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Bärenstarke Bunkerladies besiegen Nordfrauen

Die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg besiegen im zweiten Heimspiel den TSV Nord Harrislee klar mit 31:24(14:11)

Regensburg – Was für eine Willens- und Mannschaftsleistung! Die ohne etatmäßige Spielmacherin angetretenen Bunkerladies schlagen im Duell der Bayerischen Nummer eins mit dem Spitzenteam Schleswig-Holsteins den TSV Nord Harrislee und sichern sich den umjubelten ersten Heimerfolg.

Der trotz der 22:25-Niederlage bärenstarke Auftritt gegen den Aufstiegsfavoriten Füchse Berlin bei der Zweitligarückkehr nach 17 Jahren hatte es bereits angedeutet: Die Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg sind absolut konkurrenzfähig – und das trotz diverser Ausfälle. Neben der Langzeitverletzten Sophia Peter und Linksaußen Anika Bissel hatte sich Anna Fuhrmann gegen die Spreefüxxe an der linken Hand verletzt und fehlt ihrem Team vier bis sechs Wochen.

Johanna Brennauer
Foto: H.C. Wagner

ESV-Coach musste nach der unglücklichen, da nicht verdienten Auftaktniederlage gegen Berlin viel (Aufbau-)Arbeit verrichten: Ohne etatmäßige Spielmacherin blieben nur wenige Einheiten, die neue Rückraumreihe mit Halblinks Amelie Bayerl als neuer Regisseurin einzuspielen.

Die 23-Jährige meisterte die Aufgabe mit Bravour und sollte zu einer der Matchwinnerinnen werden. Das 1:0 durch Linksaußen Johanna Brennauer im ersten Regensburger Angriff war ein Brustlöser. Die 19-Jährige besorgte wenig später das 2:1 und – nach riskantem Traumpass von Keeper Natalia Krupa – auch das 5:2. Der ESV musste andere Lösungswege suchen, da die mit einem Heimsieg gegen Heide gestarteten Nordfrauen sich hervorragend auf Kreisläuferin Julia Drachsler eingestellt waren und generell einen starken Mittelblock bildeten.

Die Deckung um die erneut glänzend aufgelegte Torhüterin Krupa arbeitete leidenschaftlich und war hauptsächlich durch frühe und durchaus diskutable Zeitstrafen gegen Nicole Lederer und Johanna Brennauer auszuhebeln. Die Mannschaft ließ sich aber dadurch nicht aus dem Konzept bringen und riss die Zuschauer im gut gefüllten „Bunker“ an der Dechbettener Brücke von den nicht vorhandenen Stühlen. Eine Verletzung ohne Fremdeinwirkung einer Harrilsleer Spielerin sorgte dann für eine längere Unterbrechung. Danach war bei den Gastgeberinnen etwas Sand im Getriebe.

Daher entschloss sich Coach Szücs kurz vor dem Seitenwechsel widerwillig, bereits früh seine zweite Auszeit zu nehmen. Eine goldrichtige Entscheidung, denn ein Treffer von Julia Drachsler und ein weiterer von Franziska Peter sicherten in der kritischen Phase die 14:11-Pausenführung.

Amelie Bayerl
Foto: H.C. Wagner

Die Marschrichtung der Pausenansprache – weniger Abschlüsse über den Mittelblock und noch breitere Spielanlage – setzten die Bunkerladies nach Wideranpfiff konsequent um. Ein Tor der formidablen Amelie Bayerl, die nahezu jeden Zweikampf gewann und sich auch von einigen härteren Körperkontakten nicht abkochen ließ, sowie eine Parade Krupas sorgten für den perfekten Start. In kritischen Phasen setzte Nicole Lederer Zeichen und verwandelte bei angezeigtem passiven Spiel zwei Freiwürfe im Netz der Nordfrauen. Die Angriff-Abwehr-Wechsel des ESV funktionierten wie schon in der ersten Hälfte ausgezeichnet und somit hatte gerade die Rückraumachse Bayerl-Lederer-Peter genügend Kraft, bis zum Ende ein Höllentempo vorzulegen.

Franzi Peter war dann überhaupt nicht mehr zu stoppen und erzielte im zweiten Durchgang acht ihrer elf Treffer: Prädikat „Besonders wertvoll“ und mitentscheidend für das Happyend. Eine weitere „Mutter des Erfolgs“ war auch Rechtsaußen Nicole Schiegerl, die in ihrem zweiten Zweitligaspiel ihrer Karriere abgezockt wie ein Routinier agierte und im Abschluss und Spielaufbau viele clevere Aktionen hatte. Besonders erfreulich war, dass Szücs alle zur Verfügung stehenden 13 Spielerinnen einsetzen konnte und so ihren Teil aktiv beitrugen.

Nach dem Schlusspfiff und dem 31:24-Endstand brachen alle Dämme und der erste doppelte Punktgewinn wurde gefeiert. Die begeisterten Zuschauer spendierten Standing Ovations und freuten sich schon auf den nächsten Heimauftritt am 25. September gegen den TuS Lintfort. ESV-Trainer Csaba Szücs war überglücklich. „Ich kann den Mädels nur ein riesiges Kompliment machen. Das war ein super Spiel, kämpferisch und auch spielerisch. Eine Top-Mannschaftsleistung.“ Auch der Sportliche Leiter Robert Torunsky war voll des Lobes: „Ich bin sehr stolz auf unsere dezimierte Truppe, die trotz der personellen Rückschläge über sich hinausgewachsen ist und beide Hälften gegen einen etablierten Zweitligisten klar für sich entschieden hat.“ Harrislee-Coach Olaf Rogge gratulierte fair: „Regensburg ist der verdiente Sieger und hatte die deutlich bessere Torhüterleistung. Ich weiß nicht, ob meine Mädels von der Verletzung geschockt waren, aber das ist alles keine Ausrede, dass wir zu viele Fehler gemacht haben.“

ESV 1927 Regensburg

Tor: Natalia Krupa, Johanna Ziegler

Feld: Franziska Peter 11/2, Nicole Lederer 5, Nicole Schiegerl 5/2, Amelie Bayerl 4, Johanna Brennauer, Julia Drachsler je 3 sowie Sara Mustafic, Carina Vetter, Julia Smidéliusz, Dorothee Mooser und Lea Röhrl.

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