganz so neuen Jahr. Schwamm drüber – mit Blick auf das Tableau lebt es sich besser: Der nicht aufstiegsberechtigte einen Punkt vorne liegende TuS Metzingen II gewann eine Stunde zuvor beim TSV Haunstetten mit 31:25. Damit haben sich die Schwaben fünf Spieltage vor dem Saisonende bei nun fünf Zählern Rückstand – auf den ESV – wohl endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Gleiches gilt für den TSV Wolfschlugen, der in der finalen Partie der 17. Runde am Sonntagabend in heimischen Gefilden dem Vorletzten TV Nellingen 20:21 unterlegen ist.

Nach Pforzheim ist vor Dachau

Auch der Tabellendritte SV Allensbach ließ Federn und kam gegen die abstiegsgefährdete SG Kappelwindeck/Steinbach über ein Heim-26:26 nicht hinaus. Der ESV hat es nun am Sonntagnachmittag mit Schlusslicht ASV Dachau zu tun, das im November nach einer standesgemäßen Anfangsviertelstunde (9:4) am Ende „nur“ mit 26:19 geschlagen wurde. Bei 18:17 (48.) witterte der Neuling im Ausweichquartier in Königswiesen sogar Morgenluft. Schon damals rumorte es in der Mannschaft und im Umfeld, zwei Monate später war für das Trainerduo Stefan von Frankenberg und Udo Gömmel Schicht im Schacht.

Am Samstagabend brachten die unter Bernie Goldbach und Jan Kauer eingeübten neuen Auslösehandlungen Pforzheims Deckung in Bewegung: Kurzes Kreuz, langes Kreuz, doppeltes Kreuzen – der Rückraum erzwang Abwehrlücken und brachte die Werferin in eine gute Position. Auffällig waren zudem viele Bodenpässe auf die Außen. “Wir haben versucht, den Ball schnell zu machen. Den Ball in der Bewegung annehmen, in der Bewegung weiterspielen”, analysierte Goldbach: “Unser Plan war, die Abwehr mit Gegenbewegungen unter Druck zu setzen.” In der Tat: Phasenweise verblüffte der ESV mit vielen Positionswechseln, die eine neue gefühlte Leichtigkeit auf die Tribüne schwappen ließ. Die Früchte für den Aufwand durfte ein Rückraumduo ernten: Franzi Peter aus der zweiten Reihe, Amelie Bayerl auf die Abwehrlücke draufgehend – erzielten zusammen 18 Feldtore. Auch mehr Struktur in der Vorwärtsbewegung war auszumachen.

Pforzheims Kolasinac im Griff

In der ersten Sieben, die in Minute eins auflief, übernahm erstmals Halblinks Amelie Bayerl auf Mitte die Spielgestaltung. Nicole Lederer rutsche in den linken Rückraum nach. Ungewohnt fahrig begann die sonst gerade beim Start so fokussierte Nicole Schiegerl. Nach der vierten misslungenen Aktion auf dem Weg „in den Tunnel“ reagierte das Trainerduo, schickte Andrea Vlachova auf Rechtsaußen. Auch ein neuer Impuls auf der bis dato bisweilen hektischen ESV-Bank: Sachliches Coachen, zügiges Reagieren und Hantieren mit Taktiktafel als Hilfestellung. Als Pforzheims seltsam anmutende kaugummikauende Liga-Torjägerin Desiree Kolasinac aktiver wurde, reagierten die Coaches mit einer kurzen Deckung (14.), zwei Angriff später wurde zusätzlich Spielmacherin Milica Vlahovic an die kurze Leine genommen.

Auf der Höhe präsentierte sich der Abwehrverbund, der später wieder von den kurzen Deckungen abließ. Kolasinac, die bis dato im Schnitt acht Feldtore erzielte, markierte im gebundenen Spiel nur zwei Treffer, zwei weitere gelangen per Gegenstoß. Flexibel ging der ESV ans Werk, stellte mit wechselnden Systemen die Gäste vor neue Aufgaben. Als Beleg für das organisierte Miteinander ist zu werten, so dass man ohne Strafzeit auskam. Bezahlt gemacht hat sich ein Torwartwechsel hin zu Chiara Zellner, die mehr Fangglück als Vorgängerin Kristina Hurtova hatte. Das i-Tüpfelchen, ein Kempatrick von Natascha Weber auf Peter, war nicht von Erfolg gekrönt. Bei so viel Spielfreude ist aufgeschoben ja nicht aufgehoben…

Statistik

ESV 1927 Regensburg – TG Pforzheim 34:25 (19:12). 

Spielfilm: 3:2, 4:6, 12:7, 14:9, 16:11, 19:12 – 21:14, 23:16, 25:18, 29:19, 30:22, 33:23, 34:25. 

Strafwürfe: 6/6 – 7/6. 

Strafminuten: 0 – 6. 

Tore ESV: F. Peter 10, Bayerl 8, Schiegerl 9/6, Fuhrmann 3, Drachsler 2, Vetter, Weber.

Bericht: Mittelbayerische

Foto: sportfotos.nickl

3. Liga Süd
2019/20
ESV 1927 Bunker

3. Liga Süd
2019/20
TSV Haunstetten

Pos.MannschaftSpPktT(+/-)
11728107
2172766
3172241
4162154
5172131
6172125
71612-35
81711-52
91611-54
101611-56
11179-27
12176-100

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