Dezimierte Bunkergirls siegreich

Ersatzgeschwächt, aber erfolgreich

Nach dem Derbysieg über die SG Mintraching/Neutraubling wollten die A-Juniorinnen auch das zweite ostbayerische Prestigeduell gegen den HC Erlangen gewinnen. Nach einem spontan nötig gewordenen Wechsel der Spielhalle wurde die Partie mit Verzögerung angepfiffen – und mal wieder, trotz der Erlaubnis des Spielleiters, ohne Harz. Es entwickelte sich eine sehr ansehnliche Bayernliga-Partie mit starken Offensivreihen. Für das „Highlight“ sorgte einer der Unparteiischen, der als einziger in der Halle ein Phantom-Tor gesehen hatte. Dadurch führten die Regensburgerinnen zur Pause nur mit 17:16, obwohl sie zwei Treffer mehr als der HC erzielt hatten. Um das Kuriosium perfekt zu machen: Bereits im Hinspiel waren zwei bereits anerkannte ESV-Tore aus dem Protokoll verschwunden.

Im zweiten Durchgang büßten die Gastgeberinnen etwas von ihrer Zielgenauigkeit ein und lagen auf einmal mit 22:24 Hintertreffen. Mit einer Willensleistung kämpften sich die Bunkergirls aber zurück, obwohl sie die emotional sehr schwierig zu verkraftende Verletzung von Clara Richthammer (Gute Besserung, Clara!) wegstecken mussten. In der dramatischen Schlussphase sorgten Paraden von Torhüterin Theresa Stahl und zwei energische Durchbrüche von Sophia Peter für den glücklichen 32:31-Erfolg. Ein Sonderlob der Trainer verdiente sich Evi Höllriegl, die neben den gewohnten Abwehrqualitäten auch im Angriff verschiedenste Rollen hervorragend ausfüllte.

ESV 1927 Regensburg : HC Erlangen 32:31(17:16)

Tor: Theresa Stahl, Lisa Preissler

Feld: Sophia Peter, Lea Röhrl je 7, Annalena Kessler 6/1, Eva-Maria Höllriegl 5, Clara Richthammer 3, Maike Baur, Andreea Popovici je 2 sowie Julia Herrmann und Pauline Stumpf.

Das Gastspiel beim Tabellenzweiten TSV EBE Forst United am 9. Februar stand unter keinem guten Stern. Neben den Verletzten, Lena Heid, Clara Richthammer und Pauline Malecki, fehlten auch Andreea Popovici (Familienfeier) und Lisanne Röhr (Prüfungen). Da auch die Unterstützung aus der B nur bedingt möglich war, standen dem Trainergespann Robert Torunsky/Jan Kauer nur sieben Feldspielerinnen zur Verfügung.

Die Regensburgerinnen spielten trotz der ungünstigen Vorzeichen von Beginn an hervorragend und sich sehr viele Großchancen heraus. Leider scheiterten die Bunkergirls vom Siebenmeterpunkt und vom Kreis zu oft an der starken Forst-Keeperin Morath. Ärgerlich: Bei einem Kopftreffer gegen die sich nicht bewegende ESV-Torhüterin Theresa Stahl wurde nicht abgepfiffen und die Gastgeberinnen nutzten den Abpraller – erlaubt, aber sportlich zumindest fragwürdig – zu einem Treffer in das verwaiste ESV-Tor. Die letzte Minute des ersten Durchgangs verlief erneut sehr ungünstig: Sophia Peter bekam eine Zeitstrafe wegen eines Abstand-Vergehens aufgebrummt und so konnten sich die Gastgeberinnen eine 16:15-Halbzeitführung sichern.

Kurz nach Wiederanpfiff schied ESV-Linkshänderin Annalena Kessler mit einer Knieblessur aus und die Wechselmöglichkeiten waren auf NULL geschrumpft. Angeführt von der aus Lagen treffenden, überragenden Lea Röhrl (12 Feldtore) spielten die Gäste fortan mit zwei B-Jugendlichen des jüngeren Jahrgangs auf den Flügeln. Das Team zeigte eine fantastische Leistung und war sogar in 4:6-Unterzahl erfolgreich. Auch eine Doppelmanndeckung gegen Lea Röhrl/Sophia Peter spielten die Regensburgerinnen hervorragend und Kreisläuferin Maike Baur erzielte ihr wahrscheinlich erstes Rückraumtor ihrer Laufbahn.

Die letzten 90 Sekunden waren dann denkwürdig: Erst wurde Sophia Peter beim Stande von 27:26 bei einem Durchbruch hart bedrängt und auf Abwurf entschieden. Ein unnötiger ESV-Ballverlust ermöglichte dann Forst den Ausgleichstreffer durch einen Gegenstoß. Rund 20 Sekunden waren noch auf der Uhr und ihr heißes Herz stand den Regensburgern im Weg. Eine schnelle Mitte wurde falsch ausgeführt – Ballbesitz Forst United. Regensburg verteidigte leidenschaftlich und stoppte den Angriff der Gastgeberinnen. Die Forstis bekamen noch einen Freiwurf zugesprochen, der direkt ausgeführt werden musste.

