Vorbericht ESV vs. Freiburg [MZ]

ESV tut sich gegen die Topteams leichter

Der Drittliga-Dritte erwartet Tabellenführer Freiburg. 

von Gerd Winkler, MZ

Nicht immer ist die Tabelle auf den ersten Blick zu erklären, zu deuten, zu interpretieren. Die Drittliga-Frauen des ESV 1927 Regensburg (3., 18:10 Punkte) sind so ein „Fall“, wo es einen zweiten Blick braucht. Fünf Niederlagen stehen nach 14 Spieltagen zu Buche. Nach Jahren des Abstiegskampfs eine gute Zwischenbilanz.

Das Analysieren der Niederlagen bringt nichts Alltägliches zum Vorschein: Sämtliche Nuller kamen gegen dahinter platzierte Teams zustande. Im Gegensatz dazu stehen die bisher drei Vergleiche gegen die ambitionierten HSG Freiburg (1., 24:4) und SV Allensbach (2., 20:8), in denen Franzi Peter & Co. alle sechs möglichen Zähler einfuhren.

Im Herbst in Allensbach (32:29) und in Freiburg (29:22) sowie zum Rückrundenstart im Dezember gegen Allensbach (21:19) schlug der ESV der Papierform ein Schnäppchen. Um die Erfolgsgeschichte abzurunden, fehlt „nur“ noch der zweite Sieg gegen Freiburg. An diesem Samstag wäre es so weit: Die HSG gastiert um 19.30 Uhr in der Sporthalle Königswiesen.

In den Hinterköpfen gespukt?

„Wir tun uns gegen die Spitzenteams leichter. Weil der Druck, den sich die Mädels selbst machen, nicht so groß ist“, begründet ESV-Trainer Stefan von Frankenberg die Erfolgsgeschichte. Gerade gegen die klar dahinter stehenden Teams würde seine Truppe verkrampfen, hat er festgestellt: „Deshalb haben wir die letzten beiden Spiele verloren.“

Vielleicht habe ja das Szenario – „naja, die zwei Auswärtsspiele gewinnen wir und dann kommt’s zum Showdown gegen Freiburg“ – in den Hinterköpfen gespukt. Nach den 60 Minuten in Pforzheim (10.) und in Haunstetten (7.) musste man sich mit 29:30 respektive 30:34 geschlagen auf die Heimreise machen.

„Den Mädels fehlt einfach die Erfahrung, gerade im Rückraum“, begründet von Frankenberg die unnötig zustande gekommenen Niederlagen. Ähnlich sei es beim 27:28 im Oktober bei der SG Kappelwindeck (6.) gewesen. Besonders bitter kam der Siegtreffer des Neulings zustande: Nach Ablauf der Spielzeit bekam der ESV per direkten Freiwurf aus der Halbposition den K. o. versetzt.

Von Frankenbergs Hinweis auf die fehlende Routine des Herzstücks, den drei Rückraumpositionen, belegen die Fakten. Franzi Peter (20 Jahre), Nicole Schiegerl (22), Anna Fuhrmann, Andrea Vlachova, Nicole Lederer, Natascha Weber (alle 23): Dass es hin und wieder in der Stresssituation an Übersicht fehlt, ist den jungen Jahren geschuldet.

Folgerichtig fehlt öfter am eigenen Kreis das Gefühl für die richtige Entscheidung und das Timing. Übrigens: Team-Seniorin ist Rechtsaußen Mirela Negrutiu-Chirila mit 36 Jahren, es folgt Kreisläuferin Doro Mooser (25).

Weitere Info zum Team:

ESV-Frauen: Mittelfristig dürfte Sophia Peter zum Rückraum dazustoßen. Trainer von Frankenberg will die körperlich unterlegene 15-Jährige, die wegen ihrer Zugehörigkeit zum DHB-Kader ein Sonderspielrecht erhalten hat, aber zunächst auf dem linken Flügel einsetzen.

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