Verantwortung auf viele Schultern verteilt

Die Turnierbilanz der DHB-Juniorinnen

Selbstbewusstsein ja, aber definitiv keine Überheblichkeit – das ist eine der Kernthesen, die die deutschen Juniorinnen aus dem überaus erfolgreichen Vier-Länder-Turnier in Niedersachsen mit in die Qualifikation für die Europameisterschaft nehmen. „Portugal ist für uns das warnende Beispiel.

Sie hatten vergangenes Jahr das Testturnier gewonnen, waren dann aber in der Qualifikation gescheitert. Aber bei unserer Mannschaft mache ich mir keine Sorgen, dass sie abhebt, die behält die Füße schön auf dem Boden“, sagt DHB-Trainerin Marielle Bohm, die die weibliche U19 gemeinsam mit Jens Pfänder betreut.

Am vergangenen Wochenende hatte die DHB-Auswahl Portugal (29:24), Spanien (33:28) und Frankreich (28:20) teilweise überraschend deutlich geschlagen. Ab Freitag (Anwurf 19.30 Uhr) wartet nun die EM-Qualifikation in Regensburg, wo es zunächst gegen Lettland und dann am Sonntag (14.30 Uhr) gegen Polen geht.

Nur der Sieger qualifiziert sich für das EM-Turnier in Slowenien (27. Juli bis 6. August). Diese EM ist die letzte, für die es im Vorfeld Qualispiele gibt. Ab der U19-EURO 2019 sind die 16 besten europäischen Teams – wie jetzt schon für die U17 – automatisch qualifiziert.

Soweit blicken Bohm und Pfänder noch nicht voraus, viel wichtiger sind dem Trainerduo die positiven Erkenntnisse aus dem Turnier in Niedersachen: „Die Mannschaft, die in dieser Besetzung und mit uns als Trainer ihre ersten Länderspiele absolvierte, hat sich sehr gut geschlagen.

Sowohl im Angriff als auch in der Abwehr wurden die Vorgaben aus dem Training sehr gut umgesetzt. Das hat uns richtig Spaß gemacht – und ist ein sehr gutes Zeichen für die Qualifikation“, sagt Pfänder, der einen weiteren wichtigen Punkt unterstreicht: „Das Team zeigte eine tolle mannschaftliche Geschlossenheit, wir haben allen Spielerinnen Spielpraxis gegeben, und alle haben sich eingebracht. Die Belastung und Verantwortung wurden auf viele Schultern verteilt. Dennoch haben sich in Mia Zschocke und Amnelie Bayerl auch die beiden Führungsspielerinnen herauskristallisiert.“

„Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, und gegen völlig unterschiedlich spielende Gegner überzeugt. Gerade gegen Frankreich sind wir über 60 Minuten hochkonzentriert aufgetreten“, sagte Bohm, die wie Pfänder auch die beiden Torfrauen Katharina Filter und Sarah Wachter lobt.

„Am Sonntagabend durften die Spielerinnen natürlich ein bisschen feiern, am Montag konnten sie bei der Fahrt nach Regensburg abschalten – und ab Dienstag gilt die ganze Aufmerksamkeit den EM-Qualifikationsspielen.“

Gesamtstatistik DHB-Auswahl beim Vier-Länder-Turnier:

Deutschland: Katharina Filter (Buxtehuder SV), Sarah Wachter (TV Nellingen/SC Korb) – Louisa De Bellis (SG BBM Bietigheim/5), Nina Reißberg (HC Leipzig/4), Amelie Berger (TSV Bayer 04 Leverkusen/7), Nina Fischer (SG BBM Bietigheim/5), Amelie Bayerl (TSV Ismaning/HCD Gröbenzell/5), Mia Zschocke (TSV Bayer 04 Leverkusen/13), Elisa Stuttfeld (TV Nellingen/6), Franziska Peter (ESV 1927 Regensburg/9), Isabelle Dölle (HSG Hannover-Badenstedt/6), Lena Degenhardt (SG H2Ku Herrenberg/8), Julia Maidhof (Bensheim Auerbach/3), Annika Lott (TSV Bayer 04 Leverkusen/6), Alicia Soffel (FSG Mainz 05/Buddenheim/6), Selina Kalmbach (Neckarsulmer SU/7)

Quelle: DHB

Foto: Jörg Zehrfeld

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