Vorbericht zum Derby [MZ]

Haunstetten ist für den ESV 27 ein anderes Kaliber als Pforzheim

 Frauen-Handball: Die Regensburger „Bunker-Ladies“ müssen mit einer aufwendig auszuhebelnden 3:2:1-Deckung des TSV rechnen.

 

Von Gerd Winkler, MZ

 

REGENSBURG. Für die Zuschauer in der Sporthalle Königswiesen wird es vermutlich ein ganz anderes Spiel als am Samstag zuvor gegen den mit 41:30 niedergebügelten TG Pforzheim an gleicher Stelle. Während der Drittliga-Aufsteiger den Handballfrauen des ESV 27 Regensburg nicht die Stirn bieten konnte, gastiert am Samstag (19.30 Uhr) mit dem Ex-Zweitligisten TSV Haunstetten ein anderes Kaliber.

Pforzheimer Trainer Matthias Schickle anerkannte vor einer Woche: „Das war ein Klassenunterschied, Regensburg spielt einen sehr schnellen Handball“. Deren rechte Angriffsseite sei top und bei Eins-gegen-Eins die ESV-Akteure stärker. „Wir wussten, dass es eine nahezu unmögliche Aufgabe hier wird“, fühlte sich Schickle nach der Lehrstunde bestätigt ein: „Das war das Beste, was ich bisher auf den Videos über die Konkurrenten gesehen habe“.

„Es klingt etwas arrogant, Pforzheim ist noch gut davon gekommen“, blickt ESV-Coach Stefan von Frankenberg kurz zurück: „Nach der langen Unterbrechung in der 52. Minute sind wir nicht mehr in Tritt gekommen und haben die letzten acht Minuten 3:6 verloren“. Deshalb habe man wegen des Torverhältnisses gegenüber Ketsch die Tabellenführung verpasst. Bis zur 52. Minute sah von Frankenberg im Vergleich zum 32:29-Auftaktsieg beim ambitionierten SV Allensbach keinen Unterschied: „Die Mädels machen es nicht vom Gegner abhängig, die ziehen ihr Ding durch“.

Haunstetten dürfte einen Durchhänger noch besser nützen. Die Gäste, in der Vorsaison am letzten Spieltag an der Rückkehr in die 2. Liga gescheitert, werden den ESV mit der meist praktizierten 3:2:1-Deckung sowieso mehr fordern. Sprich: Ein klassischer Abnützungskampf steht bevor. An Regensburgs Kreis sind die Schwaben leichter zu bespielen. Von Frankenberg: „Die haben keine großgewachsene Werferin, die müssen volle Kanne über das Eins-gegen-Eins kommen“. Deshalb ist der TSV relativ ausrechenbar. Erstmals im Drittliga-Kader des ESV stehen die Youngster Sara Ohsam und Pia Klenk, die zuvor im Landesliga-Team gegen Obertraubling auflaufen. „Wenn es sich ausgeht, vielleicht kommen sie ein paar Minuten zum Einsatz“, überlegt der Coach.

Unterdessen ist sich Haunstettens Trainer Herbert Vornehm der Herausforderung bewusst: „Ich brauche mir nur die Ergebnisse anschauen: in zwei Spielen wirft der ESV über 70 Tore!“ Erst recht warnt er nach dem Studium der Videos: „Franzi Peter ist eine Ausnahmespielerin, Andrea Vlachova in toller Verfassung und Anna Fuhrmann, die ist eigentlich eine Linksaußen, macht das auf Halblinks klasse“. Das Spiel könne nur in der eigenen Abwehr gewonnen werden. Vornehm ergänzt: „Das liegt auf der Hand, den starken Rückraum irgendwie in den Griff zu kriegen“.

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Frauen:

 Dritte Liga Süd: Sa., 19.30 Uhr (Sporthalle KöWi): ESV 27 Regensburg – TSV Haunstetten. Nach dem 41:30-Heimsieg über Neuling Pforzheim stellt sich Trainer Stefan von Frankenberg nun auf erheblich mehr Widerstand für seine „Bunker-Ladies“ gegen den Ex-Zweiligisten ein. „Wir wissen Bescheid und sind darauf eingestellt“, ist er von Haunstettens bevorzugt gespielter 3:2:1-Abwehr im Bilde. Die Gäste, die von 2014 bis 2017 in der 2. Bundesliga mitmischten, kommen ohne Annika Schmid. Die Verletzte ist in Abwehr wie Angriff eine nicht wegzudenkende Größe. Vorsaison: 31:29, 24:33.

 

Bayernliga:

Sa., 16 Uhr: SG Mintraching/Neutraubling – 1. FC Nürnberg. „Ich hoffe, dass wir in der Abwehr besser spielen, das haben wir im Training auch angesprochen“, sagt SG-Übungsleiter Wolfgang Völkl, dem weiter die Urlauberinnen Jenny Konietzko, Jana Quint und Steffi Schukalla fehlen sowie die verhinderte Kathrin Reif. Das vor der Saison mit Anna Seidel (SG Rohr/Pavelsbach) und Anja Hirschmann (HG Amberg) verstärkte Nürnberg kommt mit Interimstrainer Michael Fuchs. Während der Vorbereitung hatte sich der FCN vom neu verpflichteten Ragnar Mahn getrennt. Vorsaison: 24:20, 28:26.

 

Landesliga Nord:

Sa., 16.30: ESV 27 Regensburg II – SV Obertraubling. „Die Mädels sind heiß auf‘s Derby und wollen zeigen, dass sie es besser können als zuletzt“, kündigt ESV-Coach Daniel Kessler an: „Es wird aber sicher eine schwere Partie für uns“. Denn mit Jasmin Ellwanger fehlt eine Schlüsselspielerin und unter der Woche kränkelten Linda Baumgardten und Alina Hecht. In den zwei Trainingseinheiten unter der Woche sei an den Abläufen gearbeitet worden, um die besser auszuspielen und die richtige Option zu finden, berichtet Kessler. Derweil sieht SVO-Trainerin Judith Pimpl ihre Truppe im Nachteil: „Der ESV harzt ja sehr viel, meine Mädels haben ein Problem damit“. Pimpl hofft im Falle einer kurzen Deckung gegen Dreh- und Angelpunkt Susi Adam, dass deren Nebenleute Verantwortung übernehmen: „Wir trainieren auf das immer hin und im Pokal konnten wir es gut verteilen“. In den zwei Punktspielen ist das nicht umgesetzt worden: „Das ist schwierig aus den Köpfen rauszubringen, weil es schon in der Bezirksoberliga eine One-Mann-Show war“. Vorsaison: 21:12, 24:26.

 

Die letzte Begegnung im Video:

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