Bericht Damen 1 vs. FSG Waiblingen/Korb II

ESV-Frauen lassen Milde walten

Von Gerd Winkler, MZ

Regensburg. Seit Januar heimatlos – der Bunker ist wegen Brandschutzauflagen bis auf weiteres auf 200 Zuschauer begrenzt – lassen sich die Handballfrauen des ESV 27 Regensburg nicht beirren. Auch das dritte Heimspiel in einem Ausweichquartier, erstmals in der Clermont-Ferrand-Halle, gestalteten die Eisenbahner erfolgreich: Am Samstagabend wurde gegen Drittliga-Schlusslicht FSG Waiblingen-Korb II mit 36:29 (19:14) im achten Heimspiel der sechste Sieg eingefahren.

Das erste und das letzte Wort hatten die Gäste: zum 0:1 (3.) durch Tabea Bauer und zum Endstand von 29:36 zwei Sekunden vor Schluss durch Anna Karpf. Dazwischen hatten die Blau-Schwarzen das Sagen. Dass der designierte Absteiger in Regensburg über sechzig Minuten nicht Kontra geben kann, war beim Blick auf die Auswechselbank klar: Mit nur zwei Wechslern ist in der 3. Liga eigentlich kein Spiel zu gewinnen. Der von ESV-Trainer Stefan von Frankenberg kommentierte “nie gefährdete Sieg” war von daher vorprogrammiert.

Eine “endlich mal sehr gut gespielte Abwehr”, sah von Frankenberg und analysierte: “In unserer 6:0-Formation sind wir mehr auf die gegnerischen Halben raus, der Mittelblock ist passiv geblieben.” Verantwortlich sei die bessere Abstimmung gewesen: “Es ist einfach wieder mehr miteinander geredet worden.”

Andrea Poschenrieder, die vorerst als Backup der gesetzten Chiara Zellner den Rücken frei hält, präsentierte sich stärker als beim für sie, weil etwas nervös, durchwachsenen 33:32-Heimsieg vor zwei Wochen in der Nordhalle gegen den Tabellenvorletzten SG OBK Bellheim. Poschenrieder begann in der ersten Sieben und kam mit einigen parierten Bällen schnell zu Erfolgserlebnissen und damit zu Sicherheit und Selbstvertrauen. Die Körpersprache Poschenrieders war eine ganz andere als noch gegen Bellheim.

Lediglich mit den elf Gegentoren in den letzten 19 Minuten war von Frankenberg nicht einverstanden. Angesichts der deutlichen Überlegenheit fehlte der letzte Biss am eigenen Kreis. „Sechs, sieben Bälle blocken wir, der Ball fällt runter, nur wir schauen etwas langsam”, kritisierte der Coach das Verpassen der möglichen Ballgewinne. Nach siebenwöchiger Verletzungspause sprühte Franzi Peter im rechten Rückraum geradezu vor Tatendrang. Von Nachwirkungen des doppelten Bänderrisses war keine Spur zu sehen.

Die Junioren-Nationalspielerin erzielte nicht nur acht Feldtore, sondern zeigte auch mit ihrer Präsenz und Dynamik, wie wertvoll sie ist. Aufgewertet wurde der Pflichtsieg durch die überraschende 25:31-Pleite von Aufsteiger TS Herzogenaurach bei der SG OBK Bellheim. Der Vorsprung auf Abstiegsplatz zehn beträgt nun acht Zähler. Mit einem Auswärtssieg im bayerischen Derby am Sonntag bei den Franken kann der ESV 27 letzte Zweifel am Klassenerhalt für die dann letzten fünf Saisonspiele ausräumen.

ESV 27 Regensburg – FSG Waiblingen-Korb II 36:29 (19:14). Spielfilm: 3:2, 8:3, 9:7, 11:9, 14:10, 16:12, 19:14 – 21:16, 24:17, 27:19, 29:22, 31:24, 34:26, 36:29. Strafwürfe: 3/0 – 3/3. Strafminuten: 2 – 4. Tore ESV: F. Peter 8, Drachsler, Weber je 6, Brockschmidt 5, Negrutiu-Chirila 4, Albescu 3, Vlachova 2, Rektorschik, Bertuccini je 1

 

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Hier auch nochmals der Hinweis auf das nächste Derby in Herzogenaurach

TS Herzogenaurach vs ESV 1927 (D1)

3. Liga Süd