3. Liga 2018/19 wieder in Regensburg

Saisonbeginn 2018/19

15.09.18

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ESV 1927

ESV 1927

Geil, geil, geil!!!

ESV schlägt Spitzenreiter Haunstetten mit 31:29

Ausweichquartier „Bunker“ sieht denkwürdiges Derby:

Die Frage warum die ESV-Handballer ihren „Bunker“ an der Dechbettener Brücke lieben, dürfte nach dem Samstagabend nicht mehr gestellt werden. In einem – mit Verlaub – geilem Spiel gewannen die Gastgeberinnen gegen Spitzenreiter Haunstetten.

Nachdem Mannschaften, Schiedsrichter und Zuschauer nicht in die verschlossene Sporthalle Königswiesen gelangen konnten, wurde das Derby zwischen dem ESV 1927 und dem TSV Haunstetten notgedrungen in die eigentliche Heimhalle verlegt. Die altehrwürdige ESV-Sporthalle verfügt aufgrund der gesperrten Tribüne derzeit nur über begrenzte Zuschauerkapazitäten und stand deshalb seit Anfang 2018 nicht mehr für die Drittligahandballerinnen zur Verfügung.

Zum Glück hatte der „Bunker“ an diesem Abend nichts vor, denn das Derby sollte denkwürdig werden und hätte mindestens 1000 Zuschauer verdient gehabt. Die Zuschauer, die in die Halle konnten, bekamen eines der besten Spiele des vergangenen Jahrzehnts geboten. Für beide Mannschaften stand viel auf dem Spiel: Spitzenreiter Haunstetten benötigte die Punkte für den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga und der ESV – trotz einer respektablen Bilanz von 19:19 Punkten vor dem Anpfiff – für den Klassenerhalt.

Dementsprechend engagiert gingen die Kontrahentinnen zu Werke. Nach drei verlorenen Spielen in Serie war das Derby genau die Begegnung, die die „Eisenbahnerinnen“ gebraucht hatten: Nach dem Hinspiel war noch eine Rechnung offen und die Oberpfälzerinnen brannten auf Revanche. Haunstetten spielt gegen den selbsternannten „Erzrivalen“ ohnehin wie aufgezogen und die offensive Deckung teilte mächtig aus. Die Oberpfälzerinnen steckten aber nicht zurück und agierten von Beginn an auf Augenhöhe.

Per schneller Mitte war der ESV einige Male erfolgreich und auch im Positionsangriff gelang – stark initiiert von der überragenden Spielmacherin Natascha Weber – Vieles. In der Deckung hatte das Heimteam so seine Probleme mit den allerdings auch sehr stark spielenden Gästen, die nicht umsonst das Zwölferfeld anführen. Es war nicht das Spiel der Torhüter und so schenkten sich die Teams bis zum 16:17-Halbzeitstand genseitig viele Tore ein.

Nach dem Seitenwechsel konnte sich der ESV schnell eine leichte Führung sichern. Die Abwehr stand nun besser und Haunstetten hatte die aufwendige Deckungsarbeit offensichtlich Kraft gekostet. Die Abschlüsse waren nicht mehr so effektiv. Auch den Regensburgerinnen gelang offensiv nicht alles, aber immer mehr. Franzi Peter, Mirela Negrutiu-Chirila und Sophia Rektorschik übernahmen erfolgreich Verantwortung. Sechs Tore in Serie machten aus dem 20:20-Zwischenstand ein letzlich vorentscheidendes 26:20.

In der Schlussphase hatten einige Spielerinnen aber offenbar Angst vor dem Gewinnen und zahlreiche unnötige Fehler brachten Haunstetten wieder auf 31:29 rund 45 Sekunden vor dem Ende heran, inklusive Ballbesitz Haunstetten. ESV-Keeperin hatte sich ihre wichtigste Parade für diesen Moment aufgehoben und parierte einen Konter von Rechtsaußen Sabrina Duschner.

Danach war die Messe endgültig gelesen und nach der Schlusssirene kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Derbysiege sind immer etwas Besonderes, gegen den Tabellenführer umso mehr – und zu diesem Erfolg hatten alle beigetragen, auch die Zuschauer, Hallensprecher, DJs und natürlich der Bunker. „Das war ein super Spiel“, adelte ESV-Abteilungsleiter Dieter Müller die Protagonisten nach dem Überraschungscoup. „Obwohl die komlette Mannschaft sehr gut gekämpft und auch spielerisch überzeugt hatte, haben wir schon „Bunker-Atmosphäre benötigt, um die Punkte zu holen“, so Müller.

ESV 1917 Regensburg:

Tor: Chiara Zellner, Franzi Ruzicka

Feld: Peter 8/2, Mirela Negruiu-Chirila 6, Andrea Vlachova 4, Laura Brockschmidt, Anna Fuhrmann, Sophia Rektorschick je 3, Natascha Weber 2, Julia Drachsler, Lavinia Albescu je 1 sowie Doro Mooser und Mariella Bertuccini.

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