Lokomotive bringt Legoturm zu Fall

Die Damen II des ESV 1927 meisterten eine schwere Aufgabe mit Saison Bestleistung. Der heutige Gegner reiste mit viel Rückenwind und mit nur zwei Minuszählern aus Günzburg an. Den Eisenbahnerinnen war klar, dass der Tabellenführer, welcher bis dato eine +95 Tore Bilanz aufwieß eine harte Nummer wird. Umso motivierter trat man von Beginn an auf dem Spielfeld auf.

Weiteren Mut machte die Unterstützung zweier Spielerinnen aus der dritten Liga. Die erst 17 jährige Andreea Popovici durfte mehr Spielerfahrung auf der außen Position sammeln und Nicole Lederer kam nach einer längeren Verletzungspause wieder auf das Parkett.

Nach ersten Musterungen bereits beim Aufwärmen, wurde wenigen Minuten nach Anpfiff des Spiels klar, dass dies ein sehr körperbetontes und umkämpftes Spiel sein wird. Nach 10 Minuten waren drei 7m, fünf gelbe Karten und eine Zeitstrafe durch die Unparteiischen auf beiden Seiten verteilt.

Die Gäste kamen dabei etwas besser in Schwung und führten bis dato mit 2:5. Die daraufhin gezogene Auszeit von Daniel Kessler zeigte nicht gleich Wirkung. Die Umstellung der Abwehr zu einer offensiven Deckung jedoch schon. Der Wurfgewaltige Rückraum aus Günzburg wurde immer besser unter Kontrolle gebracht. Im Angriff fand man nun einzelne Schwächen der Gegner, welche besonders Sara Ohsam in starken Mann gegen Mann Situationen zu nutzen wusste. So kämpfte man sich von einem 4:8 zum Ausgleich von 12:12 kurz vor der Halbzeit durch den Neuling Julia Geyr, welcher sich zugleich als Einstandstor entpuppte und erst Recht zur Freude aller Mitspieler sorgte, heran.

Doch wer die Drittliga-Reserve kennt, befürchtet am Meisten was nun ansteht. Die ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit. Schon oft waren diese unkonzentrierten Minuten zum Verhängnis geworden. Das galt es nun zu verhindern. Das Trainer Team versuchte in der Halbzeit die richtigen Impulse zu setzen und war erfolgreich.
Dem Vorsprung von einem Tor vor der Pause folgte gleich ein weiterer Treffer der Günzburger. Doch der Umbruch sollte zwei Minuten später durch eine Zeitstrafe der Gäste ausgelöst werden.

Mit einem schönen Konterspiel und Leichtsinnfehler der Gäste nahmen die heimischen Mädels die Chancen war und holten sich einen Vorsprung bei 17:14 heraus. Der gegnerischen Mannschaft war nun der ungewohnte Druck auf dem Spielfeld anzumerken und es wurde ihnen bewusst, dass ein einfacher Durchmarsch mit 15 Toren Unterschied heute nicht möglich war. Dennoch blieb es hart umkämpft.

Die Eisenbahnerinnen gaben noch einmal die Führung in der 49. Minute ab, wehrten sich dann aber noch konzentrierter und mit einer Mauer im Tor die heute nicht mehr zu durchdringen sein sollte. Andrea Poschenrieder hatte die Herrschaft in ihrem 6 Meter Raum fest im Griff. Auch von freien Konterwürfen ließ sie sich nicht die Macht nehmen. Ausgehend von der gewonnen Sicherheit aus dem Tor, übertrug sich der Mut und das Selbstvertrauen bis zur Front.

Auf der anderen Seite des Spielfelds führte Patricia Tillack ihre Treffsicherheit weiter aus und trug mit sieben Treffen in die Liste der besten Schützen ein. Der Glaube war nun da und ließ die Gäste einbrechen. So zogen die ESV Damen bis zum Schlusspfiff auf 27:21 davon.

Ein spannendes und körperlich sehr anstrengendes Spiel wurde trotz harten Bandagen vom Gegner fair gespielt. Das Rückspiel wird auf auswärtigem Boden sicherlich nicht einfacher.
Die Damen verschaffen sich damit etwas mehr Luft in der Tabelle und dürfen mit Selbstbewusstsein am kommenden Samstag nach Volkach in den Tabellenkeller reisen.

Es spielten:
Susanne Große, Andrea Poschenrieder (beide Tor), Nina Peter, Kerstin Wyrwoll, Andreea Popovici (4), Lara Becher, Linda Baumgardten (2), Sara Ohsam (5), Patricia Tillack (7), Sophia Vehlow, Pia Klenk (2), Nicole Lederer (5), Julia Geyr (1), Jasmin Ellwanger (1)

Teile diesen Beitrag