Spielbericht ESV 1927 vs. Haunstetten [MZ]

ESV 1927 holt sich den Platz an der Sonne in der Dritten Liga Süd

Frauen-Handball: Heiß umkämpftes Bayernderby gegen Haunstetten gewinnt Regensburg 28:23. Landesligist Obertraubling behält im Lokalderby gegen den ESV II die Oberhand.

 

 

von Gerd Winkler, MZ

 

REGENSBURG. Am Samstagabend, kurz vor 21 Uhr, war es soweit: Die Handballfrauen des ESV 27 Regensburg erobern die Tabellenspitze der Dritten Liga Süd. Vorausgegangen war vor einer großen Kulisse der erwartet intensive Schlagabtausch gegen den Ex-Zweitligisten TSV Haunstetten mit dem besseren Ende – 28:23 (15:13) – für die Blau-Schwarzen. Auf Kommando von Thierry Tricot, dem Vorsitzenden des Fördervereins, erhob sich der begeisterte Anhang von den Sitzplätzen und begleitete die Schlussminute mit Standing Ovations. Schon in den 59 Minuten zuvor sorgten in der Sporthalle Königswiesen die mit Trommeln und Tröten ausgerüsteten Schlachtenbummler hüben wie drüben für ohrenbetäubenden Lärm.

Typisch (gefühltes) (Lokal-)Derby: Zunächst wurde abgetastet. In der sechsten Minute kamen die Gäste zum ersten Feldtor durch Nicole Bohnert zum 0:2, in der achten Minute der ESV durch Andrea Vlachova zum 2:3. Es bekämpften sich nicht nur die Spielerinnen auf dem Feld hartnäckig, auch die Trainer ließen nichts unversucht. Taktik-Liebhaber kamen auf ihre Kosten: ESV-Coach Stefan von Frankenberg, der ständig seine neun Feldspielerinnen umpositionierte. Und TSV-Trainer Herbert Vornehm, der oft von der bevorzugten 3:2:1-Defensive abrückte, um den Spielfluss des ESV einzudämmen. „23 Gegentore – so verlierst du kein Spiel“, war nachher Regensburgs von Frankenberg mit dem Arbeiten am eigenen Kreis zufrieden: „Bei Eins-gegen-Eins ist sofort die Nebenspielerin da, um auszuhelfen“. Durchwachsen fiel sein Urteil über das Angriffsspiel aus. Phasenweise sei das Besprochene sehr gut gemacht worden, „phasenweise sind wir mit dem Ball aus dem Stand heraus auf die Abwehr drauf“.

Indes haderte Haunstettens Coach Herbert Vornehm mit „taktischen Undiszipliniertheiten“ in der Offensive: „Wir haben zu früh abgeschlossen“. Und in der TSV-Abwehr? „Wir sind zu wechselhaft gewesen, einfach nicht stabil, das hat sich zum Ende der ersten Hälfte schon abgezeichnet“, bekrittelte Vornehm.

Unterdessen feierte Frauen-Bayernligist SG Mintraching/Neutraubling mit 28:23 (13:11) gegen den 1. FC Nürnberg einen Heimsieg. Dass kurzfristig drei krankheitsbedingte Ausfälle zu verzeichnen waren, beeindruckte SG-Übungsleiter Völkl nicht: „Wir haben eine gut besetzte Bank“. Das Ergebnis passe, er wolle aber von den Mädels noch mehr, sagte Völkl hernach: „Wir können es besser – ein bissl mehr Bewegung, ein bissl strukturierter“. Die Gäste stellten eine 5:1-Defensive hin, „nicht ganz so offensiv wie erwartet. Wir haben uns nach und nach die richtigen Ansätze erarbeitet“, berichtete Völkl. Am eigenen Kreis sah er „kleine Schritte nach vorne“. Nürnberg habe im Angriff das gespielt, was man erwartet habe: „Sperre, absetzen oder einlaufende Außen – das haben wir in den Griff bekommen“.

Derweil warten die Landesliga-Frauen des ESV 27 II weiter auf den ersten Zähler. Das Lokalderby gegen den SV Obertraubling im heimischen „Bunker“ ging 17:20 (12:14) verloren. Ohne Fünf musste das Miniaufgebot der Gäste in der zweiten Hälfte Tribut zollen. „Wir haben viel in der Abwehr investiert, waren sehr beweglich und haben gut zugestellt“, begründete SVO-Trainerin Judith Pimpl den Kräfteverschleiß. Besser als bisher hätte sich ihre Crew bei der kurzen Deckung gegen Susi Adam angestellt, befand Pimpl: „Gerade in der ersten Halbzeit haben wir sehr gute Lösungen gefunden“.

Link zum Video