Spielbericht Damen I vs. Bietigheim

ESV hält Druck stand und Hoffnung am Leben

Das Heimspiel am Samstagabend gegen die SG BBM Bietigheim II war für den ESV 1927 von enormer Bedeutung, denn die Pimpl-Truppe benötigte dringend Punkte, um den Klassenerhalt in der 3. Liga Süd doch noch schaffen zu können. Das Kräftemessen mit der starken Bundesliga-Reserve an sich war bereits eine Herkulesaufgabe für den dezimierten Kader, doch die Ausgangslage sollte sich während der Partie noch einmal verschlechtern, da Konkurrent Sulzbach/Leidersbach leicht zeitversetzt sein Heimspiel gegen Pforzheim gewonnen hatte.

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Die „Eisenbahnerinnen“ gingen mit dem Selbstvertrauen des sensationellen Auswärtssiegs bei der Übermannschaft und mittlerweile auch Zweitligaaufsteiger TSG Ketsch mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Zunächst waren es aber die Gäste, die in Führung gehen konnte. Drei Geschosse von SG-Halblinks Larissa Bürkle konnte auch die an diesem Abend überragende Ines Flesch nicht entschärfen und Bietigheim führte mit 5:3.

Eine frühe Zeitstrafe gegen Bürkle sorgte aber dafür, dass der ESV durch einen 3:0-Lauf nach elf Minuten erstmals selbst in Führung gehen konnte. Beide Mannschaften boten den Zuschauern eine gutklassige, umkämpfte und hochspannende Partie, die von starken Defensivreihen und noch besseren Torhüterinnen geprägt war. Der 12:12-Halbzeitstand war folgerichtig, denn beide Mannschaften scheiterten ähnlich häufig an den Schlussleuten.

Nach Wiederanpfiff wurde die intensive Begegnung zum Inbegriff einer Abwehrschlacht. Zahlreiche Holztreffer und Paraden sorgten dafür, dass bis zur 45. Minute nur noch jeweils zwei (!) Treffer fallen sollten. In dieser Phase setzte das heiße Kämpferherz der „Eisenbahnerinnen“ ein wenig zu oft den kühlen Kopf außer Betrieb: Technische Fehler und Fahrkarten nach überhasteten Abschlüssen sorgten dafür, dass Bietigheim insgesamt vier Treffer in Serie zum 16:14 erzielen konnte.

Ines Flesch vs. KetschESV-Trainerin Judith Pimpl nahm die Auszeit und kitzelte mit ihrer leidenschaftlichen Ansprache das Letzte aus ihren Spielerinnen raus. Die zeigten in der Defensive die beste Saisonleistung und bugsierten den Ball in der Offensive nun durch pure Willenskraft über die Torlinie des SG-Gehäuses. Die Gäste scheiterten häufig an Flesch und hatten auch bei Holztreffern Pech, sodass die offensiv ebenfalls glücklosen Gastgeberinnen ein 18:17 über drei Minuten lang verteidigen konnten.

32 Sekunden vor dem Ende war mit Sophia Rektorschik auf Rechtsaußen endlich eine Spielerin gefunden, die den Ball seit dem Doppelschlag von Linda Baumgardten in der Anfangsphase von dieser Position in die Maschen jagen konnte. Der Treffer war die umjubelte Vorentscheidung und der erzwungene schnelle Abschluss der SG landete ebenfalls beim ESV, für den Kreisläuferin Lisa Haberkorn quasi mit der Schlusssirene den 20:17-Endstand erzielen konnte.

Der Jubel kannte nun keine Grenzen und Regensburg hatte dem Druck standgehalten. Doch außer den beiden Punkten und tollen Momenten des Glücks ist noch nichts gewonnen: Um Sulzbach/Leidersbach, die parallel in Ketsch wohl keine Punkte holen werden, noch überholen zu können, muss am Samstag in Möglingen gewonnen werden. Dem Team ist das in dieser Form aber zuzutrauen und dann hätte der ESV im Heimspiel gegen Gröbenzell alles selbst in der Hand.

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Ines Flesch, Chiara Zellner

Feld: Franziska Peter (8/4), Nikola Kubesova (3/2), Linda Baumgardten, Lisa Haberkorn, Anna Fuhrmann (je 2), Lavinia Albescu, Sara Walzik, Sophia Rektorschik (je 1) sowie Nina Bestle.

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