Spitzenspiel endet unentschieden

C-Juniorinnen punkten gegen Tabellenführer Allach

 

Der ungeschlagene Tabellenführer TSV Allach 09 (19:3 Punkte) gastierte beim Verfolger ESV 1927 Regensburg (17:5): Das Spitzenspiel der Bayernliga hielt auch genau das, was die Vorzeichen versprochen hatte. Die Gastgeberinnen zeigten von Beginn an, warum sie die Mannschaft der Stunde sind. Der Angriff agierte sehr variabel und die Abwehr ließ in den Anfangsminuten überhaupt keinen Gegentreffer der offensivstarken Oberbayerinnen zu. Nach etwas übersechs Minuten führten die jungen „Eisenbahnerinnen“ mit 5:0 und zwangen das Gästetrainerteam zur Auszeit.

Trotz des phänomenalen Starts musste Regensburg schon zu diesem frühen Zeitpunkt die zweite Hiobsbotschaft hinnehmen: Nachdem Neuzugang Mia König (herzlich Willkommen beim ESV, Mia!) aufgrund eines Verfahrensfehlers des BHV nicht aufgestellt werden durfte (eigentlich spielberechtigt, doch der Pass wurde versehentlich falsch ausgestellt) konnte auch Allrounderin Sara Assigno nach einem erfolgreichen Torwurf im ersten Durchgang aufgrund einer Blessur nicht mehr eingesetzt werden. Die Gäste hatten die Nervosität nun abgelegt, fanden fortan besser in die Partie und hatten nach 15 Minuten den Rückstand auf 8:5 verkürzt.

Ein Doppelschlag der starken Kreisläuferin Luzie Schürzinger erhöhte den Vorsprung des ESV aber wieder auf 11:6. In der Schlussphase des ersten Durchgangs kassierte Regensburg nach unnötigen Ballverlusten einige Konter, sodass der Vorsprung auf 14:12 zusammenschmolz. Kurz vor der Pause konnte Giorgia Di Matteo von Rechtsaußen auf den 15:12-Halbzeitstand stellen, der – zumindest augenscheinlich – ein wenig schmeichelhaft für den Spitzenreiter war. Besonders positiv aus ESV-Sicht war, dass in den ersten 25 Minuten von allen Positionen getroffen wurde und schon sieben verschiedene Torschützinnen im Protokoll notiert waren.

Der Tenor der Halbzeitansprache war klar: Weiter entschlossen in Richtung Tor gehen und die Chancen weiter hochprozentig nutzen.

Der Plan wurde nach Wiederanpfiff durchkreuzt, denn ESV-Goalgetterin Sophia Peter bekam frühzeitig ihre zweite Zeitstrafe. Angesichts der bestehenden Personalsorgen eine riesige Hypothek, da in der C-Jugend nicht nur in der Deckung nicht gewechselt werden darf, sondern auch offensiv verteidigt werden muss. Allach nutzte die Überzahlsituationen aus und zeigte, warum sie im Saisonverlauf noch nie verloren hatten.

Sara Assigno versuchte angesichts der Bedeutung der Partie eine Rückkehr aufs Spielfeld (Danke für den Einsatz, Sara!) und der Kämpfernatur gelangen bei zwei Ballkontakten sogar sensationelle zwei Tore, doch zu mehr als drei Kurzeinsätzen reichte es leider nicht. Die drei Regensburger Rückraumspielerinnen Peter, Maerle und Just verloren durch die aufopferungsvolle Abwehrarbeit gegen die bärenstarken TSV-Angreiferinnen nun immer mehr an Kraft und konnten im Angriff nicht mehr die gewohnten Akzente setzen. Hier fehlten einfach die Wechselmöglichkeiten auf den Schlüsselpositionen im Spielaufbau.

Zu oft wurden die Außen freigespielt, die nach Wiederanpfiff überhaupt kein Wurfglück mehr hatten. Allach nutzte das Momentum im Stile einer Spitzenmannschaft und vor allem die Siebenmeter und konnte in der 44. Minute nach einem Strafwurf erstmalig mit 24:23 in Führung gehen. Regensburg schlug aber zurück und holte sich seinerseits einen 1-Tor-Vorsprung zurück. In der 48. Minute erzielte die treffsichere Carmen Maerle das 27:26, doch eine Zeitstrafe im direkten Gegenzug samt Ausgleichstreffer ließ die Siegchancen schwinden. Kurz vor der Sirene verteidigte Regensburg in Unterzahl hervorragend und eroberte sogar den Ball, der letzte Wurf von der guten Alina Just brachte aber leider nichts mehr ein.

So endete das spannende Spitzenspiel unentschieden. Interimstrainer Robert Torunsky bilanzierte nach dem Thriller, der wie schon das Duell gegen Puschendorf in der Vorwoche Werbung für den Mädchenhandball war: „Gefühlt waren wir heute das bessere Team, auch wenn die Vorzeichen mit der verpatzten Spielgenehmigung und Saras Blessur genauso tragisch wie ärgerlich waren.“ Die Schiedsrichterleistung des Schwarzenfelder Gespanns Amode/Schrempel fand der Übungsleiter insgesamt gut, auch wenn die Strafwurf(9:3 für Allach)- und Zeitstrafenverteilung (12:6 Strafminuten für den ESV) ein wenig ausgeglichener hätte sein dürfen.

„Normalerweise verlierst Du in Unterzahl in der Schlussphase dann so ein Spiel, aber die Mädels haben toll gekämpft und dürfen stolz auf ihre Leistung sein.“ Dem sympathischen Gegner aus Allach dürfte die Meisterschaft nun nicht mehr zu nehmen sein – dazu herzlichen Glückwunsch aus der Oberpfalz! Für die Regensburgerinnen geht es in den verbliebenen beiden Auswärtsspielen darum, Rang zwei zu verteidigen und Bayerischer Vizemeister zu werden.

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Theresa Stahl, Sirin Aslanca, Lisa Preissler

Feld: Carmen Maerle 6, Luzie Schürzinger, Alina Just je 5, Sophia Peter 4/2, Sara Assigno 3, Julia Herrmann 2, Giorgia Di Matteo, Pauline Stumpf je 1 sowie Jessica Kulig, Sara Naskovska und Carla Fabian.