Herren 3 unterwegs!

Alte Dampflok rollt!
Wir schreiben den 04.11.2018. Sämtliche Anhänger des ESVs ströhmen in Richtung altehrwürdigen Bunker, um sich am Spitzenspiel der Bunker-Boys gegen die Legionen des HC Erlangen zu erfreuen. Alle? Nein nicht alle. Eine Truppe altgedienter und verdienter Zugbegleiter macht sich auf der alten Dampflok unter der Führung des Zugführers Kick auf nach Kelheim. Als Verstärkung zwei junge Kameraden an Board, die unermüdlich die Kohleschaufel schwingen, auf dass das Feuer im Kessel nicht erlischt.

Im Gepäck Schaffneruniformen aus altvorderen Zeiten. Eine Brotzeit die noch eine wichtige Rolle in dieser Geschichte spielen wird. Und ein Ballnetz voller verharzter Kugeln. Von der Besatzung auch liebevoll Kohleklumpen genannt. Dass sich darunter der zweite Spielball der Bunker Boys befindet, konnte beim Anblick der grau-schwarzen Masse ja niemand ahnen. Ball-Gate war geboren.
Da sich die Sportkameraden bereits aus dem ersten Schaulaufen in Schierling kannten, wurde tief in die Trickkiste gegriffen um die Gegner zu überraschen. Mit dem doppelten K (Kauer und Kick), verfügte die Lokbesatzung über zwei ausgewiesene Spezialisten wenn es darum ging, das eigene Tornetz vor all zu großer Ballberührung zu schützen. Daher entschied man sich folgerichtig mit Graßl einen Feldspieler ins Tor zu stellen. Dieser, damals unter dem Spitznamen „Metzger“ unter den Gegnern gefürchtet, entpuppte sich zu einer wahren Mauer wenn es darum ging freie Bälle zu halten und manch Rückraumgurke durch zu lassen. Eines war dadurch bereits im Vorfeld sicher. Der ewige Rekord aus Forcheim (Rote Karte binnen der ersten 2 Spielminuten) würde heute nicht gebrochen.
Gegen Kelheim startete man gut in die Partie (2:0). Doch bereits beim Stand von 2:2 wurde man eingeholt und lief fortan einem Rückstand hinterher.

Da sich Herr Hauptvogel aka „das Knie“ bereits in der Torschützenliste verewigt hatte und anscheinend dem fröhlichen Bewegungssport am Sonntag nichts mehr abgewinnen konnte, entschied sich sein Knie den Betrieb einzustellen und nahm verletzt auf der Bank Platz. Gute Besserung auf diesem Wege! Über die Stationen 4:9 und 9:11 konnte man den Abstand bis zum 11:13 ein letztes Mal auf 2 Tore Rückstand veringern. Sogar der Zugführer Kick, der sein Aufwärmprogramm vorwiegend am Laptop des Kampfgerichtes verbrachte, vermochte es sich mit einem etwas untypischen Tor auf der rechtsaußen Position in die Liste der Torschützen einzutragen. Der Dampflok ging jedoch das Feuer nach und nach aus, so dass sich die Kelheimer Sportfreunde bis zum 13:20 eine komfortable Führung erspielen konnten. Selbst unser junger tunesischer Flügelflitzer Jabrallah konnte das Ergebnis nur noch kosmetisch auf ein 16:20 korregieren. Die Zugbesatzung war jedoch zufrieden. Hatte man mit der bereits kleinen Truppe die durch einen Ausfall noch zusätzlich dezimiert wurde, den Hausherren mit fast doppelt so vielen Spielern das Leben schwerer gemacht als erwartet.

Während die Dampflok langsam in den Bahnhof einfuhr, öffnete pünktlich das Boardbistro zum vergnüglichen Pausentee. Die dort aufgetischte Brotzeit entpuppte sich im Nachgang als Doping erster Güte. Wer gedacht hätte, die alten Mannen würden es jetzt ruhig angehen, sah sich getäuscht.
Der tunesische Orientexpress (Fannia – Jabrallah) am linken Flügel drehte auf und erzielte die ersten Tore der Eisenbahner im Alleingang (4:1). Angestachelt davon versorgte der Aushilfsgoalie Graßl den zweiten Jungheitzer Mertens mit einem Konterpass nach dem anderen (9:4). Universal-Galler hingegen begnügte sich zwischen Kreis und Rechtsaußen seine Bahnen zu ziehen. Ließ den jungen Wilden jedoch die Laufarbeit und genoß das ausgiebige Sprinttraining aus der hinteren Reihe (16:6). Zugführer Kick jedoch gefiel das nicht. In der Halbzeit erinnerte er sie Zugbesatzung daran, dass man sich nicht im Trainingscamp des Regensburgers Halbmarathons befand, sondern der Ballsportart Handball fröhnte. Er verbot daraufhin die erste Welle und drohte mit seiner eigenen Einwechslung, sollte dieser Fahrplan nicht eingehalten werden. Gesagt getan. Die Mannschaft hielt sich an die Ansage und rannte nun einfach im Verbund eine Zweite Welle (20:8). Sollte die Lok doch einmal ins stocken geraten, übten sich die Sportkameraden Kauer und Fannia im Zielschießen aus dem Rückraum. Mit mehr als erträglichem Erfolg schweißten sie einen Ball nach dem anderen in den Winkel des gegnerischen Tores (23:11). Als sich gegen Ende des Spiel mit Mittelblocker Zsigmond der letzte verbliebende Akteur der Eisenbahner per 7m in die Torschützenliste eintragen konnte, wurde diese Zielvorgabe als erledigt abgehakt. Die Dampflok trudelte langsam aus und fuhr sicher in den Bahnhof ein (26:12).

Was bleibt nach diesem Sonntagsausflug zu sagen? Während die Bunkerfamilie in heimischen Gefilden die Bunker-Boys zu einem 27:27 gegen die Legionen aus Franken schrie, tuckerte eine kleine Gruppe von Eisenbahner durch die Lande und erfreute sich der eigenen körperlichen Ertüchtigung. Die alten Uniformen haben gehalten. Die Kohle-Klumpen der Ersten sind sogar recht ordentliches Spielgerät. Brotzeit gibt‘s ab sofort schon vor dem ersten Spiel. Und das Wichtigste am Schluss: es hat tierisch viel Spaß gemacht und Alle, auch Fabu „das Knie“, kamen auf eigenen Beinen wieder sicher zuhause an. Nun wird die alte Dampflok aber wieder im Lokschuppen geparkt bis sie am 25.11 wieder zu einer lustigen Ausfahrt einlädt.

Es spielten:
Egon Graßl (TW), Adam Jabrallah (16), Bassem Fannia (10), Florian Mertens (9), Jan Kauer (3), Fabian “das Knie“ Hauptvogel (2), Michael Galler (1), Örs Zsigmond (1), Tobias Kick (1)
PS: Sollte jemand die jungen Sportkameraden Jabrallah und Mertens in Kelheim noch rumlaufen sehen, schickt sie bitte nach Hause!!!

BOL Ostbayern 18/19

Pos.MannschaftPktT(+/-)
1818
2816
3618
4SG Naabtal45
542
62-13
72-1
824
92-14
102-28
110-7
1200

BL Ostbayern 18/19

Pos.MannschaftPktT(+/-)
1ATSV Kelheim e.V00
2ESV 1927 (H2)00
3FC Neunburg v.W.00
4HC Sulzbach-Rosenberg00
5HC Weiden00
6HG Hemau/Beratzhausen00
7HV Oberviechtach II00
8SV Obertraubling00
9TS Regensburg00