Spielbericht Damen I vs. Sulzbach/Leidersbach

Ein Tor zu wenig im Derby-Krimi:

ESV unterliegt Sulzbach/Leidersbach mit 28:29

Aus dem geplanten Befreiungs- wurde ein Nackenschlag: Am Samstagabend unterlag der ESV 1927 Regensburg im Drittliga-Derby der HSG Sulzbach/Leidersbach mit 28:29(14:12). Dies hätte aufgrund der Tabellenkonstellation und des Spielverlaufs gleich doppelt nicht passieren dürfen, denn die Regensburgerinnen verspielten nicht nur eine Fünf-Tore-Führung, sondern auch den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen.

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Dabei hatte es lange so ausgesehen, als ob die „Eisenbahnerinnen“ den bayerischen Rivalen distanzieren könnten. Die neue und alte Trainerin Judith Pimpl, die zu Wochenbeginn Udo Hermannstädter beerbt hatte, hatte ihr Team gut auf die Vier-Punkte-Bewegung eingestellt. Die Gastgeberinnen hatten die Nervosität, die in diesem Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt in der von Ballverlusten geprägten Anfangs- und Abtastphase offenbart hatten, zuerst abgelegt.

Der ESV musste das grippebedingte von Linda Baumgardten, zuletzt dreimal in Serie beste Werferin ihres Teams, kompensieren, wurde erstmalig in dieser Saison aber von Ex-Nationalspielerin unterstützt. Die 28-Jährige hatte nichts von ihrer Klasse eingebüßt und erzielte in der 6. Minute mit einem sehenswerten Heber die 3:2-Führung und war auch für das nächste ESV-Tor zuständig. Fortan lagen die Oberpfälzerinnen immer knapp in Front und die Gäste aus Unterfranken nahmen beim Stande von 8:6 ihre erste Auszeit. Davon profitierte zunächst aber das Heimteam, dass durch zwei Ballgewinne den Vorsprung auf vier Treffer vergrößern konnte.

Als dann auch noch Nikola Kubesova in doppelter und Lavinia Albescu in einfacher Unterzahl trafen, sah es beim 13:8 in der 23. Minute so aus, als ob nichts mehr schief gehen könnte. Das heiße Herz der Spielerinnen setzte in der Endphase des ersten Durchgangs aber den kühlen Kopf außer Kraft: Vermeidbare Ballverluste und Gegentore führten dann dazu, dass es zur Pause nur noch 14:12 für den ESV stand – angesichts der Feldvorteile war dies deutlich zu wenig und sollte sich später auch rächen.

Nach Wiederanpfiff taten sich die Gastgeberinnen immer schwerer, zum Abschluss zu kommen und mussten zudem knapp eine Viertelstunde auf Jugendnationalspielerin Franzi Peter verzichten, die auf der Bank vom Physio behandelt wurde. Und trotz einer von Trainerin Pimpl verordneten kurzen Deckung gegen die dominante Rhein-Main-Biene Julia Diehl witterten die Gäste Morgenluft. Die schwache Quote vom Siebenmeterpunkt – drei von fünf Strafwürfen wurden vergeben – sorgte dann dafür, dass die HSG in der 47. Minute sogar in Führung gehen konnte.

ESV-Trainerin Pimpl war auch über einige Entscheidungen des bis dahin souveränen Schiedsrichtergespanns erbost. Regensburg stemmte sich mit allen Kräften gegen die drohende Niederlage, die Spielerinnen hechteten nach den Bällen und auch die Rückwärtsbewegung war gut. Doch gleich mehrere unerklärliche Stellungsfehler in der Deckung, die in dieser Spielklasse einfach nicht passieren dürfen, machten die Anstrengungen zunichte.

Die ESV-Torhüterinnen konnten an diesem Abend die Schnitzer der Vorderleute nicht ausbügeln, während Gästekeeperin Jana Menge in der Schlussphase über sich hinauswuchs und mehrere freie Gelegenheiten entschärfte. Etwas über eine Minute vor dem Ende führte Sulzbach/Leidersbach mit 29:26, doch zwei Ballgewinne des ESV, darunter  ein sensationeller Walzik-Steal, brachte den  nicht mehr erwarteten Anschlusstreffer. Ein weiterer ermöglichte sogar noch die Chance zum so wichtigen Remis, doch es passte irgendwie zum Abend, dass die die Uhr zu spät angehalten wurde und die verbliebenen zwei Sekunden zu keinem kontrollierten Wurf mehr führten.

So konnten die Gäste einen glücklichen Auswärtserfolg feiern und die Plätze mit dem ESV tauschen, der sich für seinen enormen Einsatz nicht selbst belohnt hatte. So blieb Trainerin Pimpl nach der bitteren Pleite nur die undankbare Aufgabe, ihre am Boden zerstörten Spielerinnen wieder aufzurichten.

 Spielfilm: 1:2, 4:3, 6:5, 8:6, 10:7, 12:8, 13:10, 14:12  – 16:13, 17:15, 19:18, 20:21, 22:23, 24:25, 26:27, 26:29, 28:29.

Strafwürfe: 5/2 – 3/3.

Strafminuten: 10 – 8.

Tore ESV: Albescu, Fuhrmann je 7, Walzik 5, Vlachova 3, Kubesova 3/2, Haberkorn 2, Peter 1.

Bilder: https://www.facebook.com/Sportfotos-Regensburgde-199795526698640/?fref=ts

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