Der Handballgott war offensichtlich noch nicht fertig mit seinem Frühschoppen und erlaubte so tatsächlich den Last-Second-Sieg des Tabellenzweiten. „Ich habe in meiner langen Trainerkarriere selten einen unverdienteren Sieg gesehen. Nur eine Zeitstrafe für Forst United geht schon angesichts der häufig verlorenen Zweikämpfe überhaupt nicht. Natürlich haben wir in der Schlussminute die Fehler selbst gemacht, aber wir wären nie in die Situation gekommen, wenn allein nur die permanenten Abstandsvergehen bei der Manndeckung und die Fouls bei den vom Gegner einfach nicht gut verteidigten Schussfallen auf Außen entsprechend geahndet worden wären“, so Trainer Robert Torunsky, der wie Kollege Jan Kauer „maximal stolz“ auf das Team war. „Die Mädels hatten für ihre Leistung heute nicht zwei, sondern vier Punkte verdient.“

TSV EBE Forst United : ESV 1927 Regensburg 28:27(16:15)

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Theresa Stahl, Lisa Preissler

Feld: Lea Röhrl 13/1, Maike, Baur, Sophia Peter je 4, Annalena Kessler 4/1, Pauline Stumpf 2 sowie Eva-Maria Höllriegl und Julia Herrmann.

Sechs Tage später traten die A-Juniorinnen dann bei der „Mannschaft der Stunde“, dem 1. FCN Handball an. Das VIP-Lazarett wurde durch Annalena Kessler prominent erweitert, dazu fehlten Kreisläuferin Maike Baur (Familienfeier) und die erkrankte Julia Herrmann. Andreea Popovici war dafür wieder mit an Bord und Gastspielerin Lisanne Röhr sorgte dafür, dass zumindest eine Feldspielerin als Wechselmöglichkeit zur Verfügung stand. Mit Wut im Bauch von der Vorwoche und dem Wissen, dass das Team auch in dieser Formation tollen Handball spielen kann, gingen die Regensburgerinnen in das Duell.

Der ESV zeigte von Beginn an, warum er seit Jahren der Angstgegner der Nürnbergerinnen ist. Lea Röhrl warf auch ohne Harz den Ball nach Belieben ins Tor, Evi Höllriegl war eine umsichtige und torgefährliche Spielmacherin und Sophia Peter bekleidete die ungewohnte rechte Rückraumposition so, als ob sie noch nie etwas anderes gespielt hätte. Obwohl die Nürnbergerinnen aus dem Positionsangriff brandgefährlich waren, konnten sich die Regensburgerinnen Mitte des ersten Durchgangs aufgrund ihrer hervorragenden Trefferquote etwas absetzen. Auch Dank der Tore von Linksaußen „Pops“, die ihr bestes Spiel ohne Harz machte. Der Halbzeitvorsprung von 18:16 aus Gästesicht fiel angesichts der Feldvorteile ein oder zwei Treffer zu gering aus, das Ergebnis sollte jedoch die Konzentration hochhalten. Zumindest zunächst, denn ein kurzer Zwischenspurt, der von einem Traumtor von Youngster Pauline Stumpf – ein Heber im Rückwärtsfallen aus zehn Meter Torentfernung – gekrönt wurde, führte zum 21:16 nach 33 Minuten und 33 Sekunden.

Drei ganz schwache Minuten sorgten dann für einen 4:0-Lauf der Club-Mädels und die Partie drohte zu kippen. Darauf hatte Lea Röhrl überhaupt keine Lust, die in den nächsten Minuten ihrem Team wieder die nötige Sicherheit verlieh. Die Rückraumspielerin erzielte nicht nur unglaubliche 15 Tore, sondern verzeichnete auch etliche Assists. Wenig später sorgte ein Dreierpack von der ebenfalls bärenstarken Sophia Peter dafür, dass der ESV wieder etwas Abstand gewann. In der Schlussphase machte dann Torhüterin Theresa Stahl, die das Torhüterduell klar gewann, den Deckel auf die Partie. Regensburg gewann nach einer fantastischen Mannschaftsleistung verdient mit 35:31. „Was die Mädels heute geleistet haben, war sensationell“, zog Trainer Jan Kauer den Hut vor der Leistung der „Glorreichen Sieben“. Interessante Randnotiz: 32 der 35 Tore hatten die ESV-Mädels aus dem Positionsangriff erzielt – und das gegen einen hochkarätig besetzten „Lieblingsgegner“, der nun die letzten vier Duelle gegen Regensburg verloren hat.

Fazit: Es ist einfach großartig, wie die Mädels als Kollektiv die extrem schwierigen Trainings- und Spielbedingungen wegstecken und gegen richtig starke Gegner bestehen. Jetzt hoffen wir auf das erste Heimspiel im Bunker, am Sonntag, 16. Februar geht es um 16 Uhr gegen die SG Helmbrechts/Münchberg.

1.FCN Handball : ESV 1927 Regensburg 31:35(16:18)

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Theresa Stahl, Pauline Malecki, Lisa Preissler

Feld: Lea Röhrl 15/2, Sophia Peter 9, Andreea Popovici 5, Eva-Maria Höllriegl 3, Luzie Schürzinger 2, Pauline Stumpf 1 sowie Lisanne Röhr.

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2019
2019/20
ESV 1927 Bunker

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