Vorbericht Damen 1 vs. TSV Haunstetten

Das Derby als Wende?

Mit Hauptsponsor AOK im Rücken gegen den Tabellenführer

Die Kräftemessen zwischen dem TSV Haunstetten und dem ESV 1927 Regensburg waren nie langweilig, oft umkämpft und nicht selten hitzig geführt. Die Schwaben bezeichnen die Oberpfälzer sogar als Erzrivalen und konnten in der Vorrunde das Duell mit 33:24 klar für sich entscheiden. So klar war die Partie aber lange Zeit nicht, denn Regensburg war lange ebenbürtig. Doch dann schwächten eine Verletzung von Anna Fuhrmann und eine Blaue Karte gegen Rechtsaußen Mirela Negrutiu-Chirila, die sich provozieren hatte lassen, die Regensburgerinnen letztlich zu stark und die Begegnung kippte in Richtung des TSV. Seitdem ist Zweitligaabsteiger auf Kurs und hat den durchwachsenen Saisonstart vergessen gemacht.

Die letzte Niederlage des Spitzenreiters datiert vom 18. März – eine 33:37-Auswärtsniederlage in Möglingen. Bis dahin hatte die Truppe von Trainer Herbert Vornehm seit Ende November keinen Punkt mehr abgegeben. Bei den Regensburgerinnen verläuft die Tendenz absteigend: Die 20:27-Niederlage in Herzogenaurach vor einigen Wochen hat die Spielerinnen offenbar so verunsichert, dass auch die folgenden Auftritte gegen Freiburg und Allensbach wenig mit der Mannschaft zu tun hatten, die in der Hinrunde noch begeisternden Handball geboten hatte und auch in das Jahr 2018 mit drei Siegen gestartet war.

Das spielfreie Wochenende zuletzt sollte für einen freien Kopf gesorgt haben und das Derby ist die perfekte Gelegenheit, eine Trendwende herbeizuführen, auch wenn das Vorhaben natürlich eine Herkulesaufgabe darstellt. Die Lust auf eine Revanche ist jedenfalls groß bei den Oberpfälzerinnen, auch wenn der Klassenprimus klarer Favorit ist und auf dem Rückweg in die 2. Liga keine Punkte in Regensburg liegen lassen möchte. Die “Eisenbahnerinnen” müssen spielerisch und kämpferisch einen Sahnetag erwischen und benötigen obendrein das nötige Fortune und die Unterstützung der Zuschauer in der Sporthalle Königswiesen. Angesichts der Tabellensituation – der erste Abstiegsplatz Rang zehn ist durch drei sieglose Spiele in Serie merklich näher gerückt – täten nicht eingeplante Bonuspunkte extrem gut.

Ansonsten könnten die verbliebenen beiden Spieltage – das Auswärtsspiel beim Tabellendritten Bietigheim II und das Saisonfinale gegen den Zweiten Metzingen – zur Zitterpartie werden. Und das braucht in Regensburg nach den Erfahrungen aus den Vorjahren niemand mehr. Deswegen heißt es, mit heißem Herzen und kühlem Kopf ins Derby zu gehen. Denn wenn Haunstetten irgendwo zu packen ist, dann außerhalb der heimischen Albert-Loderer-Halle, wo die Schiedsrichter häufig sehr viel laufen lassen und die aggressive Deckung weniger oft bestraft wird. So oder so: Die Gastgeberinnen dürfen sich von der Gangart nicht einschüchtern lassen und müssen dagegen halten. Beide Teams brauchen die Punkte und deshalb dürfen sich die Zuschauer – ganz in der Tradition der meisten Vergleiche – auf ein heißes Duell freuen.

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