Spitzenleistung beim Heimturnier

B-Juniorinnen trumpfen bei Heimturnier groß auf und sichern sich Platz eins

Am vergangenen Samstag stand das die erste Qualifikationsrunde zur Handball-Bayernliga für die weibliche B-Jugend des ESV 1927 Regensburg auf dem Programm: Nach dem Saisonende im März hatte sich einiges getan: Drei altersbedingten Abgängen sowie der Ablauf des Zweifachspielrechts von Jasmin Lehner stand die Integration von neun ehemaligen C-Jugendlichen, von denen allerdings schon etliche in der abgelaufenen Runde B-Jugend-Luft geschnuppert hatten, gegenüber. Keine leichte Aufgabe für Neu-Trainer Robert Torunsky, der von Franzi Peter, Martina Rank und Philipp Stahl unterstützt wird, der innerhalb von wenigen Wochen eine neue Mannschaft formieren musste. Das klappte beim Vorbereitungsturnier, dem LEW-Cup in Schwabmünchen, Anfang April schon recht gut, wo das Team den zweiten Platz in einem starken Teilnehmerfeld belegte. Mit Lucia Kollmer (Wechsel nach Kiel) und Carmen Maerle (Handverletzung) standen beim Heimturnier nun aber zwei Größen nicht zur Verfügung, die eine wichtige Rolle eingenommen hätten. Dazu fehlten auch noch die privat verhinderte Torhüterin Sirin Aslan und die verletzte Sara Naskovska. Eine Prognose war also schwierig, dennoch war das Team, das von drei C-Jugendlichen unterstützt wurde, fest entschlossen, sich das Ticket für die zweite und entscheidende Runde zu sichern.

ESV 1927 Regensburg : HG Hemau/Beratzhausen 29:7

Im ersten Spiel wartete die HG Hemau/Beratzhausen, die als Nachrücker aus der Landesliga-Qualifikation (Erlangen II durfte nicht aufsteigen) überraschend in die Bayernliga-Quali gerutscht waren. Ex-ESV-Trainer Tom Kollmer musste ebenfalls einige Ausfälle beklagen, sodass seine Mannschaft im Turnierverlauf chancenlos sein sollte. Die Regensburgerinnen waren von Beginn an konzentriert und gewannen in der Deckung viele Bälle. Die wurden in der Offensive hochprozentig verwertet, wo sich besonders Annalena Kessler und Sophia Peter (je acht Treffer) hervortaten. Am Ende der einseitigen Partie stand nach nur 30 Spielminuten ein 29:7 auf der Anzeigetafel, das die Möglichkeit geboten hatte, allen Spielerinnen Einsatzzeiten zu geben und Kräfte zu sparen. Ein Sonderlob gab es für Alina Just, die im gesamten Turnier ihre Allrounderqualitäten unter Beweis stellte.

ESV 1927 Regensburg : HT München 18:12

Das Spiel zwischen Puschendorf und München sowie die Erfahrungen vom LEW-Cup und der Vorsaison hatten klar gemacht, dass im Kampf um die Plätze eins und zwei nun wesentlich mehr Gegenwehr zu erwarten war. Gegen München wäre trotzdem eine schnelle Vorentscheidung möglich gewesen, doch die super herausgespielten Möglichkeiten wurden zu selten genutzt. Insbesondere von der Linksaußenposition – alle Chancen wurden klasse von Lea Röhrl vorbereitet – trafen die Regensburgerinnen alles – nur eben nicht ins Tor. Sage und schreibe sechs Holztreffer in 15 Minuten sorgten dafür, dass München beim 7:5-Halbzeitstand aus ESV-Sicht noch aussichtsreich im Rennen lag. Nach Wiederanpfiff belohnten sich die ESV-Mädels aber für ihr tolles Spiel und gewannen sehr sicher mit 18:12. Das Highlight war der finale Treffer von Kreisläuferin Luzie Schürzinger, die einen Abwurf antizipierte und ins verwaiste HT-Tor traf.

ESV 1927 Regensburg : SV Puschendorf 23:15

Platz zwei war schon vor dem Anpfiff gesichert, nun sollte es gegen die sehr überzeugend aufgetretenen Puschendorferinnen noch eine Stufe höher hinausgehen. Evi Höllriegl störte als „Indianerin“ wie im gesamten Turnier erneut sehr gekonnt die Kreise des Gegners und hinten leistete Luzie Schürzinger im Verbund mit Sophia Peter und Lea Röhrl ganze Arbeit gegen die Puschendorfer BHV-Auswahlspielerin am Kreis. Dazu gewann Theresa Stahl klar das Duell der Torhüterinnen. In der Offensive lief es wie a Schnürchen: Sophia Peter führte überragend Regie und der ESV war von allen Positionen gefährlich und treffsicher. 23 Tore gegen einen richtig guten Gegner in nur 30 Minuten sagen alles. Den Schlusspunkt zum 23:15 nach einer Gala, zu der ein herrliches No-Look-Anspiel von Sophia auf Evi gehörte, setzte passenderweise das erst 12-jährige Mannschaftsküken Mia König.

Fazit: Das war ein richtig toller Turniertag, drei klare Siege und das Torverhältnis von 70:34 sprechen eine klare Sprache. Die ESV-Mädels waren bissig in der Abwehr und torhungrig im Abschluss. Die Mannschaft hat die Ausfälle super weggesteckt und sehr viel Spielfreude demonstriert. Großes Lob an das gesamte Team, auch an die Eltern, die die Orga super im Verbund gestemmt haben. Trotz der Freude über die hervorragende Leistung und den Turniersieg folgt der obligatorische Tritt auf die Euphoriebremse: Noch ist nichts erreicht und die Mannschaft muss am 12. der 13. Mai noch einmal alles investieren, um das Ticket für die höchste Spielklasse zu lösen. In dieser Form brauchen sich die ESV-Mädels aber vor keinem Team verstecken und dürfte bei wenigen Gegnern auf dem Auslosungs-Wunschzettel stehen.

 

Für den ESV 1927 Regensburg spielten:

Tor: Theresa Stahl, Lisa Preissler

Feld: Evi Höllriegl, Lea Röhrl, Sophia Peter, Annalena Kessler, Luzie Schürzinger, Alina Just, Jessica Kulig, Giorgia Di Matteo, Mia König und Julia Herrmann.

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