„Ich vermisse das ganze Paket ESV“

Linkshänderin Andrea Vlachova verabschiedet sich nach fünf Jahren und vielen Tausend Kilometern auf der Autobahn von den Bunker Ladies.

Von Robert Torunsky

Andy, Du hast sich schweren Herzens dazu entschlossen, in der Saison 2020/2021 nicht für den ESV 1927 Regensburg aufzulaufen. Was sind die Gründe?

Andrea Vlachova: Leider ist die aktuelle Situation durch die Corona-Pandemie sehr kompliziert und niemand weiß, wie alles in Zukunft weitergehen wird. Dies war einer der Gründe, warum ich mich entschlossen habe, in Regensburg aufzuhören. Ständig mit geschlossenen Grenzen konfrontiert zu werden und nicht an Trainings und Spielen teilnehmen zu können, wäre für mich sehr stressig. Zudem ist meine Fahrgemeinschaft mit Tina (Kristyna Hurtova), die eine Familie gründen will, weggefallen.

Der Aufstiegsverzicht in die 2. Liga hatte nichts mit der Entscheidung zu tun?

Es tat mir natürlich leid, dass der sportliche Aufstieg nicht zum Aufstieg in die 2. Liga geführt hat. Mannschaft und Verein haben sehr hart dafür gearbeitet. Aber derzeit hängt alles mit der aktuellen Weltsituation zusammen. Und die Tatsache, dass der Sport von der Unterstützung der Sponsoren abhängig ist, ist einfach eine Tatsache. Man muss immer beide Seiten der Medaille sehen…

Wo spielst Du jetzt?

Ich spiele wieder in Pilsen, meiner Heimatstadt. Leider hat mein ursprünglicher Verein keinen Damenbereich mehr, deshalb spiele ich bei DHC Pilsen, die dieses Jahr in die höchste tschechische Handballliga aufgestiegen sind.

War die Saison 2019/2020 sportlich Dein  Karriere-Highlight?

Ich habe in Regensburg viele schöne Momente genossen können. Zu den intensivsten gehörten die Spiele der letzten, leider unvollendeten Saison, die uns dem Meistertitel immer nähergebracht haben. Die Atmosphäre in der Sporthalle war bei jedem Spiel unglaublich. Unsere Fans waren einfach immer in der Halle und haben uns auch in Momenten unterstützt, wo es nicht optimal gelaufen ist. Also in großes Dankeschön und ein Kompliment an dieses tolle Publikum aus Regensburg.

Abteilungsleiter Dieter Müller hat Dich als „wunderbaren Charakter und herben Verlust“ bezeichnet. An was denkst Du, wenn Du an Deine Zeit in Regensburg denken?

Es waren fünf unvergessliche Jahre. Während meiner Zeit bei ESV traf ich äußerst nette Leute, die mich von Anfang an wunderbar aufgenommen und zu jeder Zeit unterstützt haben, auch wenn es bei mir handballmäßig nicht immer nach meiner Vorstellung lief. Eigentlich wollte ich niemanden konkret nennen, um niemanden zu vergessen. Ich muss trotzdem die drei wichtigsten erwähnen, ohne die ich bei ESV 1927 Regensburg keine Minute gespielt hätte. Mein großer Dank gilt dem Herz des ESV, Dieter Müller und Guido Bertuccini, und selbstverständlich auch Thierry Tricot. Ich bin in ein Team von wunderbaren Mädels reingekommen, die nicht nur Mannschaftskolleginnen waren, sondern auch wirkliche Freundinnen.

Was vermissen Sie an Regensburg?

Ich vermisse sehr viel, da ich fünf Jahre mit und in Regensburg mehr oder weniger gelebt habe. Ich bin dort jede Woche fast viermal gewesen. Manchmal war die Fahrerei sehr anstrengend, trotzdem habe ich mich jedes Mal auf die nächsten Trainingseinheiten gefreut. Ich vermisse die Stadt selbst, die Mädels aus meiner Mannschaft fehlen mir auch sehr stark und eigentlich das ganze „Paket ESV“.

Werden die Fans Sie noch einmal im Trikot des ESV sehen?

In der Tschechischen Republik gibt es ein Sprichwort: „Man sollte niemals im Voraus nein sagen…“

Liebe Andy, wir sagen DANKE für fünf tolle Jahre! Was Du allein an Fahrten auf dich genommen hast, ist kaum in Worte zu fassen. Wir vermissen Dich nicht nur als Spielerin sehr, sondern vor allem auch als wunderbaren Menschen und Freundin. Auch die tollen Trainingslager in Pilsen und die legendären Kuchen Deiner Oma bleiben unvergessen. Wir hoffen, dass wir uns bald wiedersehen können – am liebsten wieder im ESV-Trikot.

3. Liga Süd

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