U19 Europameisterschaft

DHB-Juniorinnen verpassen Halbfinale

Celje/Slowenien. Die Hauptrunde der Handball-Europameisterschaft der Juniorinnen verlief gar nicht nach dem Geschmack der deutschen U19, die sich am Mittwoch erst Montenegro mit 23:27(12:12) und am Donnerstag schließlich Weltmeister Dänemark äußerst knapp mit 21:22(6:14) geschlagen geben musste.

Gegen Montenegro lief zunächst noch alles nach Plan und das Team des Trainerduos Marielle Bohm/Jens Pfänder führte nach 21 Minuten mit 11:9. Einige Ballverluste durch Fehlpässe an den Kreis versetzten die körperlich deutlich überlegenen Montenegrinerinnen in die Lage, selbst ihre bärenstarke Kreisspielerin Tatjana Brnovic in Szene setzen zu können. Die war von der deutschen Defensive zu keiner Zeit in den Griff zu bekommen und holte auch noch zahlreiche Zeitstrafen heraus – darunter auch zwei gegen die Regensburgerin Franziska Peter (1 Feldtor), die rotgefährdet deshalb nur zu wenig Einsatzzeit kam. Der 12:12-Halbzeitstand ließ zunächst noch alle Möglichkeiten offen, doch ein von Brnovic maßgeblich beeinflusster 4:0-Lauf brachte Montenegro auf die Siegerstraße. Deutschland agierte häufig in Unterzahl und zunehmend nervöser, dazu verhinderten Abwehr-Angriff-Wechsel das angesichts der körperlichen Unterlegenheit erforderliche schnelle Spiel. Montenegro gewann so am Ende etwas überraschend, aber verdient mit 27:23 und feierte ausgelassen. “Ich bin natürlich sehr enttäuscht über diese Niederlage. Wir haben uns mehr vorgenommen, als wir heute zeigen konnten“, resümierte Trainerin Bohm. „Wir sind heute an einer sehr cleveren Mannschaft gescheitert, haben es aber auch über die gesamte Spielzeit nicht geschafft, unsere Fehlerzahl zu minimieren.“

Gegen Weltmeister Dänemark sollten es frische Kräfte richten, doch die Skandinavier zeigten von Beginn an, warum sie im Turnierverlauf noch ohne Niederlage waren. Eine sehr gute Defensive und noch besseres Konterspiel brachten Dänemark eine 6:1-Führung nach zwölf Minuten. Deutschland agierte völlig verunsichert und ohne die nötige Durchschlagskraft, was in dem 6:14-Halbzeitstand resultierte.

Als das Kind schon in den Brunnen gefallen war, zeigten die deutschen Juniorinnen nach Wiederanpfiff eine Trotzreaktion. Angeführt von der zum zweiten Durchgang eingewechselten Franziska Peter, die mit fünf Treffern am Ende Topscorerin des DHB war und wie schon im EM-Auftaktspiel zur besten Spielerin gewählt wurde, startete Deutschland eine beeindruckende Aufholjagd. Die Abwehr setzte Dänemark nun gehörig unter Druck und die Ballgewinne wurden viel entschlossener als in der enttäuschenden ersten Hälfte genutzt. Der Weltmeister wankte, konnte am Ende aber ein Törchen seiner komfortablen Halbzeitführung zum 22:21-Sieg über die Ziellinie retten. „Nach der Niederlage und dem Auftreten meiner Mannschaft gegen Montenegro war das heutige Spiel sehr wichtig für uns, dass wir Charakter zeigen, dass wir aufstehen und uns so Selbstvertrauen für die zwei Platzierungsspiele holen“, sagte Bohm im Anschluss an die Partie. Am Freitag trifft Deutschland zum Auftakt der Platzierungsspiele um 12 Uhr auf Norwegen.

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