ESV-Damen nehmen Fahrt auf

Nachdem sich die ersten Wochen der Vorbereitung für den neuen ESV-Trainer Udo Hermannstädter aufgrund von Personalsorgen sehr schwierig gestalteten, kommen die „Eisenbahnerinnen“ so langsam richtig in Fahrt. Noch im Juli schienen die Hiobsbotschaften kein Ende zu nehmen: Allrounderin Christine Zimmermann verabschiedete sich nach sechs erfolgreichen Jahren im ESV-Trikot kurzfristig aus beruflichen Gründen und heuerte nahe ihrer fränkischen Heimat beim eine Liga tiefer beim Bayernliga-Aufsteiger HC Erlangen an.

Neuzugang Jasmin Ellwanger und Lavinia Albescu fielen zudem mit Fußverletzungen aus. Hermannstädter machte aus der Not jedoch eine Tugend respektive Jugend und gab vielen U23-Talenten aus dem Bayernliga-Team die Möglichkeit, sich an das Niveau der 3. Liga heranzutasten. Nach dem personellen Aderlass – neben Christine Zimmermann haben nach Rundenende Ex-National- und Führungsspielerin Sara Walzik, Jugendnationalspielerin Franziska Peter, Torjägerin Natascha Weber, Melanie Meyer Nicole Schiegerl und Melanie Kopp das ESV-Trikot abgelegt oder gegen neue Vereinsfarben eingetauscht – musste sich die neu formierte Mannschaft erst finden. Beim traditionsreichen Turnier in Echterdingen Ende Juli wurde folglich Lehrgeld gezahlt, auch wenn die beiden Neuzugänge aus Tschechien, die Linkshänderinnen Andrea Vlachova und Andrea Bernardova, ihr Potenzial schon andeuten konnten. Im August verzogen sich – passend zum Wetter – die dunklen Wolken aber nach und nach.

Beim Trainingslager in Pilsen am vergangenen Wochenende machte das Team, obwohl mit den Urlauberinnen Linda Baumgardten und Anna Fuhrmann sowie den immer noch angeschlagenen Albescu und Ellwanger ein Quartett nicht eingesetzt werden konnte, enorme Fortschritte. Gegen den Zweitligisten Lokomotive Pilsen erreichten die Regensburgerinnen ein 23:23-Unentschieden.

Einen Tag später wartete mit dem HC Pilsen, der – länderübergreifend mit der Slowakei – in der höchsten Spielklasse aktiv ist, ein noch größeres Kaliber. Wenige Minuten vor dem Ende führten der ESV noch, doch in der Schlussphase gaben die größeren Wechselmöglichkeiten den Ausschlag für den 27:24-Sieg des HC. Hermannstädter war hoch zufrieden mit dem Auftreten sowie den Fortschritten und bezeichnete die dreitägige Maßnahme als „entscheidenden Schritt“ in der Vorbereitung.

Auch in Sachen Personal gibt es erfreuliche Nachrichten: Mit Sarah Stephan ist eine motivierte U23-Spielerin seit kurzem für den ESV spielberechtigt. Die 22-Jährige, die in Heidenheim dual BWL studiert und bei der Commerzbank in Bamberg arbeitet,  kennt und schätzt Hermannstädter aus gemeinsamen Zeiten in Herzogenaurach.

Die mit 1,77 Meter groß gewachsene Rechtshänderin wird weiterhin für ihren Stammverein in der Bayernliga auflaufen, möchte sich aber „in der 3. Liga individuell und mannschaftlich weiterentwickeln“. Die neben Linksaußen- auch auf der Rechtsaußenposition einsetzbare Stephan wird die Möglichkeiten dazu bekommen. In Pilsen und bei zwei Trainingsspielerfolgen  unter der Woche gegen den Landesligisten Obertraubling sowie den bayerischen meister Bergtheim wurden weitere Spielerinnen getestet, deren Verpflichtung das Team noch einmal verstärken würde. Hier sind die Klubverantwortlichen optimistisch, bald Vollzug melden zu können.

Steckbrief Sarah Stephan

Foto: Robert Torunsky
Sarah Stephan Foto: Robert Torunsky

Jahrgang: 1993
Größe: 1,77 Meter
Spielt Handball seit: 2005
Vereine: TS Herzogenaurach, HC Erlangen, HaSpo Bayreuth
Position: Links- und Rechtsaußen
Erfolge: Landesligameister A-Jugend 2010, Bayerischer Meister A-Jugend 2012

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