Alle guten Dinge sind drei

B-Juniorinnen gewinnen auch in Allach

Nach Auswärtserfolgen in Nürnberg und Bad Neustadt wartete mit dem Tabellenführer Allach am Sonntag die bislang größte Herausforderung auf die Regensburgerinnen. Die Gäste gingen sehr motiviert und die Partie und starteten erneut so, wie man es sich als Trainer nur wünschen kann: Schnelle Ballpassagen und auf den Punkt gespielte Kombinationen kombiniert mit guter Abwehrarbeit und gnadenlosen Kontern. Als Sahnehäubchen noch vier Torschützinnen bei den ersten vier Treffern – die 4:0-Führung des ESV nötigte das Trainerteam der Gastgeberinnen schon nach etwas über fünf Minuten zu einer Auszeit. Die sollte mit etwas Verzögerung auch Wirkung zeigen und der amtierende Bayerische Meister der C-Jugend kam – angeführt von seinen gefährlichen Rückraumspielerinnen – Tor um Tor heran.

Die Gäste hatten zwar immer noch optisch ein Übergewicht, aber in der Offensive schlich sich jetzt der ein oder andere Fehlwurf mehr ein, obwohl es dort immer noch wenig zu meckern gab. Die Deckung agierte aber nicht immer optimal gegen die mit vielen BHV-Spielerinnen besetzten Allacherinnen, bekam aber durch die Torhüterinnen in dieser Phase aber auch zu wenig Unterstützung. Dem Spielverlauf nicht entsprechend ging es beim Stande von 15:15 ging es in die „Kabine“.

Obwohl die letzten Minuten des ersten Duchgangs maximal unglücklich für die Oberpfälzerinnen gelaufen waren, war man sich beim Pausentee einig, dass man diese Partie für sich entscheiden wollte. Das Vorhaben wurde nach Wiederanpfiff konsequent umgesetzt: Die nächsten fünf Treffer sollten wieder dem ESV gehören.

Das Schöne am Handball ist, dass Fehler oft auch wieder schnell ausgebügelt werden können: Nach Wiederanpfiff parierten die ESV-Keeperinnen wichtige Bälle und waren der Rückhalt, den man in fremder Halle braucht. Offensiv blieben die Regensburgerinnen einfach klasse und nicht auszurechnen. Jede Spielerin der Stammformation erzielte mindestens zwei Treffer, ein Sonderlob verdienten sich neben der umsichtigen Spielmacherin Sophia Peter auch Linksaußen Alina Just (6 Tore bei 7 Versuchen) und Lea Röhrl, die gesundheitlich angeschlagen eine tolle Vorstellung ablieferte. Wenn man in der zweiten Hälfte ein Haar in der Suppe finden möchte, dann ist es die wiederholt verpasste Vorentscheidung.

Vier Hundertprozentige wurden aus aussichtsreichen Positionen liegengelassen und Allach im direkten Gegenzug einige Hochkaräter durch deren gefürchtete zweite Welle ermöglicht. Die Chancenverwertung des TSV war aber nicht mehr gut genug und so blieb der ESV komfortabel in Front. Auch verschiedene Manndeckungen der Oberbayerinnen verfehlten die gewünschte Wirkung, da die Regensburgerinnen mit ihren gelernten Rückraumspielerinnen auf den Außenpositionen den entstandenen Platz gut nutzen konnten. Am Ende siegten die Gäste nach einer schon an der Torverteilung abzulesenden bärenstarken Mannschaftsleistung souverän und verdient mit 29:23.

Trainer Robert Torunsky war sehr stolz auf sein Team: „Phasenweise war das nahe am perfekten Spiel und einfach wunderbar anzusehen. Dass wir in der ersten Hälfte die Partie noch so aus der Hand geben, war völlig unnötig und das sollten wir uns in dieser starken Liga nicht noch einmal leisten. Die Reaktion darauf nach dem Seitenwechsel ist dann aber einfach überragend gewesen und die Mannschaft hat einen richtig guten Gegner in dessen Halle über weite Strecken beherrscht.“ Das ESV-Team hat den unverschuldeten Nachteil, die ersten drei Saisonspiele allesamt in fremder Halle bestreiten zu müssen, durch drei souveräne Siege in einen Vorteil verwandelt. Man kann nur hoffen, dass die nun anstehende dreiwöchige Spielpause dem Rhythmus nicht schadet. Im ersten Heimspiel am 4. November gegen Forst United wollen die Regensburgerinnen jedenfalls dort weiter machen, wo sie in Allach aufgehört haben.

 

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Theresa Stahl, Lisa Preißler

Feld: Sophia Peter, Alina Just, Lea Röhrl je 6, Annalena Kessler 6/1, Luzie Schürzinger 3, Eva-Maria Höllriegl 2 sowie Julia Herrmann und Jessica Kulig.

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