Wenn sich zwei Erfolgsspuren treffen

Eine Serie muss reißen

 Handball 3. Liga: ESV 1927 will 2018 unbesiegt bleiben, Gastgeber Möglingen den fünften Sieg in Folge

REGENSBURG. Handballer spielen selten und vor allem ungern an Fasching, in der aktuellen Saison will es der durch die Frauen-Weltmeisterschaft im Dezember ohnehin schon ungewöhnliche Terminplan aber so. Die närrische Zeit passt aber zumindest ganz gut zur Tabelle in der 3. Liga Süd, denn neun Spieltage vor Rundenende befinden sich acht von zwölf Teams noch im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Schlusslichter SG OBK (1:25 Punkte) und FSG Waiblingen/Korb II (2:24) dürften sportlich nicht mehr zu retten sein, doch um den dritten Abstiegsplatz, Rang zehn, gibt es ein Hauen und Stechen.

Der ESV 1927 – obwohl noch unbesiegt im neuen Handballjahr und einer guten Hinrunde im Rücken – kann sich als Tabellenfünfter (15:11) längst noch nicht sicher fühlen, denn der Vorsprung auf den aktuellen Zehnten Herzogenaurach (10:16) beträgt fünf Punkte.

Gelingt am Sonntag aber die Wiederholung des Hinspielerfolgs in Möglingen (14:12), dann können Trainer, Spielerinnen und Verantwortliche zumindest langsam mit den Planungen für ein weiteres Jahr in der 3. Liga beginnen.

Dass Möglingen seit dem 15. November verlustpunktfrei ist, hätte vor Saisonbeginn niemand überrascht. Der TV konnte seinen ohnehin schon bärenstarken Kader vor der Runde noch mit der zweitligaerfahrenen Linkshänderin Freya Stonawski verstärken und zählten zu den Aufstiegsfavoriten.

Die ambitionierten Schwäbinnen wurden bereits am dritten Spieltag ausgebremst und unterlagen beim ESV mit 23:26 und hatten danach Schwierigkeiten. Erst im November lief es wieder besser und seitdem hat Möglingen alle Partien gewonnen. Dass eine Serie von 8:0 Punkten nötig war, um sich auf Rang sieben vorzuschieben, zeigt, wie eng das Feld beisammen liegt.

Vor Jahresfrist konnte sich Möglingen gegen die Tabellennachbarn Kandel (27:20-Auswärtsieg) und TSG Ketsch II (38:23) behaupten, 2018 gab es bislang Erfolge 30:27 gegen Waiblingen/Korb II und zuletzt bei der SG OBK (33:25) zu bejubeln. Dass sich der TV gerade gegen Waiblingen/Korb so schwer tat, lag an der Kreuzbandverletzung von Denise Geier. Der torgefährliche Dreh- und Angelpunkt war auch beim ersten Vergleich mit Regensburg mit sieben Feldtoren die gefährlichste Angreiferin.

Auch der ESV muss auf seine treffsicherste Spielerin aus dem Hinspiel verzichten: Juniorennationalspielerin Franzi Peter, die damals achtmal netzen konnte, laboriert weiter an einer Fußverletzung. Das spielfreie Wochenende zuletzt brachte die Linkshänderin aber ebenso wieder eine Woche näher an ihr Comeback wie auch Allrounderin Anna Fuhrmann.

Die bereits für die britische Nationalmannschaft aktive Allrounderin fehlt ihrem Team schon seit Mitte November mit einer langwierigen Ellenbogenverletzung. Beide Spielerinnen werden schmerzlich vermisst, doch das Fehlen konnte zuletzt kompensiert werden.

Gerade Linkshänderin Andrea Vlachova nutzte die zusätzliche Einsatzzeit gut aus (6 Feldtore) und bildete mit Rechtsaußen Mirela Negrutiu-Chirila (8) ein starkes Duo auf dem rechten Flügel. „Andi hat das super gemacht“, lobt Trainer Stefan von Frankenberg die 22-jährige Tschechin und hofft auf eine ähnliche Vorstellung am Sonntag. „Wenn wir so spielen wie in der zweiten Hälfte gegen Kandel, dann können wir auch aus Möglingen die Punkte entführen.“

Da passte in der Tat sehr viel: Das variable Angriffsspiel mit hoher Trefferquote und wenig Ballverlusten sowie eine variable Deckung mit einer guten Torhüterin. Allerdings lieferte der ESV das gegen Kandel nur eine Hälfte lang ab, im Schwabenland müssen die „Eisenbahnerinnen“ 60 Minuten am oberen Limit agieren.

„Möglingen ist auch ohne auch ohne Denise Geier noch sehr gefährlich und hat mit Franziska Ramirez, Freya Stonawski und den Fischer-Schwestern immer noch viele Topspielerinnen im Aufgebot.

Da ihr Restprogramm schwierig ist, werden sie gegen uns alles in die Waagschale werfen“, warnt von Frankenberg. Der Coach setzt aber auf sein 2018 noch unbesiegtes Team und hofft – passend zum Fasching – auf eine stimmungsvolle Heimfahrt im  Mannschaftsbus.

Infos zur Auswärtsfahrt:

Abfahrt So. 11.02.18 – 10:30 Uhr

Abfahrsort: Parkplatz ESV-Halle

Anwurf: 16:30 Uhr