Vorbericht Damen 1 vs. Gröbenzell

Ein ganz besonderes Derby

 Die ESV-Handballerinnen erwartet im Duell mit dem HCD Gröbenzell in Fürstenfeldbruck eine Rekordkulisse

Die Woche der Drittliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg war sehr ereignisreich und nicht minder erfreulich: Am Samstag vor Wochenfrist hatte das Team von Trainer Udo Hermannstädter beim 29:20-Heimsieg endlich den ersten Heimsieg errungen und damit die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben gehalten.

Kurz danach wurde aus dem Gerücht Gewissheit, dass Franziska Peter vom Bundesligisten HC Leipzig in ihre Heimatstadt zurückkehren würde. Die Euphorie nach der Rückkehr der „verlorenen Tochter“ zu ihrem Heimatverein ist dementsprechend groß, doch die Mitspielerinnen dürfen nicht den Fehler machen, dem Ausnahmetalent zu viel aufzubürden. Im Handball kann eine Spielerin zwar den Unterschied ausmachen, aber allein wenig ausrichten. Zudem ist die 17-Jährige durch die Wechselsperre von zwei Monaten erst Ende Januar spielberechtigt, sodass der bisherige Kader zunächst noch auf sich allein gestellt sein wird.

Im letzten Spiel des Jahres am Samstag wartet mit dem Tabellendritten HCD Gröbenzell eine extrem hohe Hürde. Der bayerische Rivale um die Ex-Regensburgerinnen Vera Balk und Aline Fischer spielt eine überragende Runde: Acht Siegen in Serie zum Auftakt folgte zuletzt zwar eine überraschend deutliche 27:37-Auswärtsniederlage in Allensbach, doch dass man beim Zweitligaabsteiger hoch verlieren kann, musste der ESV bereits am ersten Spieltag der Saison erfahren.

Die „Gröbis“ sind zusammen mit Allensbach dem verlustpunktfreien Spitzenreiter TSG Ketsch auf den Fersen, bei dem der HCD eine Woche später zum absoluten Topspiel antreten wird. Keine Frage also, dass die Mannschaft des Trainerduos Hendrik Pleines/Harald Fischer sich gegen Regensburg keinen Ausrutscher erlauben möchte und auch darf. Das Derby findet in einem außergewöhnlichen Rahmen statt: Beim sogenannten „Drittliga-Date“ bestreiten die Gröbenzellerinnen  das Vorspiel zum Drittliga-Derby der Männer aus Fürstenfeldbruck gegen Bad Neustadt.

Der HCD tritt deshalb nicht in der heimischen Wildmooshalle, sondern in Fürstenfeldbruck an, wird dafür aber mit einer Kulisse von rund 1000 Zuschauern entschädigt. Ein toller Rahmen, zu dem die junge Regensburger Mannschaft ihren Teil beitragen möchte. Denn so gut die Leistung gegen Möglingen auch war: Der ESV muss noch viele Vorstellungen dieser Art abrufen, um die Liga doch noch halten zu können. Deswegen soll das Handballjahr 2016 unbedingt mit einer guten Vorstellung – und am liebsten mit einer Sensation – beendet werden.

 

Dritte Liga, Frauen:

 

Sa., 17 Uhr: HCD Gröbenzell (3., 16:2 Punkte) – ESV 27 Regensburg (10., 4:16).

Vorsaison:  34:23, 22:22.

 

 „Vor 1000 Zuschauern spielt man im Damenhandball nur ganz selten“, freut sich ESV-Coach Udo Hermannstädter auf das Spiel in Fürstenfeldbruck. „Wir dürfen uns aber weder von der Kulisse, noch von der Bilanz Gröbenzells beeindrucken lassen“, sagt Hermannstädter.

„Gröbenzell ist haushoher Favorit, aber wir wollen das Selbstvertrauen, das wir gegen Möglingen aufgebaut haben, nicht sofort wieder verlieren. Wir müssen kämpfen wie die Löwen, um uns mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause verabschieden zu können.“

Dass Gröbenzell nicht in eigener Halle, sondern in Fürstenfeldbruck antreten wird, könnte den Tabellendritten vielleicht ein paar Prozent kosten, hofft Hermannstädter. Und ein Derby mit anderen Gesetzen könnten die akut abstiegsgefährdeten Gäste, die noch ohne Rückkehrerin Franzi Peter antreten müssen, dringend gebrauchen.

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