Vorbericht zum Spiel gegen Haunstetten [MZ]

Kantersieg gegen TG Pforzheim macht Appetit auf den TSV Haunstetten

 Nach dem Heimspiel ist vor dem Heimspiel: ESV 27 scheint für die ambitionierten Schwäbinnen gerüstet.

 

 von Gerd Winkler, MZ

 

REGENSBURG. Der in der Vorsaison um Haaresbreite am Aufstieg vorbeigeschrammte Ex-Zweitligist TSV Haunstetten kann am Samstag in die Domstadt kommen! Die Handballfrauen des Drittligisten ESV 27 Regensburg scheinen für die „erste Nagelprobe“, so der erwartungsfrohe Abteilungsleiter Dieter Müller gewappnet: „Ich bin mir sicher, dass wird ein riesig gutes Handballspiel“. Und nimmt dabei die Schwaben ins Boot: „Haunstetten spielt eine herausfordernde 3:2:1-Abwehr, das wird richtig interessant“.

Dass seine „Bunker-Ladies“ im Ausweichquartier Sporthalle Königswiesen ihren Teil zu einem Topspiel beitragen werden, davon ist Müller seit Samstagabend überzeugt. Drittliga-Aufsteiger TG Pforzheim hatte gegen die neuformierte Truppe des ESV beim 41:30-Heimsieg nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. „Die ersten zwanzig Minuten war ein ganz ganz feiner Handball: schnell, technisch gut, bissig in der Abwehr, bissig im Angriff“, ist Müller beeindruckt vom Gebotenen: „Wenn wir das über nahezu sechzig Minuten spielen können, sind wir ein absolutes Spitzenteam“.

Das einzige Manko sei gewesen, dass „wir die Außen noch zu wenig angespielt haben, für die Qualität die wir da draußen haben“. Besonders angetan war er über die im Vergleich zur Vorsaison nicht wieder zu erkennende Linkshänderin Andrea Vlachova, die mit elf Feldtoren ihre Ausbeute auf deren 21 erhöhte – nach der zweiten Partie. „Ich habe zu jedem immer gesagt, Andrea hat unwahrscheinliches Potential. Sonst hätte ich sie ja nicht geholt“, fühlt sich der 63-Jährige nun bestätigt. „Das Mädel hatte in den bisher zwei Jahren null Selbstvertrauen“. Dass die 22-Jährige Halbrechts nach der dritten Zeitstrafe (58.) aus dem Verkehr gezogen war, ist für Müller ein Beleg „für ihre Bissigkeit. Sie brennt nun und da kassiert man halt auch Strafzeiten“.

Erfreut war der Abteilungsleiter zudem über Andreea Popovici: „Sie reagiert schnell! Sei es bei den Abprallern hinten, sei es bei den Abprallern vorne“. Das zeige die Klasse der kürzlich nach Regensburg gezogenen Linksaußen – „und das mit erst 17 Jahren“. Obwohl die Rumänin noch Verständigungsprobleme habe, beorderte Coach Stefan von Frankenberg Popovici in der zweiten Hälfte als „Einser“ in die 5:1-Abwehr. „Sie hat instinktiv das Richtige gemacht“, lobte er. Überhaupt: Nach dem von einer Verletzungsmisere geprägten Frühjahr ist nun eine Handschrift des Trainers zu erkennen. Oberstes Gebot dürfte die taktische Disziplin sein, die in der ersten Überzahl (9.) augenscheinlich war: Bei Sechs gegen Fünf nehmen die Außen den Rückraum-Halben nicht mehr den Raum und stehen auf der Torauslinie.

„Wir können auf die letzte Saison aufbauen, das hat sich in der Vorbereitung verfestigt und ich habe jetzt auch die Spielerinnen dazu“, begründet von Frankenberg, nun die zweite Saison auf der Trainerbank, die Fortschritte. Und: „Auch ich habe diese Jahr gebraucht, um in der Liga anzukommen“. Jetzt komme man dahin, was er sich das vorstelle.

Zu sehen war das ebenfalls an der ersten und zweiten Welle, der bisher größten Baustelle. Der 46-Jährige sagt dazu: „Das ganz schnelle Spiel haben die Mädels bisher ja nicht gespielt“. Das Kontern ist dem konzentrierteren Arbeiten am eigenen Kreis sowie der neuen Torfrau Kristýna Vidršperková zu verdanken. Von Frankenberg beschreibt die Vorzüge der Tschechin: „Sie ist eine komplette Torhüterin. Kristýna pflückt richtig die Bälle aus dem Rückraum weg, ist auf der Linie und beim Rauslaufen stark“.

 

Torwarttrainer: Neu im Team hinter dem Team ist seit dem Sommer Torwarttrainer Jan Kauer. Der 26-Jährige nahm sich während der Auszeiten im Pforzheim-Spiel Kristýna Vidršperková und Chiara Zellner zur Seite, um sich zu beraten.

 

Haunstetten: Der Ex-Zweitligist setzte zuletzt seine Heimpremiere gegen den SV Allensbach mit 20:22 (8:9) in den Sand. Der TSV lag nur bei 18:17 (51.) in Front. Zwei Zeitstrafen (54., 55.) in der Schlussphase schlugen wohl durch.