m-B1 Jungs siegen in Haunstetten

Dezimierten B1-Jungs gelingt der Start in die Bayernliga: 27:22-Auswärtserfolg in Haunstetten

Nach einer starken Qualifikationsrunde im April und Mai, in der wir uns trotz Lospech bereits in der zweiten Runde vorzeitig gegen starke Konkurrenz ungeschlagen durchsetzen und für die Bayernliga qualifizieren konnten, mussten wir 4,5 Monate auf unser nächstes Pflichtspiel – das Auswärtsspiel beim TSV Haunstetten am 25. September – warten.

In der Zwischenzeit ist jedoch viel passiert: Nachdem wir im Vorfeld der Saison 2016/2017 durch unsere beeindruckende Vorstellung in der Quali als Mitfavorit auf den Titel gehandelt wurden, mussten wir wenige Wochen vor dem Rundenstart den Verlust unseres Ausnahmetalents Nils Lichtlein, der nun bei den Füchsen Berlin erfolgreich die bayerische Fahne hochhält, verkraften.

Und so sehr wir uns auch für und mit Nils über diese einmalige Chance freuten, bedeutete der Karrieresprung für uns einiges an Arbeit sowie den Verlust unseres einzigen Linkshänders unter den Feldspielern. Dass wir die Favoritenbürde getrost auf andere abschieben dürfen, lag zusätzlich auch an der Vorbereitung, in der uns neben der Urlaubszeit auch längerfristige Erkrankungen/Verletzungen von Stammkräften das Training enorm erschwerten. Dementsprechend, wenn auch mit ansteigender Tendenz, verliefen die beiden Vorbereitungsturniere in Nürnberg und Forchheim im September.

„Wo stehen wir?“ war folglich die große Frage vor dem Anpfiff der Partie in Haunstetten am vergangenen Sonntag, bei der wir neben Rekonvaleszent Luigi Di Matteo auch noch auf unsere Neuzugänge Vincent Deml (von der JHG Städtedreieck/Schwandorf) und Tim Vasold (HG Hemau/Beratzhausen, Zweifachspielrecht) verzichten mussten. Die Gastgeber waren uns zudem ein Saisonspiel und zwei Punkte voraus, die sie sich auswärts beim Derby in Günzburg zum Rundenauftakt erkämpft hatten.

Uns erwartete also ein motivierter Gegner, der uns auch alles abverlangen sollte. Wir starteten gut, die Abwehr zeigte eine gesunde Aggressivität und zwang die Gastgeber zu schlecht vorbereiteten Rückraumwürfen. Mit gefälligem Angriffsspiel erarbeiteten wir uns eine Führung (0:2, 1:3), ließen aber einige „Hundertprozentige“ durch Fahrkarten oder Kreisübertritte ungenutzt liegen.

In der Deckung konnte Torhüter Hannes Winicki einige TSV-Bälle entschärfen, aber häufig landeten die Abpraller direkt beim Gegner, der ein halbes Dutzend Mal die zweite Wurfchance nutzen konnte. So blieben die Hausherren immer in Schlagdistanz, was auch an dem durchaus unausgewogenem Siebenmeterverhältnis zu unseren Ungunsten lag (5:8, 8:10, 10:10, 11:13).

In den letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs sorgten dann eine zu passiv agierende Abwehr und die angesprochenen Abpraller dafür, dass beim Stande von 13:13 die Pausensirene erklang – und das obwohl wir eigentlich deutlich mehr vom Spiel hatten.

In der Kabine war der Wille der ESV-Jungs zu spüren und mit einer Abwehrumstellung konnten wir nach Wiederanpfiff reichlich Sand ins TSV-Getriebe streuen. Auch in Unterzahl erzielten wir durch entschlossene Aktionen wichtige Buden und in Verbund mit Keeper Hannes auch wertvolle Ballgewinne.

Eine kurzzeitige Sechs-Tore-Führung (15:21) war die Folge. Im Anschluss hatten wir dann aber vier Angriffe lang die Spendierhosen an und schenkten den Schwaben – auch bedingt durch eine Unterzahlsituation – einige Bälle. Mehr als bis auf drei Treffer ließen wir Haunstetten aber nicht herankommen (20:23) und in der Schlussphase agierten wir wieder sehr souverän. Der Lohn war ein 27:22-Auswärtserfolg gegen einen unbequemen, aber fairen und sympathischen Gegner.

Fazit und Vorschau:

Aller Anfang ist schwer – und das besonders unter den genannten Voraussetzungen. Die Mannschaft hat das als Team sehr gut gelöst (Kompliment an alle!) und besonders erfreulich ist, wie gut die Rückraumachse Vater-Lehner-Brilz (neben der eigenen Torgefährlichkeit) die Bälle verteilte und der besser postierte Nebenmann gesucht wurde. Jeder Akteur hat entscheidend zum Erfolg beigetragen – so wünschen wir uns das als Trainer! Natürlich ist aber auch noch Luft nach oben.

Der Sieg bedeutet sicherlich mehr als zwei Punkte, denn er hat gezeigt, dass wir immer noch über eine talentierte und motivierte Truppe verfügen. Wir haben neben dem Selbstvertrauen auch zusätzliche Zeit gewonnen, die kurzfristigen Neuzugänge und unsere neuen Formationen einzuspielen.

Das Spiel und auch die bisherigen Ergebnisse haben gezeigt, dass dies wohl die Bayernliga mit der höchsten Leistungsdichte seit vielen Jahren ist. Angesichts der bärenstarken Konkurrenz in der höchsten B-Jugend-Spielklasse Deutschlands ist jeder Sieg – so wie der erste in Haunstetten – ein Erfolg, auf den man stolz sein kann, da er nur im Kollektiv zu realisieren war.

Genau dafür macht man Leistungssport und wir freuen uns auf unser erstes Heimspiel gegen Rimpar am 8. Oktober (Anwurf 14.45 Uhr). Wir hoffen gegen den Zweitliga-Nachwuchs auf die Unterstützung der Zuschauer, die unsere neu formierte Mannschaft benötigt und auch verdient hat. Bis dahin sind wir – auch durch die Unterstützung der Neuzugänge und die Integration der Rekonvaleszenten – hoffentlich noch einen Schritt weiter, denn die Hürde ist nochmal deutlich höher als bei unserer Premiere am Sonntag.

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Hannes Winicki, Dominik Peper, Philipp Stahl

Feld: Moritz Vater (9/2), Daniel Brilz (5), Kris Lehner(4), Jannis Malende(4), Johannes Simbeck(2), Nico Zulawski(2), Lukas Lengsfeld(1) sowie Dominik Erhardt und Florian Mertens.