Spielbericht Damen 1 vs. Freiburg

ESV sorgt für Paukenschlag

Drittliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg starten mit 29:26-Auswärtserfolg in Freiburg ins Jahr 2016

 Angesichts der unbefriedigenden Vorrunde, die der ESV auf dem Abstiegsplatz elf abschloss, klang das Vorhaben der Regensburgerinnen, im neuen Jahr alles besser zu machen, wie eine Durchhalteparole. Im Bezug auf die schwere Aufgabe bei der HSG Freiburg auch wie ein frommer Wunsch, denn das Team musste beim Tabellensechsten ohne Torjägerin Mirela Negrutiu-Chirila, Sarah Stephan und die noch nicht spielberechtigte Franziska Peter auskommen.

Der letzte Auftritt in fremder Halle, eine 18:34-Niederlage gegen Gröbenzell, machte auch nicht gerade Mut, und die erste Hälfte schien auch genau das zu bestätigen: Nach anfänglichem Abtasten konnten sich die Freiburgerinnen absetzen, da der ESV laut Trainer Udo Hermannstädter seine Chancen nicht nutzte und in der Deckung noch die Abstimmung vermissen ließ. „Vorne haben wir einige gute Möglichkeiten aus sechs Metern nicht genutzt und sind dann in die Konter gelaufen“, nannte der Coach die Gründe, warum sein Team nach 20 Minuten mit fünf Toren im Hintertreffen lag. Bis zum Halbzeitstand von 14:18 aus ESV-Sicht änderte sich daran nicht mehr viel, auch wenn die Oberpfälzerinnen immer besser in die Partie fanden.

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Nach dem Seitenwechsel stellte Hermannstädter auf eine 5:1-Deckung um – der Schlüssel für die Wende. Regensburg britische Nationalspielerin Anna Fuhrmann machte einen „super Job“ (Hermannstädter) als vorgezogene Abwehrspielerin und auch ihre Mannschaftskolleginnen verteidigten nun das von Ines Flesch gehütete Gehäuse, als ob es keinen Morgen gäbe. Im Angriff wurden die Chancen geduldig herausgespielt und auch genutzt – das vor der Pause noch so effektive Konterspiel der Freiburgerinnen kam so vollkommen zum Erliegen.

DSC_0033In der 47. Minute konnte die überragende Linda Baumgardten (10/5 Tore), die von der für Rechtshänder schwierigen Rechtsaußenposition jeden Wurf traf und auch die Schwäche von der Siebenmeterlinie in dieser Saison vergessen machte, zum 25:25 ausgleichen. Zwei weitere Tore der stark verbesserten Andrea Vlachova zwangen HSG-Trainer Ralf Wiggenhauser zur Auszeit. In der torarmen Schlussphase gab die Deckung den Ausschlag zugunsten der Gäste, das 29:26 der umsichtigen Nikola Kubesova zweieinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff des souveränen Schiedsrichtergespanns sollte – trotz aller Bemühungen des Heimteams – bereits der Schlusspunkt sein.

Der genauso überraschende wie verdiente Auswärtserfolg brachte dem ESV den direkten Kontakt zur Nichtabstiegszone und war der perfekte Start in die Rückrunde. Hermannstädter war stolz auf sein Team, das sich trotz der Vorzeichen und des deutlichen Rückstands nicht beirren hatte lassen und wie „Löwen gekämpft“ hatte.

Die lange Heimreise aus Freiburg wurde dann ausgiebig genutzt, den ohnehin schon sehr guten Teamgeist mit einer ausgelassenen Feier weiter zu verbessern.  

Spielfilm: 2:2, 4:3, 7:3, 8:5, 9:7, 12:8, 14:10, 17:12, 18:14 – 19:16, 21:18, 22:20, 24:22, 24:25, 24:27, 26:27, 26:29.

Strafwürfe: 6/5 – 5/5.

Strafminuten: 2 – 6.

Tore ESV: Baumgardten 10/5, Vlachova 6, Albescu, Kubesova je 5, Bestle 2, Fuhrmann 1.