Knapper 23:22 Derbyerfolg

Spielbericht Damen II vom 22.10.2016:

Knapper 23:22 (13:14) Derbyerfolg des ESV 1927 Regensburg II gegen den SV Obertraubling

Nach einer kurzen ausgeglichenen Anfangsphase (Spielstand: 3:2 aus Sicht des ESV) fanden die ESV’lerinnen, trotz einer permanent kurzen Deckung gegen Mogli Ellwanger schneller ihren Rhythmus, als ihre Kontrahentinnen aus Obertraubling. Immer wieder gelang es ihnen durch ihr variables Angriffsspiel die Gästeabwehr auseinander zu ziehen und die daraus entstehenden Freiräume in Tore umzumünzen.

Bis Mitte der 1. Halbzeit wuchs der Vorsprung auf komfortable vier Tore (Zwischenstand: 8:4) an. Diesen Vorsprung hielten die Gastgeberinnen bis zur 22. Spielminute, dank einer überragend aufspielenden Nina Peter (5 Würfe / 5 Tore) konstant. Doch dann kam es zu einem unerklärlichen Bruch im Spiel der Gastgeberinnen. Plötzlich spielte man viel zu überhastet, teilweise auch unüberlegt im Angriff.

Die Folge waren einfache Ballverluste und unkonzentrierte Abschlüsse, denen es zumeist auch an Durchschlagskraft fehlte. Aber nicht nur im Angriff lief nichts mehr zusammen für die Hausherrinnen, auch die Abwehr und da speziell das Rückzugsverhalten lies zu wünschen übrig.

Die Gäste nutzten diese Schwächephase des ESV zumeist in Persona von Susanne Adam, die acht ihrer insgesamt elf Tore bis zum Halbzeitpfiff, der beiden gut leitenden Schiedsrichter, beisteuern konnte. Bis zur 27. Spielminute egalisierten die Gäste den vier Tore Vorsprung der Gastgeberinnen und konnten 50 Sekunden vor Ablauf der 1. Halbzeit ihrerseits zum ersten Mal in der gesamten Begegnung mit 14:13 in Führung gehen.

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In der Halbzeitpause versuchte das Trainergespann Croitoru/Sommerer beruhigend auf ihre Spielerinnen einzuwirken. Die gemachten Fehler waren so offensichtlich, sodass es diesbezüglich nur weniger Worte bedurfte. Zwei taktische Maßnahmen, sollten das Spiel des ESV wieder auf Kurs bringen, zum einen die Umstellung der Abwehr von einer defensiven 6:0 auf eine etwas offensivere 5:1 Variante, zum anderen übernahm jetzt Katja Goldbach die Rückraum-Mitteposition um dem Angriffsspiel neue Impulse zu verleihen.

Beide Maßnahmen zeigten Wirkung, der ESV blieb auf Schlagdistanz. Doch das Rückzugsverhalten nach Ballverlust sollte bis weit in die 2. Halbzeit hinein, das Sorgenkind der Gastgeberinnen bleiben. Immer wieder konnten die Gäste ihre schnell vorgetragenen Angriffe in einfache Tore ummünzen, weil es der Heimmannschaft einfach nicht gelang ihr Abwehrzentrum rechtzeitig zu schließen. So war es nicht verwunderlich, dass der SV Obertraubling seine Führung bis zur 42. Spielminute auf 19:16 ausbauen konnte.

Dann musste das Spiel aufgrund der hoffentlich nicht allzu schweren Knieverletzung von Lisa Gerhardinger, für mehrere Minuten unterbrochen werden. Lisa von dieser Stelle aus wünschen wir dir alles erdenklich Gute und hoffen auf eine schnelle Genesung.

Diese Unterbrechung nutzten die Gastgeberinnen zum einen für einen neuerlichen Torhüterwechsel und zum anderen, um sich auf die verbleibenden Spielminuten zu fokussieren und dementsprechend noch einmal alles in die Waagschale zu werfen. Jetzt endlich wurde auch in der Rückwärtsbewegung um jeden Ball gefightet und der Gegner erfolgreich am Torwurf gehindert.

Katja Goldbach zog im Angriff die Fäden machte das Spiel schnell, oder beruhigte es, je nachdem wie es das Spiel der Gastgeberinnen bedurfte. 29874868413_b31f7b1901_zGleichzeitig strahlte sie ständig Torgefahr aus, was es der Gästeabwehr in der Folge immer schwerer machte Einfluss auf das Regensburger Angriffsspiel zu nehmen. Blieb die Abwehr passiv, suchte Katja selbst den Abschluss, trat die Deckung offensiv auf sie heraus spielte sie die freistehenden Mitspielerinnen an.

Knapp neuneinhalb Minuten vor Ende der Begegnung hatten die Eisenbahnerinnen den SV Obertraubling wieder eingeholt (Zwischenstand: 20:20).  Trotz des ausgeglichenen Spielstandes lag das Momentum jetzt eindeutig bei den Gastgeberinnen. Mit jeder Minute wuchs das Selbstvertrauen aller Akteurinnen ein schon verloren geglaubtes Spiel doch noch drehen zu können.

Bei den Gästen war genau das Gegenteil der Fall, ihnen merkte man die wachsende Verunsicherung an, diese Spiel aus der Hand zu geben und letztendlich ohne Punkte da zu stehen. Dieser psychologische Nachteil war auch bei den letzten beiden 7m-Strafwürfen (56. und 58. Spielminute) der Gäste mehr als spürbar.

Andrea Poschenrieder konnte beide Strafwürfe entschärfen und brachte so ihre Mannschaft endgültig auf die Siegerstraße. Schlussendlich konnten die Damen des ESV 1927 Regensburg ein super spannendes Derby mit 23:22  für sich entscheiden und zwei weitere wichtige Punkte einfahren.

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Fazit:

Ganz ehrlich gesagt sind wir schon froh, dass wir das Derby gegen den SV Obertraubling schlussendlich noch gewonnen haben, aber so richtig freuen können wir uns nicht über die Leistung unserer Mannschaft. Wir haben es dem SVO immer wieder viel zu leicht gemacht einfache Tore zu erzielen. Das Rückzugsverhalten, vor allem im Abwehrzentrum war wirklich mehr als schlecht. Da müssen und werden wir verstärkt dran arbeiten.

Katja als Spielgestalterin und Nina auf der linken Außenbahn waren für uns heute unsere stärksten Spielerinnen, nicht zu vergessen Poschi im Tor die in den Schlussminuten zwei ganz entscheidende 7m-Strafwürfe entschärfen konnte. Mit den letzten knapp zwanzig Minuten waren wir voll zufrieden. Wenn wir das ganze Match so gespielt und gekämpft hätten, wäre es mit Sicherheit ein deutlicherer Sieg geworden.

Aufstellung mit Toren:

Alina Hecht, Andrea Poschenrieder (beide Tor), Nina Peter (5), Kerstin Wyrwoll, Julia Sommerer (2/2), Katja Goldbach (8), Eva Dendl (2), Patricia Tillack (2), Lea Kunz, Maxi Elze (1), Conny Tillack, Alina Malende (1), Steffi Wörl und Jasmin (Mogli) Ellwanger (2)

Bilder:

Stefan Müller

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