Saisonvorschau Männer BOL [MZ]

Am ESV 27 führt bei der Titelvergabe wohl kein Weg vorbei

Handball: Letzte Saison Zweiter in der Bezirksoberliga Ostbayern, nun will Abteilungsleiter Müller „Erster werden“.

von Gerd Winkler, MZ

REGENSBURG. Gut eine Woche vor dem Saisonstart am Samstag haben die elf Vereine in der Bezirksoberliga Ostbayern über das seit Wochen Kolportierte nun vom Bayerischen Handballverband bestätigt bekommen: Die Mannschaften aus der Oberpfalz und Ost-Mittelfranken spielen heuer in einer Elfer-Liga. Grund: Der jahrelang in der BOL eine gute Rolle spielende TSV Neutraubling musste sich nach einer wahren Personalflucht abmelden. Mit einer neuer Vorstandschaft und den Akteuren des Bezirksklassen-Teams geht’s beim Ex-Landesligisten zumindest „ganz unten“ weiter.

Unterdessen spielt Vorjahresmeister TV Erlangen-Bruck II künftig in der Landesliga, während von dieser der HC Forchheim nach nur einem Jahr wieder in die BOL zurückkehrt. Im Frühjahr in den sauren Abstiegsapfel in der BOL beißen mussten der SV Buckenhofen, der HC Sulzbach II und der TSV Winkelhaid. Die Nachfolger aus den Bezirksligen sind die Aufsteiger SG Naabtal, HC Erlangen III und Erlangen-Bruck III.

Abteilungsleiter Dieter Müller vom ESV 27 Regensburg ging im Juli medial in die Offensive: „Letztes Jahr sind wir Zweiter geworden, jetzt wollen wir Erster werden“. Trainer Bernie Goldbach versucht derweil die dadurch geweckte Erwartungshaltung einzudämmen: „Wir wollen oben mitspielen und schauen was möglich ist“. Müllers Hoffnung basiert auf die Vorzeichen: Die seit zwei Jahren nur punktuell verstärkte Truppe geht eingespielt in ihre dritte Saison, mit einem satten Kader von 18 Leuten. Und: Kein weiterer Langzeitverletzter ist zu vermelden sowie ein Ende der mehr oder weniger langen Leidensgeschichten von Basti Schaller und Benedikt Fuchs ist absehbar.

Letzterer dürfte im Oktober wieder voll belastbar sein, der Ex-Amberg Schaller (verschleppter Kreuzbandriss) ab Januar. Der Optimismus von Abteilungsleiter Müller begründet sich zudem von der gelungenen Vorbereitung: Zahlreiche gut besuchte Übungseinheiten, das mittlerweile obligatorische Trainingslager in Waldmünchen sowie fünf Testspiele. Trainer Goldbach (35) ist aber vorsichtig: „Wo du wirklich stehst, siehst du, wenn es los geht“. Außerdem fragt er sich: „Wann und wie kommen die Verletzten zurück und was haben die Erlanger Vereine personell gemacht?“

Am meisten von Neutraublings Kollaps profitiert die SG Regensburg II: Sieben Akteure fanden an der Alfons-Auer-Straße eine neue Heimat. Personalnot wie gehabt hat Coach Michael Sigl bei jetzt 17 Feldspielern und drei Keepern wohl nicht mehr zu befürchten. „Die Mannschaft muss erst noch zusammenfinden, das dauert halt“, weiß Sigl, dass sich die gut frequentierte Vorbereitung im Grunde bis weit in die Saison hineinzieht. „Wir werden in der Liga ein gutes Wort mitsprechen, mindestens im oberen Mittelfeld mitspielen“, ist der 34-Jährige dennoch zuversichtlich.

Derweil hat die HSG Nabburg/Schwarzenfeld einen Schnitt zu beklagen: Trainer Daniel Kessler nicht mehr an Bord und mit Armin Kiener, Simon Schießl, Tobias und Christian Held zwei Drittel vom Rückraum verloren. Der neue Coach Christian Zachmann muss das mit drei A-Junioren kompensieren. „Die Leute, die aus zehn, elf Meter werfen können, sind weg“, klagt der 41-Jährige. Vorstand Christian Liebl sagt zum Saisonziel: „Nur der Klassenerhalt ist zu wenig, für mich wäre ein guter Mittelfeldplatz positiv“.

Nach dem unglücklichen Abstieg, die 17:27 Punkte vom April 2017 hätten heuer im Frühjahr locker zum Erhalt der BOL gereicht, unternimmt Wiederaufsteiger SG Naabtal einen neuerlichen Versuch, um „zu bleiben“. Übungsleiter Christian Wagner (51) weiß um die Schwere der Aufgabe, denn: „Wir haben viele Schichtarbeiter und Studierende, die unbefriedigende Trainingsbeteiligung wird sich auch durch die Saison ziehen“. Wagner arbeitet mit dem 15er-Kader für die neue Klasse vor allem am Umschaltspiel, aber das sei schwierig. Wie das Pfeifen im Walde klingt seine Parole „über taktische Mittel und mannschaftliche Geschlossenheit in den Spielen dagegenhalten“. (owi)

 

ESV 27 Regensburg (Vorsaison: 2., 33:11 Punkte)

Zugänge: Same Faizi, Matthias Kein (beide TSV Neutraubling), Tobias Oursin (HG Amberg), Basti Saller (eig. Jugend);

Abgänge: keine;

Trainer: Bernie Goldbach (35 Jahre);

Cotrainer: Cosmin Croitoru (43)

 

HSG Nabburg/Schwarzenfeld (7., 21:23)

Zugänge: Fabian Dobmeier, Niko Hunzinger, Moritz Müller (alle eig. Jugend);

Abgänge: Armin Kiener (SG Regensburg), Christian Held (beruflich Leipzig);

Trainer: Christian Zachmann (41, neu)

 

SG Regensburg II (8., 20:24)

Zugänge: Benni Schindler (RT), Olli Thienel, Philipp Hildebrand, Felix + Noah Schäfer, Patrick Schneider, Tobias Turtenwald, Daniel Brilz (alle TSV Neutraubling);

Abgänge: Johannes Riedl, Thomas Schoierer (beide TB Roding);

Trainer: Michael Sigl (34);

Co-Trainer: Bernhard Keck (56)

 

SG Naabtal (Neuling)

Zugänge: Andreas Bürger (ATSV Kelheim), Nils Keller (TS Rodalben);

Abgänge: keine;

Trainer: Christian Wagner (51);

Co-Trainer: Max Standecker (52)

 

 

BOL Ostbayern 18/19

Pos.MannschaftPktT(+/-)
1818
2816
3618
4SG Naabtal45
542
62-13
72-1
824
92-14
102-28
110-7
1200

BL Ostbayern 18/19

Pos.MannschaftPktT(+/-)
1ATSV Kelheim e.V00
2ESV 1927 (H2)00
3FC Neunburg v.W.00
4HC Sulzbach-Rosenberg00
5HC Weiden00
6HG Hemau/Beratzhausen00
7HV Oberviechtach II00
8SV Obertraubling00
9TS Regensburg00