Bericht ESV vs. Freiburg [MZ]

ESV 27 ist auch durch eine weite Anreise nicht zu stoppen

 Handball: Regensburger Frauen-Drittligist behauptet mit einem 29:22-Sieg in Freiburg die Tabellenspitze.

 von Gerd Winkler, MZ

 

REGENSBURG. Auch im zweiten Auswärtsspiel haben sich die Handballfrauen von Drittligist ESV 27 Regensburg schadlos gehalten. Der Spitzenreiter fuhr beim bis dato ungeschlagenen Tabellenzweiten HSG Freiburg ein klares 29:22 (15:8) ein. Allerdings ist der vierte Saisonsieg von der vermutlichen Bänderverletzung (55.) von Junioren-Nationalspielerin Franzi Peter überschattet. Aufschluss darüber dürfte ein Arztbesuch am Montag bringen.

„Auch das werden wir kompensieren, so gut wie die Mädels drauf sind“, ist ESV-Coach Stefan von Frankenberg dennoch zuversichtlich. Zudem wird in naher Zukunft die bisher verletzte Nicole Lederer auflaufen. Und sein Optimismus wird von der Art und Weise des Start-Ziel-Sieges in Freiburg genährt. Von Frankenberg sah eine „ganz tolle Mannschaftsleistung“, aus der Torfrau Kristýna Vidršperková herausgestochen sei.

Schon vor dem Ausfall von Peter wurde Regensburgs kleiner Kader reduziert: Anna Fuhrmann kassierte Rot (41.), als sie sich beim dritten Mal gegen die das Knie hochziehende Angreiferin schützte. „Drei, vier Angriffe waren wir schon etwas verunsichert, dann haben wir das kompensiert“, sagte der Trainer. In der Not beorderte er Kreisläuferin Sara Mustafic auf Halbrechts und Rechtsaußen. Der Grundstein wurde in der ersten Hälfte gelegt, als Vidršperková ein halbes Dutzend klarer Chancen vereitelte. Vorne sei mit dem Tor zum 4:3 (8.) durch Mirela Negrutiu-Chirila die Maschinerie angelaufen, sagte von Frankenberg. Weil’s so gut lief, war die Halbzeitpause in der Kabine eine kurze. „Ich hatte schon meine Bedenken, wenn man zur Halbzeit mit sieben führt“, berichtete der Coach: „Deshalb habe ich eine kurze Ansprache gemacht, dass die Mädels zum Laufen rausgehen, um die Körperspannung zu halten“.

Auch die zweite Kraft im ostbayerischen Frauenhandball, die SG Mintraching/Neutraubling, konnte einen Sieg einfahren: Ein Heim-24:23 (14:10) gegen den bisher ungeschlagene Bayernliga-Neuling HSG Freising/Neufahrn. „In der ersten Hälfte haben wir alles richtig gemacht“, bilanzierte SG-Übungsleiter Wolfgang Völkl: „Unserer 5:1-Abwehr hatte Freising beim Eins-gegen-Eins gut im Griff, wir haben sie zu vielen Ballverlusten gezwungen“. Nach dem Wechsel riss der Spielfluss: Zunächst glichen die Gäste aus (14:14) aus, dann folgten drei verballerte SG-Strafwürfe (38., 40., 46.). „Du kriegst die Belohnung und nimmst die nicht an. So musst du dann bis zum Schluss zittern und kämpfen“, kommentierte Völkl die Misere. Aber: „Eine stabile Abwehr ist ausschlaggebend, wenn du vorne viel verwirfst“, stellte Völkl klar: „Letztlich haben wir am Ende den Gegner niedergerungen“.

Derweil fiel in der Frauen-Landesliga der SV Obertraubling in Folge der 20:21 (10:8)-Heimpleite gegen Aufsteiger PSV Nürnberg vom zweiten auf den vierten Rang zurück. 17:13 (46.) in Front liegend sei ihre Truppe wie aus dem Nichts aus dem Tritt gekommen, klagte Trainerin Judith Pimpl: „Als ob wir alles vergessen hätten! Nürnberg hat nix umgestellt, die mussten nur auf unsere kopflosen Angriffsaktionen warten“. Überhastete Abschlüsse, Fehlwürfe und Stürmerfouls reihten sich nun aneinander. Typisch: In den Schlusssekunden bekommt der SVO einen Freiwurf, keiner kümmert sich um den Ball. „Den muss ich aufheben, der Gegner macht’s nicht“, rügte Pimpl, weil es nur noch zu einem direkten Freiwurf reichte.

Dagegen kam der ersatzgeschwächte Ligakonkurrent ESV 27 Regensburg II dank des 26:17 (11:5) bei Bayernliga-Absteiger SG Rimpar zum ersten Erfolgserlebnis. „Wir können es doch, du musst nur daran glauben“, begründete Co-Trainerin Kati Goldbach das Husarenstück. „Dieses Mal haben wir sehr diszipliniert gespielt“, analysierte Goldbach: „Die Laufwege, die wir seit Wochen einstudieren, haben wir endlich bis zum Ende durchgespielt“.

In der Männer-Bayernliga entschied die gastgebende SG Regensburg das Neulingsduell gegen die HSG Würm-Mitte mit 30:26 (14:13) für sich. Die Entscheidung fiel in Unterzahl: Bei 26:25 (53.) gewann die SG dieses mit 2:0. Unterdessen kassierte der ASV Cham in der Landesliga Nord mit einem unglücklichen 24:25 (15:13) beim Zweiten HSG Lauf/Heroldsbach die erste Niederlage. ASV-Trainer Filip Turecek machte diese am ungewohnten Harz, einigen überzogenen Strafzeiten sowie einem „klar“ verweigerten Strafwurf in der Schlussminute fest.