Fast alles neu beim ESV 1927 Regensburg

Umgekrempeltes Team gastiert zum Saisonstart am kommenden Samstag beim Zweitligaabsteiger SV Allensbach

Im April beendeten die Drittliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg die Saison 2014/2015 mit einem 40:31-Heimsieg über Waiblingen auf einem sensationellen dritten Platz. Die „Eisenbahnerinnen“ schnupperten damit faktisch an der 2. Bundesliga, doch bereits die Verabschiedungen an diesem Abend ließen erahnen, dass die kommende Runde ein Neustart werden würde: Ex-Nationalspielerin Sara Walzik legte das geharzte Leder erst einmal zur Seite, Spielmacherin Natascha Weber verabschiedete sich nach Australien, Rückraumspielerin Melanie Meyer zog es berufsbedingt zurück zur HSG Mainfranken und Rechtsaußen Nicole Schiegerl zurück zu ihrem Stammverein HC Sulzbach. Auch Erfolgstrainerin Judith Pimpl nahm sich nach neun Jahren an der Seitenauslinie eine Handballpause.

In Udo Hermannstädter, der vom Bayernligisten TS Herzogenaurach an die Donau wechselte, fanden die Verantwortlichen aber zeitnah einen motivierten Nachfolger. Der bekam kurz nach Amtsantritt gleich einen ordentlichen Dämpfer, denn das 16-Jährige Ausnahmetalent Franziska Peter verabschiedete sich in die Bundesliga zum Deutschen Rekordmeister HC Leipzig. Doch damit nicht genug: Allrounderin Christine Zimmermann wechselte nach sechs Jahren beim ESV zum Beginn der Vorbereitung berufsbedingt zum HC Erlangen, Melanie Kopp zu ihrem Stammverein nach Sulzbach und Eigengewächs Laura Ehlis, die die komplette vergangene Spielzeit mit Schulterproblemen kämpfte, zieht es studienbedingt nach München.

Die Zukunft der beiden Studentinnen Nicole Odersky und Christina Bittner ist noch ungeklärt. Diese Abgänge auch nur annähernd zu kompensieren, war eine Herkulesaufgabe für die Verantwortlichen: Mit den beiden Linkshänderinnen Andrea Vlachova (24 Jahre) und Andrea Bernardova (25) vom tschechischen Spitzenteam HC Pilsen sowie Rückraum-Allrounderin Jasmin Ellwanger (27) wurde viel Qualität verpflichtet, im Sommer stieß dann auch Sarah Stephan per Zweitspielrecht aus Herzogenaurach zum Team. Trainer Hermannstädter hatte jedoch kaum Gelegenheit, eine Stammformation um die verbliebenen Korsettstangen, die Torhüterinnen Ines Flesch und Chiara Zellner, Rechtsaußen Mirela Negrutiu-Chirila, Halblinks Lavinia Albescu, Kreisläuferin Lisa Haberkorn sowie die Rückraumspielerinnen Anna Fuhrmann und Linda Baumgardten, einzuspielen.

[huge_it_slider id=”2″]

Ein beispielloses Verletzungspech hatte dafür gesorgt, dass der neue Trainer nie seinen kompletten Kader zur Verfügung hatte. Hermannstädter baute deshalb viele U23-Spielerinnen aus der Reserve und den Juniorinnen ein und im Laufe der Vorbereitung konnte das Team gegen höherklassige Teams aus Tschechien und Deutschland beachtliche Resultate erzielen. Die ersten beiden Pflichtspiele unter der Regie Hermannstädters, zwei Pokalspiele in Neutraubling, machten die Verletztenliste aber länger und die Vorbereitung auf den Saisonstart noch schwieriger. Das Auftaktprogramm hat es ohnehin in sich: Am Samstag wartet um 19.30 Uhr mit dem Zweitligaabsteiger SV Allensbach eine hohe Hürde, bevor dann mit dem VfL Waiblingen zum ersten Heimspiel am 26. September ein weiteres Spitzenteam die Klingen mit dem neuen ESV-Team kreuzt.

Angesichts dieser hohen Hürden hofft Hermannstädter, dass die Spielberechtigung des Last-Minute-Neuzugangs Nikola Kubesova rechtzeitig eintrifft: Die 25-Jährige wurde vergangene Saison gemeinsam mit Vlachova und Bernardova Meisterin in der höchsten tschechischen Liga und stieg mit dem HC Pilsen in die WHL, eine gemeinsame Liga mit der Slowakei auf. Kubesova agiert am liebsten auf der Spielmacherposition und kann auf einige Einsätze in der tschechischen Jugendnationalmannschaft zurückblicken. Das Mitwirken Kubesovas wäre doppelt wichtig, denn mit Anna Fuhrmann fällt die zweite nominelle Spielmacherin gegen Allensbach aus.

Das Team vom Bodensee ist gleich eine Standortbestimmung für den ESV, auch wenn die Vorzeichen ungleich sind: Während der ambitionierte SV unter dem neuen Trainer Claus Ammann spätestens 2016/2017 den Wiederaufstieg in die 2. Liga schaffen möchte, zählt für Regensburg in der von 14 auf zwölf verkleinerten 3. Liga Süd nur der Klassenerhalt. Lavinia Albescu denkt positiv: „Wir hatten auch schon in der Vergangenheit immer viele Abgänge und haben das weggesteckt. Ich bin Optimistin und glaube, dass wir am Ende den fünften Platz erreichen können.“ Dieser Rang  im Endklassement wäre dann mindestens genauso hoch zu bewerten wie der dritte Platz in der Vorsaison.

Kader ESV 1927 Regensburg:

Tor: Ines Flesch, Chiara Zellner, Andrea Poschenrieder, Alina Hecht

Rückraum: Lavinia Albescu, Linda Baumgardten, Jasmin Ellwanger, Anna Fuhrmann, Nikola Kubesova, Andrea Vlachova.

Außen: Mariella Bertuccini, Mirela Negrutiu-Chirila, Sophia Rektorschik, Julia Sommerer, Sarah Stephan, Patricia Tillack, Lisa-Marie Vasold.

Kreis: Andrea Bernardova, Lisa Haberkorn, Dorothee Mooser.

Trainer: Udo Hermannstädter

Linkshänderin Andrea Vlachova (li.) und die neue Spielmacherin Nikola Kubesova.
Sollen den ESV zum Klassenerhalt werfen: Linkshänderin Andrea Vlachova (li.) und die neue Spielmacherin Nikola Kubesova. Foto: Torunsky

Von Robert Torunsky

 

DatumMannschaftenZeit/ErgebnisseAustragungsort
2016-09-17 12:30:0017.09.16TSV Neutraubling
ESV 1927 (m-C)
20 - 21
2016-09-17 14:00:0017.09.161. FCN Handball
ESV 1927 (w-C)
 14:00:0014:00
2016-09-17 16:30:0017.09.16HC Sulzb.Rosenb.
ESV 1927 (D II)
 16:30:0016:30
2016-09-17 17:00:0017.09.16ESV 1927 (w-B)
TV Marktsteft
 17:00:0017:00
2016-09-17 19:30:0017.09.16ESV 1927 (D1)
VfL Waiblingen
 19:30:0019:30

 

%d Bloggern gefällt das: