Fuhrmann verletzt sich schwer

Doppelte Dezimierung kostete letztlich Überraschungscoup in Haunstetten

Gut 20 Minuten des Drittliga-Derbys zwischen dem TSV Haunstetten und dem ESV 1927 Regensburg hatte es tatsächlich so ausgesehen, als ob der Außenseiter aus der Oberpfalz seiner Erfolgsstory ein weiteres Kapitel zufügen könnte:

Die „Eisenbahnerinnen“ führten in der Augsburger Albert-Loderer-Halle mit zwei Treffern, bevor rückblickend zwei Schlüsselszenen die Gäste auf die Verliererstraße bringen sollten. Am Ende konnte der favorisierte schwäbische Zweitligaabsteiger mit einem den Kräfteverhältnissen nicht entsprechenden 33:24-Sieg die Punkte behalten und in der Tabelle mit den Regensburgerinnen die Plätze tauschen.

Das Spitzenspiel Vierter gegen den Dritten hielt von Beginn an, was sich die Zuschauer von dem Duell versprochen hatten. Beide Teams gingen hochmotiviert in die Begegnung, in der für die Gastgeberinnen deutlich mehr auf dem Spiel stand: Im Falle einer Niederlage hätte sich der TSV erst einmal von seinem Saisonziel „direkter Wiederaufstieg“ verabschieden können.

Nach ausgeglichener Anfangsphase (4:4), in der Franzi Peter alle ESV-Treffer erzielt hatte, konnten sich die Gäste trotz der nun folgenden kurzen Deckung gegen die Juniorennationalspielerin zur Freude der zahlreich mitgereisten, laustarken Schlachtenbummler absetzen.

Dann musste Regensburg den ersten Schock verdauen: Anna Fuhrmann verletzte sich bei einem Sturz so schwer, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Regensburg blieb zunächst noch in Führung, doch die Disqualifikation von Rechtsaußen Mirela Negutiu-Chirila nach einem Scheibenwischer gegen ihre Gegenspielerin nur wenig später, kostete die nächste Schlüsselspielerin.

Noch viel ärgerlich als die Blaue Karte, die eine Sperre nach sich ziehen wird, war aus ESV-Sicht allerdings, dass die Haunstettener Provokateurin, die ebenfalls Blau hätte bekommen müssen, völlig ungeschoren davon kam. Der TSV nutzte die temporäre Überzahl, um selbst in Führung zu gehen und lag zur Pause mit 14:12 in Front.

Nach Wiederanpfiff konnte der ESV relativ zügig wieder ausgleichen, doch einige vergebene Chancen führten dazu, dass Haunstetten von 19:19 auf 22:19 davonziehen konnte. Der ESV verkürzte durch die reaktivierte Kreisläuferin Doro Mooser nochmal auf 22:23, doch der „psychiologisch wichtige Ausgleichstreffer“ (ESV-Trainer von Frankenberg) sollte nicht mehr fallen.

Die durch zwei Jahre gestählte Abwehr Haunstettens hatte viel Kraft gekostet und in der Schlussphase machte sich das Fehlen von Fuhrmann und Negrutiu-Chirila dann richtig bemerkbar.  So konnten die Schwaben das Ergebnis in den finalen Minuten noch ziemlich deutlich gestalten und mit 33:24 die Oberhand behalten.

P.S.: An dieser Stelle die besten Genesungswünsche an Anna, die bei der Rückfahrt glücklicherweise schon wieder mit im Mannschaftsbus saß, aber dem Team wohl länger auf der Platte fehlen wird.

TSV Haunstetten – ESV 27 Regensburg 33:24 (14:12).

Spielfilm: 2:3, 4:6, 6:8, 8:10, 11:11, 14:12 – 16:14, 18:16, 19:19, 22:20, 24:22, 28:23, 33:24.

Strafwürfe: 10/9 – 5/4.

Strafminuten: 6 – 6. Rot: Negrutiu-Chirila (ESV, 26.).

Tore ESV: F. Peter 7/1, Weber 5, Albescu 4, Fuhrmann, Rektorschik je 2, Negrutiu-Chirila, Vlachova, Mooser, Baumgardten je 1.