Spielbericht Damen I vs. Gröbenzell

Gemeinsamer Jubel beim ESV 1927

Die „Eisenbahner“ schaffen auf den letzten Drücker den Klassenerhalt in der 3. Liga. Gegner Gröbenzell spielt nun um den Aufstieg – das wurde gefeiert.

Regensburg. Ein Spektakel, das seinesgleichen sucht und unvergessen bleiben wird: Ein Duell mit einer Achterbahnfahrt der Gefühle lieferten sich am Sonntagnachmittag der akut abstiegsbedrohte ESV 27 Regensburg und der auf die Aufstiegsrelegation schielende HCD Gröbenzell am letzten Drittliga-Spieltag.

[huge_it_slider id=”2″]

Der offene Schlagabtausch mündete in ein 27:27 (17:12). Ein Remis, das in der aus den Nähten platzenden Tribüne an der Dechbettener Brücke für unbeschreibliche Jubelszenen auf und außerhalb des Spielfeldes sorgte, denn: Beiden Teams ist mit der Punkteteilung geholfen, weil die Konkurrenten am Tabellenende und an der Tabellenspitze patzten. ESV-Konkurrent Sulzbach/Leidersbach kam zuhause gegen Bietigheim II nicht über ein 29:29 hinaus bzw. kam erst mit der Schlusssirene per Strafwurf zum Ausgleich.

IMG_20160424_163500
Dank der Mannschaft an die Fans

Bei einem Sulzbacher Erfolg und damit Punktgleichheit mit Regensburg hätte die Truppe der überglücklichen Trainerin Judith Pimpl wegen des schlechteren Direktvergleichs (16:26, 28:29) das Nachsehen gehabt und wäre auf Platz elf abgerutscht.

Der nun ergatterte zehnte Platz, der zunächst Relegation bedeutet hätte, beschert (“zu 99,9 Prozent”, so Spielleiter Horst Keppler aus Stuttgart) den Klassenerhalt für die “Eisenbahner”. Endgültige Klarheit gibt es Ende der Woche, da sich vier Zweitligisten, die sich noch nicht verbindlich erklärt haben, parallel auch für die nächste dritte Liga angemeldet haben.

Gröbenzell kann nach dem 29:30-Heim-Ausrutscher des SV Allensbach gegen Freiburg für die Aufstiegsrelegation in die zweite Bundesliga planen. Bei Punktgleichheit hätten die Oberbayern wegen des Direktvergleichs (27:37, 30:28) das Nachsehen gehabt.

Vor einer Kulisse, die es nicht mal zu Zweitliga-Tagen gab, war bereits vor Anwurf beim Einschwören die Entschlossenheit der ESV-Akteure an Mimik und Gestik festzumachen. Die erste Sechs lief wie in den letzten Wochen auf: Sara Walzik (links) und Linda Baumgardten (rechts) auf den Flügeln, Anna Fuhrmann (links) und Franzi Peter (rechts) auf den Halbpositionen und Nikola Kubesova in der Mitte.

Am Kreis fing Lisa Haberkorn ab. Dahinter Torfrau Ines Flesch, die schon wieder einen Sahnetag erwischt hatte. Bei den Gästen lief Rechtshänderin Vera Balk auf Halbrechts auf, Aline Fischer am Kreis. Beide Ex-ESVler zeigten sich hochengagiert und setzten früh Duftmarken: Die ersten drei Treffer Gröbenzells erzielte Balk (6.). Dann war Fischer dran, die zur 9:8-Führung des HCDs viermal einnetzte. Zwischendrin (12.) traf Balk ein viertes Mal.

Es folgte die beste Phase des ESV: Halblinks Lavinia Albescu kam rein (16.) und die Spielanlage änderte sich. Plötzlich mit einer Distanzwerferin, die Rumänin bombte zum 9:9 (16.), 10:9 (18.), 12:9 (22.) und 14:11 (24.) ein, taten sich Räume für die Nebenleute auf. Bis zur Pause legten die Einheimischen ein 17:12 vor, das bei der Sirene frenetisch auf den Rängen gefeiert wurde. Wie verbissen es beim Bayernderby zuging, bewiesen beide Coaches, die engagiert an der Seitenlinie zu Werke gingen.

Nach dem Wechsel schien bei 19:12 (33.) die Vorentscheidung gefallen. Von wegen! Die Oberbayern agierten nun mit einer offensiven Abwehr und streuten in das Positionsspiel des ESV Sand. Der Vorsprung schmolz, weil nun die nach der Pause geschonten Balk und Fischer wieder mitmischten.

Der Rest war Dramatik pur und der offene Schlagabtauschendete mit einem Unentschieden, das für beide Teams – mit etwas Verzögerung durch die Ergebnismeldung aus den anderen Hallen – das große Glück bedeutete.

Von Gerd Winkler, MZ

Foto: Brüssel


Update:

Im Moment reicht Platz zehn

Die Spielleitung bestritt entsprechende Meldungen im Internet als voreilig: Marienberg sei kein ausdrücklicher Absteiger der Gruppe Ost, sondern werde bundesweit auf die Zahl aller Absteiger bzw. Aussteiger aus der 3. Liga angerechnet. Daraus errechne sich schließlich eine Summe an freien Plätzen für Nachrücker, die in einer Relegation unter den Tabellenzehnten aller vier Staffeln ausgespielt werden müssten.

(Quelle: http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/haspo-damen-jubeln-und-zittern-weiter_469774)

Translate »
%d Bloggern gefällt das: