Damen II kommen unter die Räder

Damen II kommt bei der SG Mintraching/Neutraubling mit 18:28 (9:17) Toren böse unter die Räder

Mit viel Selbstvertrauen im Rücken machten sich die ESV’lerinnen auf die kurze Anreise nach Neutraubling um dort dem Erzrivalen die Punkte streitig zu machen. Doch an diesem Samstagnachmittag lief einfach nichts wie geplant für die Eisenbahnerinnen. Kurzfristig musste das Trainerduo Croitoru/Sommerer neben den Langzeitverletzten Eva Dendl, Alina Malende, Julia Eisenhuth auch noch auf die privat verhinderte Lea Kunz und die krankheitsbedingt ausfallende Nina Peter verzichten.

Ein weiterer Knackpunkt war, dass Jasmin Ellwanger leider nicht wie geplant pünktlich aus der Arbeit zum Spiel kommen, sondern erst kurz vor Ende der 1. Halbzeit in das Geschehen eingreifen konnte.

Aber gut – Hätte, Wäre, Wenn – all das sind nur mögliche Ursachen für das nun wirklich nicht Landesliga taugliche Auftreten des ESV 27.

Aber alles der Reihe nach. Aufgrund des Fehlens von Jasmin Ellwanger musste die Anfangsformation kurzfristig noch einmal umgestellt werden. Conny Tillack schlüpfte in die Rolle von Jasmin (Mogli) Ellwanger und begann auf der Rückraum Rechts Position. Wie vermutet nahmen die Gastgeberinnen Katja Goldbach von Anfang an die kurze Leine, was dem Spiel des ESV natürlicher Weise erheblich an Geschwindigkeit und Durchschlagskraft nahm.

Trotzdem gelang es den Gästen die ersten zehn Spielminuten ausgeglichen zu gestalten. Spielstand bis dahin 4:5 aus Sicht des ESV. Doch dann kam es zum ersten Bruch im Spiel der Eisenbahnerinnen. Bis zur 25. Spielminute mussten sie die SG bis auf 14:5 davon ziehen lassen. Ursache dafür war eine löchrige Abwehr mit unglücklich agierenden Torhüterinnen dahinter und die fehlende Durchschlagskraft im Angriff. Auf den Einsatz von Mogli Ellwanger reagierte die SG sofort.

Auch sie wurde sofort in permanente Manndeckung genommen. Trotzdem ging kurzfristig noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft des ESV 27 und so konnte der Rückstand bis zur Pause auf acht Tore (Halbzeitstand: 9:17 Tore) verkürzt werden. Unglücklich für die Gäste war auch die Sprunggelenksverletzung von Conny Tillack kurz vor der Halbzeit. Sie blieb nach einem Zweikampf mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und konnte in der weiteren Begegnung nicht mehr eingesetzt werden. Somit schmolz der eh schon sehr kleine Kader der Gäste um eine weitere Spielerin.

In der Halbzeitpause versuchten die beiden Trainer ihrer Mannschaft noch einmal Mut zu machen. Klar waren acht Tore Vorsprung viel, aber im Handball ist praktisch fast alles möglich. Zu Beginn der 2. Halbzeit blieb der Vorsprung der Gastgeberinnen konstant, der ESV konnte nicht verkürzen, die SG nicht weiter davon ziehen. Nach zehn Spielminuten in Durchgang Zwei bekam der ESV trotz der doppelten Manndeckung gegen Goldbach und Ellwanger etwas Aufwind und konnte in den folgenden fünf Spielminuten den Vorsprung auf fünf Tore (Zwischenstand 45. Spielminute: 15:20 Tore) einschmelzen.

Zu diesem Zeitpunkt merkte man den Gastgeberinnen an, dass sie aufgrund dieser Tatsache doch etwas nervös zu werden schienen. Doch anstatt diese Möglichkeit beim Schopf zu packen und den Vorsprung weiter zu verkürzen, verfiel der ESV wieder in eine fehlerbehaftete Spielweise. Kaum zu Glauben ist die Tatsache, dass es dem ESV 27 in den folgenden fünf Angriffen nicht ein einziges Mal gelang auf das Tor der Gastgeberinnen zu werfen. Immer wieder wurde der Ball im Spielaufbau den Gegnern praktisch in die Hände gespielt, oder durch ungenaue Zuspiele ins Tor- oder Seitenaus befördert.

Diese zweite Schwächephase nutze die SG natürlich konsequent aus und zog auf  vorentscheidend 26:15 davon. So endete das als hochbrisantes Derby eingestufte Spiel der SG Mintraching/Neutraubling gegen den ESV Regensburg 2 mit einem mehr als deutlichem 28:18 Erfolg der SG.

Fazit:

Viele unnötige Ballverluste im Spielaufbau gepaart mit überhasteten, zumeist unpräzisen Würfen im Angriff und die mangelnde Aggressivität und Abstimmung im Abwehrverbund haben uns heute nie unseren Rhythmus finden lassen. Klar hat uns die doppelte Manndeckung gegen Katja Goldbach und Jasmin Ellwanger beeindruckt. Da bleibt uns bei der momentanen Personalsituation effektiv noch eine Rückraumspielerin, von der Gefahr ausgeht. Trotzdem muss aber bei einem vier gegen vier auf die komplette Breite des Spielfeldes einfach mehr im Spiel Eins gegen Eins rauskommen, als das was wir heute gezeigt haben.

Als wir die Chance hatten dem Spiel vielleicht doch noch eine Wendung zu geben, haben wir unseren schlechtesten Handball gespielt. Gratulation an die SG, sie haben das Derby verdient gewonnen. Kommenden Samstag geht es zuhause gegen den HC Forchheim um immens wichtige Punkte. Für uns ist dieses Spiel ein Vierpunktespiel.

Unser Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz beläuft sich auf lediglich vier oder fünf Punkte. Deshalb müssen wir dieses Spiel unbedingt für uns entscheiden. In den kommenden beiden Trainingseinheiten gilt es, das Derby aus den Köpfen aller zu streichen und sich voll auf die neue Aufgabe gegen Forchheim zu fokussieren.

 

Aufstellung mit Toren:

Alina Hecht und Andrea Poschenrieder (beide Tor), Kerstin Wyrwoll (2), Julia Sommerer (7/2), Katja Goldbach (1), Conny Tillack (1), Andreea Croitoru, Patricia Tillack (1), Barbara Hagl, Stefanie Wörl (2) und Jasmin (Mogli) Ellwanger (4)

 

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