Bayernliga – was sonst!

B-Juniorinnen lösen souverän das Ticket für die Bayernliga

Am 28. April waren die B-Juniorinnen beim Heimturnier mit drei klaren Siegen gegen Hemau/Beratzhausen, den HT München und den SV Puschendorf in die zweite und entscheidende Runde der Qualifikation zur Handball-Bayernliga eingezogen. Am vergangenen Samstag (13. Mai) stand nun das Kontrastprogramm auf dem Programm: In der neuen Sporthalle in Nürnberg-Röthenbach durfte nicht nur nicht geharzt werden, der rutschige Boden war ebenfalls nicht zu vergleichen mit dem Parkett im „ESV-Bunker“. Zwei Langzeitverletzte und weitere kurzfristige Absagen hatten den Kader des Trainerduos Robert Torunsky/Franziska Peter auf acht Feldspielerinnen, darunter zwei C-Jugendliche, und zwei Torhüterinnen reduziert – angesichts der Spielzeit von zweimal 40 Minuten bedeutete dies ein ganz schönes Pensum an dem sonnigen Frühlingstag.

Das erste Spiel des Tages bestritten Gastgeber TV Eibach 03 und der HC Erlangen. Die Gäste siegten sicher mit 21:9 und standen fast mit beiden Beinen in der höchsten Jugend-Spielklasse. Angesichts des klaren Ergebnisses war die Rechnung für die Regensburgerinnen einfach: Ein Sieg über Erlangen würde den ESV unter die zehn besten Teams in Bayern bringen. Der ebenfalls mit ostbayerischen Auswahlspielerinnen gespickte HC wurde Anfang April beim LEW-Cup in Schwabmünchen hauchdünn besiegt und deshalb erneut ein spannendes Duell auf Augenhöhe erwartet.

ESV 1927 Regensburg: HC Erlangen 17:12(7:5)

Obwohl Erlangen schon ein Spiel in den Knochen hatte, präsentierte sich der HC in der Anfangsphase wacher. Jeweils zwei Stellungsfehler, Fehlwürfe und Ballverluste der Regensburgerinnen bedeuteten eine frühe 3:1-Führung für Erlangen. Dann stand die ESV-Deckung aber immer besser und dazu hatte Torhüterin Theresa Stahl einen echten Sahnetag erwischt. Die Ballgewinne nutzte Linkshänderin Annalena Kessler zu zwei Kontertoren in Serie und Regensburg führte nun selbst mit 4:3. Stahl parierte spektakulär einen Siebenmeter und Alina Just sorgte nach einer frühen Zeitstrafe gegen Kessler mit einer feinen Einzelleistung in Unterzahl dafür, dass die Oberpfälzerinnen in Front blieben. Die Anzahl an Fehlwürfen und Ballverlusten blieb aber zu hoch, sodass sich der ESV zur Pause nicht weiter als 7:5 absetzen konnte. Die ansonsten sehr ordentlichen Schiedsrichter hatten bei den Schritten eine eigene Linie, auf die sich beide Mannschaften erstmal einstellen mussten. Der Tenor der Kabinenansprache war klar: früher abspielen und werfen, um nicht wieder so viele Aktionen abgepfiffen zu bekommen. Das Vorhaben wurde konsequent umgesetzt. Annalena Kessler blieb weiterhin treffsicher und erhielt offensiv nun auch mehr Unterstützung von ihren Nebenleuten. Die Abwehr agierte nun richtig gut und Theresa Stahl nagelte ihren Kasten regelrecht zu und entnervte die HC-Angreiferinnen komplett: Das 12:5 durch Lea Röhrl in der 27. Minute bedeutete den siebten ESV-Treffer in Serie und eine blendende Ausgangsposition. Ein weiterer gehaltener Siebenmeter in Unterzahl bedeutete dann die Vorentscheidung, Erlangen sollte nie weiter als auf vier Tore herankommen. Youngster Julia Herrmann besorgte dann den 17:12-Endstand und die Bayernliga war vorzeitig erreicht. „Offensiv können wir es noch deutlich besser, aber defensiv war das von allen großes Kino“, freute sich Coach Robert Torunsky. Neben der überragenden Theresa Stahl zählte die treffsichere Annalena Kessler zu den Sieggaranten, auch Alina Just lieferte auf der neuen Linksaußenposition eine starke Partie ab.

ESV 1927 Regensburg : TV Eibach 03 29:14(12:6)

Nach den Ergebnissen der ersten beiden Partien war die Favoritenlage eindeutig geklärt: Und der ESV hatte richtig Lust, dieser auch gerecht zu werden. Die körperlich überlegenen Gastgeberinnen fanden wenig Mittel gegen die 5:1-Deckung mit „Indianerin“ Evi Höllriegl auf der Spitze. Spielmacherin Sophia Peter lenkte nicht nur das Angriffsspiel gekonnt, sondern war auch als Vollstreckerin erfolgreich. Auch Lea Röhrl war nicht zu stoppen und an sehr vielen gelungenen Aktionen beteiligt. Der 12:6-Halbzeitstand aus ESV-Sicht war bereits die Vorentscheidung, doch nach dem Seitenwechsel sollte das Schützenfest noch stärker zelebriert werden. Höllriegl und Kessler stockten ihr Torkonto kräftig aus und Kreisläuferin Luzie Schürzinger wurde für ihre aufopferungsvolle Abwehrarbeit und ihre gekonnten Sperren mit drei Treffern belohnt. Auch die eingewechselte Torhüterin Lisa Preissler konnte mit vielen Paraden überzeugen. Am Ende siegten die Regensburgerinnen verdient mit 29:14 und wurden von den Schlachtenbummlern für die glänzende Leistung in der gesamten Quali-Runde gefeiert.

Fazit: Ob mit oder ohne Harz: 10:0 Punkte und ein Torverhältnis von 116:70 sind eindeutiger Beleg für eine mehr als gelungene Quali. Die Mannschaft überzeugt als Team, ist von jeder Position gefährlich und spielt attraktiven Tempohandball. Das Beste: Es gibt sogar noch Steigerungspotenzial in allen Bereichen. In Bestbesetzung, in der wir nach einer verdienten Kurzpause nach den Pfingstferien hoffentlich sein werden, wollen wir noch eine Schippe drauflegen, um dann in einer bockstarken Bayernliga – qualifiziert haben sich auch der TSV Haunstetten, der TSV EBE Forst United, der TSV Allach 09, die HSG Würm-Mitte, der TSV Schleißheim, der VfL SF Bad Neustadt, der, 1. FCN Handball, der HC Erlangen und die SG Mintraching/Neutraubling – eine möglichst gute Rolle spielen zu können.

 

Für den ESV 1927 Regensburg spielten:

Tor: Theresa Stahl, Lisa Preissler

Feld: Annalena Kessler 13/5, Sophia Peter 9/2, Evi Höllriegl 8/1, Lea Röhrl 6, Julia Herrmann 4, Alina Just, Luzie Schürzinger je 3 und Mia König.