ESV-Damen gehen in Allensbach baden

Regensburgerinnen kassieren zum Drittliga-Auftakt eine herbe 20:45-Klatsche

 Von Robert Torunsky

Allensbach. Dass die erste Auswärtsfahrt der Drittliga-Saison 2015/2016 an den Bodensee zum Zweitligaabsteiger für die dezimierten „Eisenbahnerinnen“ schwierig werden würde, war klar. Doch dass die Oberpfälzerinnen derart baden gehen würden, war dann doch nicht zu erwarten. Die erste Hiobsbotschaft musste Trainer Udo Hermannstädter bereits vor dem Anpfiff hinnehmen: Die Spielgenehmigung für Last-Minute-Neuzugang Nikola Kubesova traf nicht rechtzeitig ein und so hatte der Coach keine Spielmacherin zur Verfügung, da Anna Fuhrmann an einem Muskelfaserriss laboriert.

Hermannstädter beorderte Linda Baumgardten auf die Spielmacherposition und die 20-Jährige musste die ungewohnte Rolle in einem echten Hexenkessel ausüben. 400 Zuschauer machten mächtig Druck und die offensive 3:2:1-Deckung der Allensbacherinnen war für das nicht eingespielte ESV-Team Gift. Bis zum 4:7 hielten sich die Gäste noch einigermaßen wacker, „aber dann haben wir einfach aufgehört, Handball zu spielen“, haderte Hermannstädter.

Seine Spielerinnen hatten zu viel Respekt vor der aggressiven SV-Abwehr und setzten die taktischen Vorgaben – das Auflösen an den Kreis – viel zu selten um. Hermannstädter bemängelte auch, dass „zu viel über links gespielt wurde“ und die rechte Angriffsseite zu wenig eingebunden wurde. Dort ging Linkshänderin Andrea Vlachova stark grippegeschwächt in die Begegnung, stellte sich aber in den Dienst der Mannschaft. Einige unvorbereitete Würfe nutzten die Gastgeberinnen eiskalt aus und sicherten sich mit einigen leichten Toren aus dem Gegenstoß eine 17:11-Halbzeitführung.

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In der Kabine sollten Lösungen für den zweiten Durchgang gefunden werden, doch stattdessen verloren die Spielerinnen nach Wiederanpfiff komplett den Faden. In der Offensive agierte das ESV-Team wie eine Lammherde vor der Schlachtbank und ließ sich komplett den Schneid abkaufen. Allensbach eroberte einen Ball nach dem anderen und spielte sich in einen wahren Rausch.

Die bedauernswerten Torhüterinnen Chiara Zellner und Andrea Poschenrieder bekamen insgesamt über 25 Tore per Gegenstoß eingeschenkt. Regensburg bekam nichts mehr auf die Reihe, nur Goalgetterin Mirela Negrutiu-Chirila traf gewohnt zuverlässig. „Sie war die einzige ohne Hemmungen“, urteilte Hermannstädter, der mit der Rückwärtsbewegung überhaupt nicht einverstanden war: 28 Gegentore in Durchgang zwei dürften Negativrekord für die „Eisenbahnerinnen“ sein. Das Endergebnis von 45:20 spricht Bände und die Regensburgerinnen mussten auf der langen Heimfahrt völlig bedient ihre Wunden lecken.

SV Allensbach : ESV 1927 Regensburg 45:20(17:11)

Spielfilm: 3:2, 5:3, 7:3, 9:4, 11:6, 13:8, 15:9, 17:11 – 20:12, 23:13, 26:14, 28:16, 31:17, 36:17, 40:18, 43:19, 45:20.

Strafwürfe: 6/6 – 2/2.

Strafminuten: 0 – 8.

Tore ESV: Negrutiu-Chirila 9/2, Haberkorn 3, Rektorschik, Sommerer, Vlachowa je 2, Albescu, Baumgardten je 1.

Pos.MannschaftSpPktWDLFADIFF
12420051438
22420062548
324200705218
4ESV 1927 (m-C)221014355-12
5221016372-9
62210175687
7200025263-11
8ESV 1927 (D II)1210024231
9ESV 1927 (H2)12100291316
10JHG Städtedreieck/Schwandorf1210017710
111210017152
12TG Landshut12100352213