Bericht zum Sieg gegen Haunstetten

Derbysieg und Tabellenspitze – mehr geht nicht!

Am Samstag stand für die ESV-Handballerinnen das erste Derby der noch jungen Drittliga-Saison auf dem Programm: Erzrivale TSV Haunstetten gab seine Visitenkarte in der Sporthalle Königswiesen ab und die Partie sollte das halten, was sich die zahlreichen Zuschauer versprochen hatte: Spannung, Härte und noch mehr Emotionen. Beide Teams mussten auf Schlüsselspielerinnen verzichten: der ESV auf Nicole Lederer, Haunstetten neben Routinier Annika Schmid kurzfristig auch noch auf Sarah Irmler, die das Aufwärmen abbrechen musste.

Die Schwäbinnen setzten auf eine megaaggressive 3:3-Deckung, die dem ESV zu Beginn überhaupt nicht schmeckte. Gerade Andrea Vlachova, die in den ersten beiden Saisonspielen 21 Feldtore erzielt hatte, kam nicht wie gewohnt ins Rollen und auch Franzi Peter hatte es durch eine Sonderbewacherin 15 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse sehr schwer. Folgerichtig waren es auch die Gäste, die mit 2:0 in Führung gingen. Ein fulminant verwandelter Siebenmeter von Natascha Weber war dann das Hallo-Wach für den ESV, der aber trotzdem noch einige weitere Minuten brauchte, um sich auf die genauso ungewohnte wie unangenehme Deckung der Gäste einzustellen.

Die ESV-Rückraumspielerinnen nahmen nach Ballgewinnen das geharzte Leder zu spät an und liefen dadurch ohne viel Schwung schon nahe der Mittellinie in die Hände der TSV-Abfangjägerinnen. So entstand ein Abnützungskampf, eine „echte Schlacht“, wie ESV-Coach Stefan von Frankenberg nach Spielende befand. Die eigene Deckung stand eigentlich sicher, verpasste es aber mehrfach durchmangelhafte Blockarbeit sich öfter die Belohnung für das gute Verschieben abzuholen. So kam Haunstetten immer wieder zu Treffern aus dem Rückraum und die Partie verlief bis zur 19. Minute und dem 7:7-Zwischenstand ausgeglichen. Bezahlt machten sich dann einige Umstellungen von Frankenbergs, der Natascha Weber auf die Spielmacherposition und Peter auf ihre Lieblingsposition im rechten Rückraum beorderte. Auch die personenbezogenere Deckung gegen Gästespielmacherin Patricia Horner zeigte Wirkung.

Ein frecher Heber von ESV-Youngster Andreea Popovici und zwei Einzelaktionen von Franz Peter brachten dann nach längerer Zeit wieder eine Führung für die Oberpfälzerinnen und Haunstetten musste langsam den Preis für seine intensive, stellenweise geniale Abwehrarbeit bezahlen. Der Truppe von Herbert Vornehm wurden die Beine schwerer, da vorne die einfachen Tore fehlten und der TSV auch im Angriff viel investieren musste. Dadurch kamen die Verteidigerinnen nun öfters einen Schritt zu spät und die fälligen Zeitstrafen taten den Gästen weh. Das Auflösen der Torwartposition wurde durch zwei Treffer ins leere Gehäuse bestraft. Für die 16:13-Pausenführung der Gastgeberinnen sorgte dann Nicole Schiegerl mit einem souverän verwandelten Siebenmeter. Die Rückkehrerin machte ein ganz starkes Spiel und brauchte für ihre am Ende sieben Tore nur acht Versuche.

Nach Wiederanpfiff sorgte ein ESV-Dreierpack – einmal Anna Fuhrmann und zweimal Nicole Schiegerl – für ein beruhigendes 19:13. Haunstetten bewies Moral und kämpfte weiter verbissen, gerade im Rückraum fehlte aber die Durchschlagskraft und die Deckung konnte nicht genügend Ballgewinne in Gegenstöße ummünzen. Dazu scheiterte der TSV auch erstmalig per Siebenmeter an der über 60 Minuten konstant solide haltenden Kristyna Vidrsperkova. Im weiteren Verlauf kamen die Gäste nie näher als vier Tore heran (22:18, 44. Minute), doch der ESV hatte unterstützt von einer in Bunker-Laustärke agierenden Halle immer die passende Antwort parat.

Am Ende siegte Regensburg verdient mit 28:23 und sicherte sich als Kirsche auf der Sahne sogar noch die Tabellenführung, da die HSG Freiburg in Allensbach über ein Unentschieden nicht hinauskam und Zweitligaabsteiger Gröbenzell pausierte. Die wunderbare Aussicht vom Platz an der Sonne können die Regensburgerinnen noch mindestens bis zum 13. Oktober genießen, denn erst dann steht das nächste Spiel auf dem Programm. Und was für eins, es geht zum Tabellenzweiten HSG Freiburg. Am Samstag in Regensburg waren alle guten Dinge drei: Derbysieg, Tabellenführung und spielfreies Wochenende in Aussicht. Coach von Frankenberg war deshalb auch voll des Lobes: „Die Abwehr hat mir insgesamt gut gefallen, mit 23 Gegentoren verlierst Du nicht. Im Angriff war nicht alles das Gelbe vom Ei, aber Haunstetten hat das ja auch gut verteidigt und gegen diese Abwehr muss man erst einmal 28 Tore machen. Alles in allem eine tolle Mannschaftsleistung.

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ESV 1927 Regensburg:

Tor: Kristyna Vidrsperkova, Chiara Zellner

Feld: Nicole Schiegerl 7/3, Franziska Peter 6, Anna Fuhrmann 4, Natascha Weber 4/1, Mirela Negrutiu-Chirila, Andreea Popovici, Sara Mustafic  je 2, Andrea Vlachova 1 sowie Doro Mooser, Pia Klenk (n.e.) und Sara Ohsam (n.e.).