Drittliga-Handballerinnen gastieren im Kellerduell beim TV Holzheim

Drittliga-Handballerinnen gastieren im Kellerduell beim TV Holzheim

Der Auftakt in die Saison 2015/2016 hätte für den ESV 1927 Regensburg kaum schlechter laufen können: Mit 0:8 Punkten belegen die Domstädterinnen Platz elf im Zwölferfeld und damit einen Abstiegsrang. Neben der unbefriedigenden Platzierung ist es aber vor allem die Art und Weise wie die Niederlagen zustande kamen, die Sorge bereitet.

Am vergangenen Samstag hatte der ESV sich mit einer ordentlichen Abwehrleistung und nur 21 Gegentoren eigentlich selbst das Feld bereitet, endlich den auch für das Selbstvertrauen so wichtigen ersten Erfolg einzufahren. Mit einer katastrophalen Offensivleistung und dem Negativrekord von nur zwölf eigenen Treffern stand sich das Team von Trainer Udo Hermannstädter bei der 12:21-Heimniederlage gegen Aufsteiger Korb aber selbst im Weg. „Die Mannschaft hat nicht das umgesetzt, was besprochen war. Durch das Pech bei den Pfostentreffern und die vermeidbaren Ballverluste wurden dann Rückstand und Verzweiflung immer größer.“

Die große Enttäuschung über die Leistung muss aber Entschlossenheit weichen, denn trotz aller Defizite ist die Lage nicht aussichtslos. Mit der Bietigheimer Bundesliga-Reserve und der HSG Sulzbach/Leidersbach haben zwei Teams erst zwei Zähler mehr auf dem Konto. Das rettende Ufer ist also noch in Sichtweite, doch freischwimmen muss sich der ESV selbst. Das Auswärtsspiel in Holzheim bietet dazu die perfekte, vielleicht aber auch schon die letzte Gelegenheit. Das Schlusslicht hat bereits fünfmal verloren und konnte in der abgelaufenen Runde zweimal deutlich bezwungen werden.

Damals hatten die Regensburgerinnen zwar einen nominell stärkeren Kader zur Verfügung, doch das darf keine Rolle spielen: Der ESV kann sich keine Niederlage erlauben. Holzheim hat bislang fast 37 Gegentore im Schnitt bekommen und ist dementsprechend anfällig in der Defensive. Doch dazu müssen die Regensburgerinnen das in dieser Spielzeit nicht existente Konterspiel wiederbeleben und auch andere Elemente des Tempospiels wie die schnelle Mitte oder die zweite Welle müssen dringend wieder zum taktischen Mittel werden.

„Dass die Mädels das können, haben sie in der Vorbereitung mehrfach bewiesen“, so Hermannstädter, der auf eine Trotzreaktion seines Teams und die die Rückkehr von Spielmacherin Nikola Kubesova hofft, die gegen Korb schmerzlich vermisst wurde. Einen besseren Zeitpunkt gibt es jedenfalls nicht, doch auch in der Göppinger Parkhaushalle gibt es nichts geschenkt: Möglingen konnte sich dort nur hauchdünn mit 23:21 durchsetzen…

3. Liga Süd, Frauen:

Sa., 18 Uhr: TV Holzheim (12., 0:10) – ESV 1927 Regensburg (11., 0:8).

Mit zwei Bundesligisten ist Göppingen die Handballhauptstadt Süddeutschlands. Zu den Heimspielen des Drittligisten TV Holzheim verirren sich aber durch die starke Konkurrenz durchschnittlich nur rund 50 Zuschauer in die Parkhaushalle. Die junge Mannschaft (Durchschnittsalter 20 Jahre) von Trainer Robert Genius („Der Klassenerhalt in der abgelaufenen Saison war eine Sensation, die wir unserer starken Rückrunde zu verdanken haben.“) konnte mit fünf Niederlagen im bisherigen Saisonverlauf noch keine Werbung in eigener Sache betreiben. Gegen Regensburg will der TV aber mit aller Macht die rote Laterne de Schlusslichts abgeben, während der ebenfalls noch sieglose ESV seinerseits den Befreiungsschlag sucht.

Robert Torunsky