Saisonvorbereitung der weiblichen B-Jugend

Mutig neue Wege gehen

Mit unterschiedlichen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr traf sich Anfang März die neu formierte weibliche B-Jugend zur Zielbesprechung der neuen Saison 2016/17. Während die “Alten” B Jugend Spielerinnen kein Spiel gewinnen konnten, wurden die Spielerinnen der letztjährigen C-Jugend verdient Dritter einer lange Zeit spannenden Bayernligasaison. Beim gemeinsamen Treffen zeigte sich die neue Mannschaft jedoch bereits harmonisch in ihrer Zielsetzung für die kommende Qualifikationsrunde und Saisonvorbereitung: diese Saison wollen wir (noch) besser werden! Auf diese Motivation aufbauend konnte die Trainingsstruktur durch das neue Trainer-Duo Thomas Kollmer und Leonard Achenbach umgebaut werden.

Zuerst wurde die Trainingsdauer zweimal in der Woche von 80 auf 120 Minuten verlängert. “Die Spielerinnen aus der Region fahren teilweise 45 Minuten zum Training und zurück. Für diesen Aufwand muss  es sich lohnen, ins Training zu kommen”, so Achenbach. Diese nun zur Verfügung stehende Zeit konnte genutzt, einmal in der Woche ein Zirkeltraining mit koordinativen und Kraftanteilen zur Verletzungsprophylaxe zu integrieren. “Das Verletzungsrisiko steigt ab dem Alter von 15 Jahren signifikant an, insbesondere bei Mädchen. Diesem Trend wollen wir aktiv entgegensteuern.”

Als Zweites wurde ein Krafttraining für die B-Jugend eingeführt, das sich auf Übungen mit Langhanteln fokussiert. Um die erforderliche Basis für die im Handball geforderte Athletik zu schaffen, ist es wichtig, mit Zusatzlasten zu arbeiten, damit die passiven und aktiven Strukturen sich an die ballistischen Reize gewöhnen können. Ziel ist, die körperliche Leistungsfähigkeit nachhaltig zu verbessern und langfristig zu entwickeln. “Wir haben am Anfang viel Wert auf Verständnis und Technik gelegt. Mittlerweile korrigieren sich die Spielerinnen gegenseitig und fragen nur noch nach unserer Hilfe, wenn sie nicht mehr weiterkommen. Mit dem Kraftraum in der ESV-Halle haben wir hierfür die ideale Infrastruktur”, so Kollmer.

Als weitere Maßnahme wurde eine dritte Trainingszeit hinzugefügt. Diese auf freiwillige Teilnahme bestehende Einheit gibt die Möglichkeit, individuell mit den Spielerinnen arbeiten zu können. “Der Umstieg von der C-Jugend mit dem offensiven Abwehrspiel auf die defensive Abwehrvariante in der B-Jugend erfordert im Trainingsalltag viel taktisches Training. Durch diese zusätzliche Training bietet sich die Möglichkeit, technische Aspekte des Handballs lehren zu können, die die Spielerinnen in den anderen Trainingseinheiten dann ausprobieren können.”

Auch die “Jungen Wilden”, ein Perspektivkader bestehend aus 5 Spielerinnen aus dem C-Jugend Jahrgang, kamen regelmässig in diese zusätzliche Einheit. Durch dieses gemeinsame Training der C- und B-Jugend sind sich die Spielerinnen nicht mehr fremd und es sinkt die Hemmschwelle, miteinander auch an anderen Tagen der Wochen zu trainieren und spielen. “Es ist uns wichtig, die C-Jugendspieler bereits von Beginn zu integrieren. Je besser sie unser Spielkonzept kennen, desto leichter gelingt die Integration in den Spielalltag.

Bereits in der Vorbereitung konnte sich dies bemerkbar machen, konnten doch alle “Junge Wilden” in den Test- und Qualifikationsspielen eingesetzt werden und kamen regelmässig in das Training”, so Kollmer. Der jüngere Jahrgang, trainiert von der erfahrenen Monika Heiligtag, qualifizierte sich hierbei ebenso erneut für Bayerns höchste Liga. “Den talentierten Spielerinnen aus einem Jahrgang sollen zusätzliche Trainingseinheiten im höheren Jahrgang zur Verfügung stehen. Dies klappt beim ESV sehr gut”, sagt Guido Bertuccini.

Neben den handballerischen Fertigkeiten werden regelmässig handballferne Elemente wie Turnen und Akrobatik geübt. Zusätzlich wurden andere Trainingsstätten besucht und Probetrainings mit Rudern und Turnen durchgeführt. “Ein Blick über den Tellerrand zeigt den Spielerinnen, dass sportliche Betätigung vielseitig sein kann. Wir danken hierbei nochmal herzlichst den Trainern für ihr Engagement!”, so Kollmer.

“Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Ausbildung für leistungsorientierte Spielerinnen zu schaffen. Ergebnisse spielen nach der Qualifikation für die Bayernliga nur noch eine untergeordnete Rolle”, so das Trainer-Duo. Vielmehr sei der Zusammenhalt der Mannschaft und die individuelle Weiterentwicklung jeder Spielerinnen das wichtigste Ziel für die kommende Saison. Eine Aufgabe, die trotz der vielen ergriffenen Maßnahmen nicht einfach wird, fehlt der ESV-Jugend doch mit der weiblichen A-Jugend der wichtige Baustein zwischen der motivierten B-Jugend und dem semiprofessionellen Seniorenbereich, die in der 3. Liga und Landesliga spielen. “Eine vergebene Chance”, so Robert Torunsky, Jugendkoordinator des weiblichen Bereichs beim ESV.

“Mutig neue Wege gehen” heisst somit das Motto diese Saison. Die Spielerinnen müssen nun den Sprung in den B-Jugendhandball schaffen. “Für uns kommt diese Saison zu früh. Über die Ferien haben wir kaum trainiert und fehlende Spielpraxis. Dies hat man beim GTÜ Cup bemerkt”, so Kollmer. Beim stark besetzten Turnier in Herrenberg konnte zuletzt kein Spiel gewonnen werden. “Fehlende Fitness müssen wir über Kampfgeist wett machen, sonst haben wir keine Chance. Diese Motivation muss von der Mannschaft selbst kommen”, so Achenbach.

Am Samstag, 17:00 Uhr startet die Saison mit dem ersten Spiel gegen den TV Marktsteft an. Direkt danach werden die Damen ihr erstes Saisonspiel der 3. Bundesliga antreten.

 

 

 

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