Spielbericht Damen 1 vs. Allensbach

Eine Nummer zu groß

Regensburger Drittliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg müssen sich Aufstiegsaspirant Allensbach mit 27:35 geschlagen geben

Der überraschende Auswärtssieg beim 29:26-Auswärtserfolg in Freiburg vor Wochenfrist und das langersehente erstmalige Eingreifen von Franziska Peter verlieh den „Eisenbahnerinnen“ in der Anfangsphase des von der Papierform aussichtslosen Kräftemessens mit Aufstiegskandidat Allensbach Flügel.

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Im ersten Heimspiel nach sieben Wochen legten die Gastgeberinnen los wie die Feuerwehr und führten nach etwas mehr als zehn Minuten mit 6:3. Peter, die vom Bundesligisten HC Leipzig zu ihrem Stammverein zurückgekehrt war und endlich ihre zweimonatige Wechselsperre verbüßt hatte, netzte dabei gleich ihren ersten Wurf im neuen und alten Trikot. Auch die anderen Umstellungen von Trainer Udo Hermannstädter, unter anderem rückte Linkshänderin Andrea Vlachova auf die Rechtsaußenposition, funktionierten.

Bis zum 8:5 spielten die Regensburgerinnen wie aus einem Guss und bereiteten dem Ex-Zweitligisten, der den ESV im Hinspiel noch mit 45:20 deklassiert hatte, erhebliche Probleme. Ausgerechnet eine eigene Überzahlsituation leitete dann die Wende ein: Die Deckung agierte trotz einer Spielerin mehr auf dem Parkett zu passiv und ließ sich durch einen Überraschungswurf und ein schönes Sperre-Absetzen am Kreis zweimal aushebeln. So verlor der ESV nicht nur die Überzahlsituation mit 0:2, Allensbach hatte auch das Vertrauen in die eigene Stärke wiedergefunden.

In der Folgezeit wehrten sich die Oberpfälzerinnen zwar nach Kräften, doch das Pendel schlug immer mehr zugunsten des Teams vom Bodensee aus. Regensburg brauchte schon zwei Geniestreiche von Franzi Peter – einen direkt verwandelten Freiwurf und einen geklauten Ball – um bis zum 13:13 noch den Anschluss halten zu können. Mittlerweile bekam die Deckung aber keinen Zugriff mehr auf die Gäste (Hermannstädter: „Da waren die Lücken im Innenblock einfach zu groß.“) und auch ESV-Keeperin Ines Flesch haderte mit ihrer Fangquote.

In der Schlussphase des sehr torreichen ersten Durchgangs setzte sich Allensbach dann auf drei Tore ab, doch Anna Fuhrmann konnte mit einem sehenswerten Dreher von Linksaußen immerhin noch auf den 16:18-Pausenstand verkürzen.

Nach Wiederanpfiff stellten die Gäste auf eine 5:1-Deckung, die Regensburg überhaupt nicht schmeckte. Das Angriffsspiel wurde empfindlich gestört und Ballverluste die Folge. Einige davon waren aber auch unverständlich, denn die Unparteiischen legten die Vorteilsregelung deutlich zu großzügig aus und klare Fouls blieben ungeahndet. Die Ballgewinne nutzte Allensbach routiniert aus und die Kombination von Abschlussstärke und aggressiver Deckungsarbeit machte deutlich, warum der Aufstiegskandidat bislang nur ein Saisonspiel verloren hatte.

Der ESV war im zweiten Durchgang fast nur noch über die starken Nikola Kubesova und Linda Baumgardten, die mit neun Treffern erneut beste Werferin der Begegnung war, erfolgreich. Das lag sicher auch an den spärlichen Wechseloptionen Hermannstädters, Allensbach konnte ohne Qualitätsverlust immer wieder frische Spielerinnen aufs Parkett schicken. Ein resoluter Zwischenspurt des SV, der dabei auch von einigen Überzahlsituationen profitierte, zum 34:22 brachte dann die Vorentscheidung. Der ESV bewies aber weiterhin Moral und konnte noch bis zum 27:35-Endstand verkürzen.

Trainer Hermannstädter war nach dem Spielende mit dem zweiten Durchgang nicht zufrieden, musste aber auch die Stärke des Gegners („Eine Topmannschaft, die nicht umsonst um den Wiederaufstieg kämpft.“) anerkennen. Insgesamt machte der Auftritt des ESV Mut für die Mission „Klassenerhalt“, denn nicht viele Gegner haben das Format Allensbachs.

Spielfilm: 2:1, 4:2, 6:3, 8:5, 9:7, 10:9, 11:12, 13:13, 15:15, 16:18  – 16:21, 18:22, 18:25, 20:26, 21:29, 22:31, 22:34, 24:35, 27:35.

Strafwürfe: 5/5 – 5/4.

Strafminuten: 12 – 6.

Tore ESV: Baumgardten 9/4, Kubesova 6, Peter 4, Fuhrmann 3, Albescu, Vlachova je 2, Bestle 1.

Fotos: Sportfotos-Regensburg