Spielbericht Damen II vom 09.01.2016:

ESV Regensburg II stürmt die Hölle-Süd

Unerwarteter 25:23 (12:13) Auswärtserfolg beim TSV Ismaning

Alles andere als gut waren die Voraussetzungen für den ESV 27 Regensburg vor dem Gastspiel gegen den TSV Ismaning. Neben Doro Mooser (Skiurlaub), Lisa-Marie Vasold und Sophia Rektorschik (beruflich verhindert) musste Trainer Paul Sommerer auch noch auf Corinna Kurz (krank) und seine neue Spielmacherin Kerstin Wyrwoll (verletzt) verzichten. 

Dafür konnte er aber mit Lisa Haberkorn, Linda Baumgarten und Andrea Vlachowa auf drei U23-Spielerinnen der 1. Damenmannschaft zurückgreifen.

Von Beginn an begegneten sich hier zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Ismaning mit der schon bekannten 3:2:1-Deckung versuchte gleich vom Start weg die Regensburger Angriffsbemühungen mit dieser sehr offensiv ausgerichteten Deckung im Keim zu ersticken. Doch die Gäste ließen sich davon nur wenig beeindrucken und kamen durch die einstudierten Spielabläufe immer wieder zu aussichtsreichen Torgelegenheiten speziell über den Kreis, in Persona von Lisa Haberkorn. Aber auch im Positionsangriff Eins gegen Eins wussten die Gäste zu überzeugen. Immer wieder gelang der Durchbruch über die Rückraumachse und die beiden Außenpositionen, welche unmittelbar zu Toren führten. Konnten die Gastgeberinnen dennoch den Torwurf frei am Kreis zu unterbinden, zog dies zumeist einen 7m-Strafwurf nach sich, welche Julia Sommerer bis auf einen einzigen sicher verwandeln konnte. An der Ausgeglichenheit des Spiels änderte sich auch nach der Umstellung der offensiven 3:2:1-Abwehr des TSV Ismaning auf eine defensivere 6:0 nichts.

Dann Schrecksekunde auf Regensburger Seite, Mariella Bertuccini verhakt sich mit dem linken Arm an ihrer Gegenspielerin und bleibt mit schmerzverzerrtem Gesicht verletzt in der eigenen Spielhälfte liegen. An ein Weiterspielen ist nicht zu denken, der Bereich um den Ellenbogen schwillt in wenigen Minuten stark an.

Die Begegnung blieb weiterhin hart umkämpft und keine der beiden Mannschaften konnte sich mehr als zwei Tore absetzen. Dabei wechselte die Führung mehrfach hin und her. Dass die Isis nur mit einer 13:12 Führung in die Pause gehen konnten, spiegelte die Ausgeglichenheit beider Teams wieder.

In der Halbzeitpause feilte Trainer Paul Sommerer zusammen mit seiner Mannschaft an den wenigen offensichtlichen Fehlern im eigenen Deckungsverbund. Im Angriff wollte man einfach nur weiter konzentriert spielen und die sich bietenden Chancen konsequent nutzen.

So kamen die Gäste voller Tatendrang aus der Kabine und fingen da wieder an wo sie vor der Halbzeit aufgehört hatten, nämlich mit einer konsequenten Abwehrarbeit und viel Bewegung im Angriff. So erwischten sie den wesentlich besser Start und konnten sich dank eines 4:0 Laufes gleich auf 16:13 absetzen. Doch die Isis fanden, wie auch schon in der ersten Halbzeit wieder besser ins Spiel und konnten in der Folge auf 17:18 verkürzen. Doch in den verbleibenden Spielminuten legten die Donaustädterinnen noch eine Schippe drauf und konnten sich bis erstmalig um vier Tore auf 22:18 absetzen. Trotz des vom Trainergespann Königsmann/Schwer genommenen Team-Timeouts und der dabei angeordneten Manndeckung gegen Linda Baumgardten und zeitweise auch gegen Mogli Ellwanger gelang es den Gastgeberinnen nicht mehr dem Spiel eine Wende zu geben. Die Gäste blieben trotz dieser taktischen Maßnahme konzentriert und erspielten sich weiter gute Torgelegenheiten. Den Schlusspunkt einer wirklich tadellosen Mannschaftsleistung setzten dann Linda Baumgardten von der Linksaußen-Position zum 24:21 und Lisa Haberkorn am Kreis zum 25:22. Jetzt, da nur noch 1½  Minuten zu spielen waren, war das Spiel zu Gunsten des ESV 1927 Regensburg entschieden. Nach dem Schlusspfiff, der beiden umsichtig leiten Schiedsrichter kannte der Jubel bei den Gästen keine Grenzen mehr.

Fazit:

Ich muss meiner Mannschaft heute ein riesen Kompliment machen. Sie sind als eine zusammengeschweißte Einheit aufgetreten und haben über die komplette Spieldauer um jeden Quadratzentimeter Halle gekämpft und gefightet. Wir haben heute in der Abwehr den Grundstein für unseren Erfolg gelegt. Der erweiterte Mittelblock mit Andrea Vlachowa, Lisa Haberkorn, Linda Baumgardten und Mogli Ellwanger haben super zusammengearbeitet und Ismaning immer wieder zu unvorbereiteten Würfen gezwungen. Aber auch unsere beiden Torhüterinnen haben eine super Leistung abgeliefert. Alina hat sehr viele wichtige Bälle, in teils hart umkämpften Phasen des Spiels  entschärft und Poschi hat vier von acht 7m-Strafwürfe gehalten, einfach sensationell. Im Spielaufbau und im Positionsangriff haben wir die Ruhe bewahrt und uns auch durch die in oder andere misslungene Aktion nicht verunsichern lassen. Wir haben geduldig auf die sich uns bietenden Chancen gewartet und diese auch konsequent genutzt. Linda hat super Regie geführt und Lisa hat die Ismaninger Abwehr am Kreis immer wieder vor unlösbare Aufgaben gestellt. Die Mädels haben während der gesamten Begegnung an sich geglaubt und man hat ihnen angemerkt, dass sie richtig Spaß hatten. Nächsten Sonntag bekommen wir es zuhause mit einem Titelanwärter und Aufstiegsaspiranten nämlich dem ASV Dachau zu tun. Sollte es uns gelingen eine ähnliche Leistung wie heute abrufen, haben wir durchaus eine Chance die Partie offen oder sogar für uns zu entscheiden. In der letzten Saison haben wir zuhause mehr als unglücklich mit 23:24 in letzter Sekunde verloren. Da ist also noch eine Rechnung offen.

Unser spezieller Dank gilt auch den Physiotherapeuten des TSV Ismaining, die sich in der Folge wirklich sehr professionell um Mariella gekümmert haben.

Mariella, wir alle wünschen dir, dass die Verletzung nicht so schlimm ist, wie es momentan den Anschein macht und hoffen, dass du bald wieder ins Team zurückkehren kannst !!!

Aufstellung mit Toren:

Alina Hecht, Andrea Poschenrieder (beide Tor), Lisa Haberkorn (4), Nina Peter (2), Julia Sommerer (6/5), Linda Baumgardten (5), Patricia Tillack (3), Mariella Bertuccini (1), Andrea Vlachowa (1) und Jasmin (Mogli) Ellwanger (3)

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